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Schlaumeier-Wissen: Woher kommt der Begriff "blutjung"?

Blutjung ist das Gegenteil von steinalt. So viel ist klar. Doch was hat es mit dem Begriff auf sich? Hier erfährst du‘s.

Schlaumeier-Wissen

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    Als blutjung bezeichnen wir jemanden, der außerordentlich jung ist, fast noch kindlich. Einem blutjungen Menschen ordnet man Unreife und Unerfahrenheit zu.

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    Doch worauf geht der Ausdruck zurück? Auf Soldaten, die jung auf dem Schlachtfeld gestorben sind? Oder darauf, dass Blut, der rote Lebenssaft, mit Kraft und Vitalität assoziiert wird? Könnte doch sein, oder?

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    Nein, zugrunde liegt das mittelhochdeutsche Wort "bluot", das "Blüte" und auch "Blühen" bedeutet. Und so kommt es, dass man "in der Blüte seiner Jugend" steht, sich in der "blühenden Phase des Lebens" befindet.

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    Abgesehen davon kann die Vorsilbe "blut-" in Wortzusammensetzungen eine Verstärkung bewirken - wie auch beispielsweise bei "blutarm" (arm bis aufs Blut).

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    Ähnlich verhält es sich bei einem "blutigen Anfänger". Der ist nicht unbedingt besonders jung, sondern besonders unkundig. Und deswegen holt er sich manchmal einen "blutigen Kopf", eine "blutige Nase" oder "blutige Finger".

Übrigens: Wusstest du, dass ein Milchbart ein Jungspund ist?

© Getty Images

 

Ja, wenn beim Milchtrinken weiße Spuren an der Oberlippe zurückbleiben, spricht man von einem Milchbart.

Als "Milchbart" bezeichnet man allerdings auch einen männlichen jungen Erwachsenen, der (noch) unreif oder unerfahren wirkt.

Ein literarischer Beweis für die Verwendung des Ausdrucks findet sich im Roman "Königliche Hoheit" von Thomas Mann: Im Eingangskapitel heißt es: "Der Leutnant ist blutjung, ein Milchbart, ein halbes Kind." Synonyme sind "Milchbubi" und "Milchgesicht".

Veröffentlicht: 30.03.2020 / Autor: Heike Predikant

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