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Schlaumeier(n): Woher kommt der Ausspruch "Toi, toi, toi!"?

Mit diesen 3 kleinen Wörtern wünschen wir jemandem viel Glück. Aber weißt du auch, wie die Redensart entstanden ist? Und was sie mit Spucken zu tun hat? Du erfährst es hier.
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Schlaumeier-Wissen

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    "Toi, toi, toi!" Damit drücken wir aus, dass wir jemandem für ein bestimmtes Vorhaben Glück und Erfolg wünschen. Das kann eine Prüfung sein, ein Auftritt oder auch eine schwierige Situation, die es zu meistern gilt.

  • Die Frage ist nur: Warum sagt man das? Wird eine französische Glücksformel benutzt? Oder geht der Spruch auf das 3-malige Tuten eines Zuges oder Schiffes bei der Ankunft/Abfahrt zurück? Weder das eine noch das andere trifft zu.

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    Im 18. Jahrhundert glaubte man, dass Glückwünsche die bösen Geister neidisch machten und sie dadurch herbeigerufen würden. Und man glaubte auch, dass Speichel eine bannende Wirkung hat. Daher spuckten die Leute beim Glückwünschen 3-mal auf den Boden, um Unheil fernzuhalten.

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    Das Geräusch, das dabei zu hören war, klang wie "toi, toi, toi". Weil das Ausspucken später jedoch als unanständig empfunden wurde, entstand daraus der lautmalerische Ausdruck.

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    Auch das Klopfen auf Holz diente einst als Schutzmaßnahme. Wir wenden es bis heute an, um das Glück, das wir gerade haben, zu besiegeln.

"Glück ab!": Wer ruft sich das zu?

"Glück ab!"? Das Glück soll abgehen wie eine Rakete? Wäre ja nicht schlecht, aber das meint der Ausdruck nicht. Es handelt sich vielmehr um einen Schlachtruf der Bundeswehr: Mit "Glück ab!" wünscht man sich unter Fallschirmjägern eine sichere Landung. Der Gruß stammt ursprünglich aus der Luftschifffahrt. Übernommen wurde er zunächst von Ballonfahrern und später auch von Fallschirmspringern.

 

Fallschirmsprung

 

Bergmänner rufen sich übrigens das Gegenteil zu: "Glück auf!" Der Begriff beschreibt die Hoffnung der Arbeiter unter Tage, dass sich bei der Suche nach neuen Lagerstätten Erzgänge auftun. Und es ist noch ein weiterer Wunsch mit dem Spruch verbunden: Die Kumpel sollen unversehrt nach oben kommen, wenn die Schicht vorbei ist.

Veröffentlicht: 11.04.2020 / Autor: Heike Predikant