Innerer Schweinehund

Warum kämpfen wir gegen den "inneren Schweinehund"?

Ob Sport machen oder die Wohnung putzen, da muss man manchmal erst den "inneren Schweinehund" überwinden. Doch worauf geht dieser Ausdruck zurück? Hat er tatsächlich etwas mit einem Tier zu tun? Du erfährst es gleich.
Warum kämpfen wir gegen den "inneren Schweinehund"?0

Innerer Schweinehund: Woher kommt der Ausdruck?

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    Der "innere Schweinehund" beschreibt sinnbildlich die Willensschwäche einer Person, die sie daran hindert, unangenehme Aufgaben anzupacken. Um ihn zu überwinden, wird Selbstdisziplin benötigt.

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    Doch worauf geht der Begriff zurück? Auf ein mittelalterliches Gericht? Ein Märchen? Oder ein Kartenspiel? Nein, er bezieht sich auf einen historischen Jagdhund.

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    Sauhunde, auch Schweinehunde genannt, wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein bei der Jagd auf Wildschweine eingesetzt. Ausgewachsene Tiere, vor allem starke Keiler, waren für die Jäger eine lebensbedrohliche Gefahr - daher brauchten sie die Hunde zur Unterstützung.

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    Der Sauhund hetzte das Wild - und ermüdete es dadurch. Diese Eigenschaft wird auch dem "inneren Schweinehund" nachgesagt, den es redensartlich zu besiegen gilt.

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    Studenten verwendeten den "Schweinehund" einst als Schimpfwort. Als abwertende Bezeichnung für eine Person, die sich nicht regelgerecht verhielt.

Teste dich im Sprach-Quiz: Kennst du diese Redewendungen?

(Tierische) Prokrastination: Der innere Schweinehund und die "Aufschieberitis"

Viel vorgenommen, wenig geschafft: Unter Prokrastination versteht man in der Psychologie das Verhalten, unangenehme, aber notwendige Arbeiten und Entscheidungen zu vertagen.

Umgangssprachlich ist von "Aufschieberitis" die Rede. Schuld daran ist der innere Schweinehund. Oder besser gesagt, die Tatsache, dass wir es mitunter nicht schaffen, ihn zu überwinden. Das bleibt jedoch nicht folgenlos.

Laut einer Sinus-Studie haben 82 Prozent der Deutschen schon finanzielle, berufliche oder gesundheitliche Nachteile erlitten, weil sie wichtige Dinge auf die lange Bank geschoben haben. Dahinter steckt oft die Angst vor essentiellen Aufgaben.

Um dieses negative Gefühl loszuwerden, prokrastinieren Menschen. Man lenkt sich ab und fühlt sich vorübergehend besser. Aber die Realität kommt zurück, meist in Form einer Frist. Und die löst erneut Stress aus. Der Teufelskreis beginnt …

Der US-Amerikaner Tim Urban, Autor des Blogs Wait but Why, setzt sich in einem TED-Talk mit dem Phänomen unterhaltsam auseinander. Hier kannst du dir angucken, was bei der "Aufschieberitis" im Gehirn passiert - und warum uns der "Instant Gratification Monkey", der Belohnungsaffe, immer wieder in die Quere kommt.

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Veröffentlicht: 07.12.2020 / Autor: Heike Predikant