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So sicher wie ein Atom-Bunker, aber bewaffnet: Inside Air Force One

Sie gilt als das teuerste und sicherste Flugzeug der Welt: Die Air Force One. Was die sagenumwobene Maschine alles kann und welche Mythen wirklich stimmen.

Das kann die Air Force One

Die Details der technischen Ausrüstung sind natürlich geheim, einige Funktionen gelten aber als gesichert:

  • Für den Fall von Raketenbeschuss verfügt die Air Force One über mehrere Störsender, die pulsierende Infrarotstrahlen aussenden. Dadurch werden wärmesuchende Raketen abgelenkt.
  • Der Flieger ist eine kaum zerstörbare mobile Kommandozentrale. Unter anderem, weil die gesamte Bordelektronik des Jets gegen elektromagnetische Pulse geschützt ist. Solche Pulswellen treten bei Atombombenexplosionen auf.
  • Mit an Bord befinden sich auch eine Menge Telefone - zum Teil sind sie abhörsicher.
  • In der Air Force One hat der Präsident auch immer den "Football" dabei. Es bleibt zu hoffen, dass er damit nicht spielt, denn es handelt sich dabei um ein Synonym für den Koffer, in dem sich die Codes für die Atomwaffen der USA befinden.
  • Die Maschine verfügt über 3 verschiedene Systeme zur Sauerstoffversorgung.
  • Angeblich kann die Air Force One von von jedem Punkt der Welt amerikanischen Boden erreichen. Der Jet soll mehrere Tanks an Bord haben – und kann in der Luft betankt werden.
  • Abseits der militärischen Ausstattung ist der Jumbo des Präsidenten ein fliegendes Hotel. Am Bug der Maschine hat Trump einen eigenen Wohnbereich - mit WC, Dusche, Schlafzimmer.

Für alle Nerds: Das sind die Tech-Daten des US-Fliegers

Was ist dran an diesen 3 Air-Force-One-Mythen?

  • Mythos 1: An Bord gibt es eine Krankenstation mit OP

Stimmt! In jeder Air Force One fliegt ein Arzt mit, der im Notfall in 10.000 Metern Höhe operieren könnte. Es gibt Sauerstoffflaschen und ausreichend Blutreserven für den Präsidenten.

  • Mythos 2: Die Maschine könnte eine Kernwaffenexplosion überstehen

Stimmt! Die "Air Force One" ist quasi ein fliegender Atombunker. Eine Kernwaffenexplosion würde für elektromagnetische Impulse sorgen, wodurch sofort jede Elektronik an Bord zerstört werden würde. Aber nicht in diesem Flieger, denn die Strahlen kommen nicht durch seine spezielle Außenhaut. Außerdem ist die komplette Verkabelung aus Glasfasern, die nicht auf elektromagnetische Strahlen reagieren.

  • Mythos 3: Die Maschine kann unendlich weit und lange fliegen

Stimmt - theoretisch! Wie in jedem Flugzeug ist die Menge an Kerosin begrenzt, wenngleich davon auszugehen ist, dass die Air Force One über zusätzliche Tanks verfügt. Es ist aber möglich, den Präsidentenvogel in der Luft zu betanken.

So sieht die Air Force One von innen aus

Der 11. September - eine Ausnahmesituation auch in der Luft

"Angel is next" - Als Mark Tillmann, der Pilot der Air Force One, diesen Satz am 11. September hörte, stieg er augenblicklich mit der Maschine steil nach oben. Es ist ein Code dafür, dass die Air Force One ein mögliches Ziel von Angriffen ist.

Mit an Bord: George W. Bush, der damalige Präsident. Der US-Luftraum wird gesperrt, die Air Force One ist die einzige Maschine am Himmel und fliegt zu Militärbasen in Louisiana und Nebraska. Einen Tag später landete die Air Force One dann in Washington.

Air Force One vs. Konrad Adenauer

Diese Präsidenten-Flieger gab es vor der Air Force One

Neue Flieger, neues Design

Ganz schön abgehoben: Der amerikanische Präsident soll 2024 2 neue Air-Force-One-Maschinen bekommen. Eine Änderung ist dem aktuellen Staatsoberhaupt Trump dabei besonders wichtig: ein neuer Anstrich. Rot, weiß und blau soll es werden, damit die Maschine patriotischer aussieht - also in etwa so wie Trumps privater Flieger.

© picture alliance / newscom

Das Wichtigste zum Thema Air Force One

  • Von der einen Maschine gibt es gleich 2 Exemplare: 82-8000 und 92-9000. Jeweils Flieger des Typs Boeing 747-200B. Die militärische Bezeichnung lautet VC-25 und ist eine umgebaute Spezialversion des Jumbos.

  • Der Funkspruch "Air Force One" gilt immer für das Flugzeug der Air Force, in dem der Präsident gerade sitzt. Dieses Rufzeichen gilt seit 1953. Fliegt er in seinem Helikopter, ist vom "Marine One" die Rede.

  • Die Luftflotte des Präsidenten wird vom 89. Airlift Wing verwaltet, der sich in der Andrews Air Force Base in Maryland befindet.

Veröffentlicht: 15.01.2020 / Autor: Bjoern Krause

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