Schlumpfhausen gibt es wirklich, aber jetzt wurde es verboten
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Schlumpfhausen gibt es wirklich, aber jetzt wurde es verboten

vor 3 Monaten

Eigentlich sollte das Ganze nur ein Werbegag für den Film „Die Schlümpfe in 3D“ sein. Vor sechs Jahren hat die Produktionsfirma des Films ein ganzes spanisches Dorf durch einen blauen Anstrich in Schlumpfhausen verwandelt. Weil sich die Bewohner irgendwann an den neuen Style ihrer Heimat gewöhnt hatten, wollten sie die Häuser nach den Dreharbeiten so lassen. Doch jetzt gibt’s Ärger im Schlumpfparadies.

Júzcar ist ein kleines Dorf in Andalusien mit gerade mal 228 Einwohnern. Um den Schlumpf-Film zu promoten, ließ die Produktionsfirma dort im Jahr 2001 alle 175 Häuser blau anstreichen. Über 9000 Liter Farbe gingen dabei drauf. Nichts blieb weiß, weder das Rathaus noch die Kirche. Die Wahl fiel ausgerechnet auf dieses Dorf, weil dort auf den Hügeln überall Pilze wachsen – und Schlümpfe liiieben Pilze.

Der neue Look lockte zahlreiche Touristen an. Normalerweise verliefen sich sonst höchstens 300 Besucher im Jahr in das kleine Dorf in der Nähe von Malaga. Doch seit dem neuen Anstrich hatte Júzcar bereits über 80.000 Schlumpf-Fans zu Besuch.

Das gefiel den Bewohnern so gut, dass sie Ende 2011 – entgegen der ursprünglichen Abmachung mit der Produktionsfirma – mit klarer Mehrheit entschieden, alle Fassaden blau zu lassen. Und dabei allein ist es nicht geblieben. Inzwischen hat sich das andalusische Dorf richtig in die Schlumpfszene reingesteigert: Nicht selten sieht man Bewohner, die als Schlümpfe verkleidet durch die Straßen laufen. Außerdem finden dort regelmäßig ein Schlumpfmarkt und ein Schlumpf-Mondschein-Lauf statt. Und tatsächlich soll es sogar bereits Schlumpfhochzeiten gegeben haben.


Das Schlumpf-Dorf Júzcar in Andalusien
© Wikipedia / manuelfloresv / CC BY 2.0

Doch unsere Welt wäre nicht unsere Welt, wenn es nicht jemanden gäbe, dem das Ganze nicht in den Kram passt. Und diesen Jemand gibt es auch in unserem Fall: die Familie des verstorbenen Künstlers Pierre Culliford aus Belgien, auch Peyo genannt – er ist der Erfinder der Schlümpfe. Denen gefällt das ganze „Theater“ nämlich gar nicht, da das Dorf ja ursprünglich gar keinen Bezug zu den Schlümpfen gehabt hätte. Um weitere Probleme zu vermeiden, hat der Dorf-Vorsitz am 15. August online verkündet, dass es sich aus Urheberrechtsgründen ab sofort nicht mehr als Schlumpf-Dorf vermarkten wird. Jegliche Schlumpf-Aktionen werden verboten. Wie genau der Rat zu dieser Entscheidung gekommen ist, hat er nicht bekannt gegeben.

Die Hausfassaden dürfen zwar blau bleiben, aber als Schlumpf verkleidete Menschen und den Schlumpfmarkt wird man in Júzcar nicht mehr sehen.

Hier ist das offizielle Statement:

Hier könnt ihr euch das blaue Dorf nochmal genauer anschauen:

Júzcar ist nicht das einzige verrückte Dorf auf dieser Welt. Habt ihr schon von Coober Pedy gehört? Das ist ein Dorf im australischen Outback, das komplett unter der Erde liegt. Wir zeigen euch, was es damit auf sich hat:

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