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Siri, Alexa und Google Assistant: Nützliche Helfer oder mithörende Spione?

Sprachassistenten von Amazon, Google und Apple versprechen eine vernetzte Zukunft. Aber wie funktionieren sie überhaupt? Und hören sie wirklich alles, was ich sage?

Das Wichtigste zum Thema Sprachassistenten

  • 2018 verkauften sich fast 100 Millionen Smart-Speaker. Gesamt-Umsatz: 11,8 Milliarden Euro.

  • Staubsaugerroboter Heizung und Kühlschrank: Mit den Sprachassistenten vernetzen sich mittlerweile auch deine Haushaltsgeräte.

  • 2023 sollen weltweit 200 Millionen smarte Lautsprecher über die Ladentheke gehen. Und da sind die Assistenten, die Google, Samsung und Apple auf ihren Handys installieren, noch gar nicht mitgezählt.

  • Amazons Alexa kennen 92 Prozent der Deutschen, den deutschen Finanzminister Olaf Scholz dagegen nur 85 Prozent.

  • Datenschützer bemängeln, dass Sprachassistenten wie Alexa Gespräche mithören, schneiden und zur Optimierung intern auswerten. Amazon beteuert, die Daten blieben anonym.

Ein Fernsehbeitrag, massenhaft Puppenhäuser und lauter Fehlkäufe

Ein ganz normaler Fernsehbeitrag löste 2017 im Raum San Diego einen Ansturm auf Puppenhäuser aus. Wie das?

Schuld war Alexa. Ein Moderator sprach nach einem Beitrag über ein kleines Mädchen, das gerade zu sehen war: "I loved the little girl saying: Alexa ordered me a dollhouse." Der Sprachassistent in den jeweiligen Wohnungen hörte die Aufforderung: "Alexa, order me a dollhouse", und begann eifrig zu bestellen.

"Alexa, Stopp" - So hört sie nicht mehr zu

  • In der Alexa-App oder im Browser die "Einstellungen" öffnen.

  • 🔒

    Unter "Alexa Konto" den Bereich "Datenschutz" öffnen.

  • 📈

    Unter "Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen" könnt ihr den entsprechenden Service an- oder ausschalten.

  • 🔈

    Das Mikrofon kannst du auch per Schalter ausmachen. Dann leuchtet der Ring am Lautsprecher rot.

"Alexa, therapier mich!" - die Sprachassistenten können viel mehr als nur einkaufen

Amazons Alexa ist sogar ein Therapeut. Wer gerade nicht gut drauf ist, kann sich bei der Alexa-App "Therapy" ein paar aufmunternde Worte abholen.

Dem ein oder anderen scheint das zumindest einen positiven Start in den Tag zu bescheren, wenn man den Rezensionen glauben darf. Andere beschweren sich, dass es ihnen so gar nicht weiterhilft.

Die Entwickler weisen darauf hin, dass "Therapy" eine "unbeschwerte" App ist. Psychisch Erkrankte sollten sich unbedingt professionelle Hilfe holen.

"Alexa, heirate mich!" - So schlagfertig sind die Sprachassistenten von Amazon und Google

"Alexa, wie funktioniertst du?" - 7 Mikrofone und 1 künstliche Intelligenz

Wenn du mit deinem Sprachassistenten redest, nimmt der dich auf. Bei dem Amazon Echo sind dafür 7 Mikrofone da. Diese Aufnahme wandert per W-Lan zur Amazon-Cloud, die den gesprochenen Befehl analysiert. Dabei konzentriert sich das Programm "Alexa Voice Services" vor allem auf Signalwörter wie "Wetter" und "morgen". Auf diesem Weg spielt dir Alexa innerhalb von 1 bis 2 Sekunden das Wetter von morgen aus.

Die Spracherkennung basiert auf künstlicher Intelligenz. Um besser zu werden, braucht sie viele Daten. Das besorgt vor allem die Datenschützer. Die Sammelwut ist auch der Hauptgrund, warum viele auf die Helfer zu verzichten. Das ergab eine Studie von 2018.

Veröffentlicht: 21.12.2019 / Autor: Johannes Korsche