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Schlaumeier gesucht! Warum wünscht man jemandem "Hals- und Beinbruch"?

Wir wünschen uns Knochenbrüche, aber meinen damit eigentlich: "Viel Glück!" Wie kann das sein? Die Herkunft der Redewendung löst das Rätsel. Mach dich schlau!

Schlaumeier-Wissen

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    "Hals- und Beinbruch" wünscht man einer Person, die vor einer schwierigen oder gefährlichen Aufgabe steht. Kurzum: Das Vorhaben soll erfolgreich sein.

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    Ist die Redewendung als Warnung zu verstehen? Oder als Aufforderung, alles zu geben - bis auf die Knochen?

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    Nein. Zugrunde liegt der jiddische Ausdruck "Hazlóche un Bróche". Und das heißt: "Glück und Segen". Die Wunschformel wurde ins Deutsche übertragen und der Sinn beibehalten. Klingt nach einem Übersetzungsfehler, ist aber gut gemeint.

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    "Das ist doch kein Beinbruch!" Damit will man sagen, dass etwas nicht so schlimm ist. Hier erschließt sich die Bedeutung schnell - und unmissverständlich.

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    Aus der hebräischen Sprache stammen auch noch andere Ausdrücke, die eingedeutscht wurden: "Malochen" geht auf "Malakha" (Werk, Arbeit) zurück. Und "Schmiere stehen" auf "Schmira" (Wache).

Da brichst du ab! Was Flieger und Segler einander wünschen

Früher glaubten die Menschen, dass gute Wünsche die bösen Geister veranlassen würden, Übles zu tun. Daher wünschte man sich das Gegenteil von dem, was man sagte.

In der Luftfahrt hält man es heute noch so: Flieger begrüßen (und verabschieden) sich mit einem "Holm- und Rippenbruch!". Daran ist der Wunsch geknüpft, dass beim Fliegen alles glatt geht. Einen Holmbruch kann niemand wollen. Schließlich ist der balkenförmige Holm mit seinen Rippen das tragende Bauteil eines Flugzeugflügels - würde er nicht standhalten, droht ein Flugzeugabsturz.

Tragfläche


Tragflügel eines Flugzeugs
© Getty Images

 

Segler wünschen sich "Mast- und Schotbruch!" und damit eine reibungslose Fahrt auf See. Allerdings gibt es noch eine andere Erklärung dafür: Mast und Schot (Leine) stellten bei einem Schiff einst die Sollbruchstellen dar. Sie sollten bei einem Unwetter brechen beziehungsweise reißen, bevor noch größerer Schaden entstand.

Veröffentlicht: 01.06.2020 / Autor: Heike Predikant