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Schwarze Tage an der Börse - was bedeutet das?

Der Öl-Preis-Verfall und die Corona-Pandemie haben für heftige Verluste an den Aktienmärkte gesorgt. Die Rede war sogar von einem "Schwarzen Montag". Woher kommt dieser Begriff?

Das Wichtigste zum Thema Schwarzer Montag

  • Die Aktienkurse sind weltweit zu Wochenbeginn drastisch abgestürzt. An der Wall Street in New York - der weltweit größten Börse - wurde der Handel am Montag für 15 Minuten unterbrochen. Warum, erklären wir gleich.

  • Der Dax - der größte deutsche Aktienindex - erlitt mit 7,94 Prozent zum Wochenstart den höchsten Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001.

  • Experten sprachen am Ende des Tages von einem "Schwarzen Montag". Was das bedeutet und woher dieser Begriff kommt, erklären wir unten.

  • 3 Tage später verlor der Dax nochmals massiv an Punkten: Er gab um über 10 Prozent nach und rutschte unter die 10.000 Punktemarke - das erste Mal seit 2016. An der Wall Street wurde der Handel erneut ausgesetzt.

  • Die Furcht vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise und ein Absturz des Öl-Preises sind Gründe für die Kurseinbrüche.

Woher kommt der Begriff "Schwarzer Tag"? Und was hat er mit Börsen zu tun?

Ein "Schwarzer Tag" gilt wegen eines Kurssturzes vorgefallenen Unglücks als besonders denkwürdig erachtet wird.

Diese Bezeichnungsweise basiert auf einer römisch-antiken Tradition, die einen Unglückstag als "dies ater" ("Schwarzen Tag") bezeichnete. Später wurde noch der Wochentag hinzugefügt - also in diesem Fall "Schwarzer Montag".

In der christlichen Tradition gilt speziell der Freitag als ein besonderer Unglückstag. Der Grund: An einem Freitag, dem Karfreitag, soll sich die Passion und Kreuzigung Christi ereignet haben.

Schwarzer Freitag von 1929

Besonders im Finanzwesen hat sich der Ausdruck eines Schwarzen Tages für einen desaströsen Handelstag verfestigt.

Die bekanntesten Schwarzen Tage gab es 1929 an der New Yorker Börse. Der Crash zog sich über mehrere Tage hin. Am Ende kam es zum Zusammenbruch des Handelsplatz. Die Folge war eine weltweite Wirtschaftskrise.

 

Menschenmassen versammelten sich nach dem Crash an der Wall Street


Menschenmassen versammelten sich nach dem Crash an der Wall Street
© Picture Alliance / AP Images

 

Dem Börsencrash vorausgegangen war eine Spekulationsblase. In den 1920er Jahren wuchs der Kurs des Dow Jones von 100 auf bis zu 331 Punkte. Man sprach von einer "eternal prosperity" - einem ewigen Wohlstand.

In dieser Fehleinschätzung der Lage riskierten viele Menschen zu viel: Millionen nahmen kurzfristig hohe Kredite auf, um sich davon Aktien zu kaufen, in der Hoffnung, diese mit den Gewinnen zurückzahlen zu können.

Das Fatale: Eine Börsenaufsicht und viele Gesetze zur Regulierung existierten damals noch nicht.

Viele Menschen verloren am "Schwarzen Freitag" ihr gesamtes Vermögen


Viele Menschen verloren am "Schwarzen Freitag" ihr gesamtes Vermögen
© Picture Alliance / United Archives/TopFoto

Der Schwarze Montag heute

Als Gründe für den neuesten "Schwarzen Montag" werden das Zerwürfnis der Ölförderstaaten und die Coronavirus-Pandemie genannt. Das Virus bremst die Wirtschaft.

Aus diesen Gründen trennten sich Investoren am Montag im großen Stil von Aktien - die Aktienindizes fielen.

Warum wurde der Börsenhandel in den USA ausgesetzt?

Börsen sind grundsätzlich von Montag bis Freitag geöffnet.

Zu Beginn des Handels am Montag lösten die starken Kursverluste an der New Yorker Börse einen sogenannten Marketwide Circuit Breaker aus. Dieser sieht vor, den Handel in turbulenten Marktphasen in drei Stufen zu unterbrechen.

Die 1. Stufe greift, wenn der Leitindex S&P 500 um mehr als 7 Prozent fällt. In diesem Fall wird der Handel für 15 Minuten unterbrochen.

Am vergangenen Montag kam es dazu. So soll verhindert werden, dass der S&P 500 ins Bodenlose rutscht.

 

Am Montag wurde der Handel für 15 Minuten unterbrochen


Am Montag wurde der Handel für 15 Minuten unterbrochen
© Picture Alliance / Photoshot

 

Wenn der Index um 13 Prozent fällt, tritt Stufe 2 ein. Der Handel wird erneut um 15 Minuten ausgesetzt. Aber: Das gilt nur, wenn der Kursverfall sich vor 15:30 Uhr Ortszeit ereignet.

Fällt das Börsenbarometer gar um 20 Prozent, wird der Handel für den gesamten Tag beendet. Das gilt als Stufe 3.

Dieser Stufenplan wurden nach der Finanzkrise im Jahr 2008 von der US-Börse beschlossen. So soll eine Kettenreaktion verhindert und die Märkte kurzfristig stabilisiert werden.

Wie schlimm war der Einbruch des Dax?

  • 〽️

    In der Geschichte des Dax ist es selten vorgekommen, dass der Aktienindex um mehr als 7 Prozent an einem Handelstag einbricht.

  • 😥

    So stark Verluste fuhr der deutsche Leitindex zuletzt 2001 nach den Terroranschlägen in den USA und nach der Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers ein.

  • 🤷🏽‍♀️

    Ob es nun zu einer weltweiten Rezession kommt - also zu einer Phase, in der die Wirtschaftsleistung schrumpft statt zu wachsen - lässt sich noch nicht sagen. Einige Experten sehen aber eine weltweite Krise heraufziehen.

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Veröffentlicht: 13.03.2020 / Autor: Benjamin Reibert