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Schluck, Schluck und weg? Das muss nicht sein! Jetzt gibt's To-Go in öko

Coffee-to-go im Einwegbecher ist praktisch – aber alles andere als umweltfreundlich. Jetzt gibt es clevere Ideen, wie man ihn nachhaltiger machen kann.

Das Wichtigste zum Thema Einwegbecher

  • Weltweit werden jedes Jahr 600 Milliarden Kaffeebecher weggeworfen. Nach durchschnittlich 15 Minuten Trinkgenuss.

  • Allein in Deutschland landen laut der Deutschen Umwelthilfe pro Jahr 2,8 Milliarden Becher im Müll, plus 1,3 Milliarden Plastikdeckel. Das sind 320.000 Becher pro Stunde oder auch 34 pro Person pro Jahr.

  • Die Plastikdeckel, die die New Yorker in einem Jahr verbrauchen, würden aneinandergereiht 3,5-mal um die Erde reichen.

  • 60 Prozent der Becher bestehen aus beschichteter Pappe (meistens mit Plastikschicht), 40 Prozent aus Plastik, z.B. aus Getränkeautomaten. Der Materialmix macht sie schwer zu recyceln, sie müssen verbrannt werden.

  • Das EU-Parlament hat ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten ab 2021 beschlossen. Darunter fallen auch Behälter und Becher aus aufgeschäumtem Polystyrol, d.h. solche, die heiße Getränke warm halten.

Wie kann man das To-Go-Problem lösen? Clevere Ideen:

Immer mehr Cafés in Deutschland befüllen mitgebrachte Becher, manchmal bekommst du den Kaffee dann sogar etwas billiger. Oder sie bieten Mehrwegbecher an, für die du ein Pfand zahlst und die du entweder im gleichen oder in kooperierenden Cafés zurückgeben kannst. Es gibt schon einige Anbieter, etwa "ReCup" und "FairCup" überregional, "Better World Cup" in Berlin oder "Hannocino" in Hannover. Allerdings gehen bei diesen Systemen oft Becher verloren, etwa weil Kunden sie mit nach Hause nehmen.

Der Origami-Becher

© Unocup

In New York hat Tom Chan, Ingenieur-Student aus Hongkong, einen faltbaren Pappbecher entwickelt, der durch das spezielle Design ganz ohne Plastikdeckel auskommt. Ein simples Faltsystem verschließt den Behälter, bis nur noch das Trinkloch frei ist. Mit einem Partner hat er das Startup "Unocup" gegründet, das gerade eine Crowdfunding-Kampagne gestartet hat, um seine Falt-Becher in den Handel zu bringen.

Der nachwachsende Becher

Der Leihbecher mit eingebautem Chip

© CupClub

Seit Juni 2019 gibt es den "CupClub" in London, konzipiert von Architektin Safia Qureshi. Du zahlst 3 Pfund Pfand für den Becher und 3 Pfund für den Deckel. Nach dem Kaffeetrinken wirfst du Becher und Deckel in einen der "CupClub"-Sammelbehälter. Von dort werden sie abgeholt, gereinigt und wieder angeboten. Smart: Die Becher haben integrierte Mikrochips und können - ähnlich wie Leihräder - getrackt werden, damit sie nicht verloren gehen. Mindestens 130 Mal benutzbar sollen die Cups sein. Qureshi hat berechnet, dass sie damit pro Jahr allein in Großbritannien 8.000 Tonnen Müll einsparen kann.

Der essbare Kaffeebecher

© picture alliance/dpa

Ob die Gründer des bulgarischen Startups "Cupffee" ihre Idee in einer Eisdiele hatten? Auf jeden Fall sind ihre To-Go-Becher essbar wie eine Eiswaffel. Die Erfindung der 3 Freunde Miroslav Zapryanov, Mladen Dzhalazov und Simeon Gavrailov enthält weder Konservierungsmittel noch Farbstoffe. Etwa 40 Minuten kannst du deinen Kaffee darin aufbewahren, bis die Cupffee-Waffel zu matschig wird. Und sie danach entweder essen oder auf den Kompost geben, wo sie innerhalb von ein paar Wochen zerfällt.

Cupcycling: Gutes aus Pappbecher-Müll

© James Cropper

Der britische Papierhersteller James Cropper hat ein Verfahren entwickelt, um die Plastikbeschichtung von To-Go-Bechern zu lösen und so deren Papier-Anteil recycelbar zu machen. 90 Prozent des Bechers können damit wieder zu Papier verarbeitet werden. Aus den verbleibenden 10 Prozent Plastik entstehen andere Produkte. Die Firma kooperiert zum Beispiel mit der Kaffeekette Starbucks, mit McDonald's oder dem Grußkarten-Hersteller Hallmark, der eine Karten-Reihe aus recycelten Pappbechern herausgebracht hat.

Veröffentlicht: 02.12.2019 / Autor: Ischta Lehmann

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