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So viele Schritte solltest du tatsächlich täglich gehen

vor 4 Jahren

Ob FitBit, Jawbone, Omron, Fitty oder Daffodil – Schrittzähler gibt es en masse auf dem Markt. Meist empfehlen sie, 10.000 Schritte am Tag zu laufen. Aber macht das überhaupt Sinn?

Wie viel Schritte sind gesund? Wie viele sollte man gehen, wenn man abnehmen möchte? Und wie viele, um fit zu bleiben? Und treffen die Empfehlungen für alle Menschen gleich zu? Fragen über Fragen.

Auffallend ist, dass man fast überall von 10.000 Schritten lesen kann (wie hier oder hier). Die sollen das Energieniveau erhöhen, das Risiko von Herzkrankheiten reduzieren und zur Gewichtsabnahme führen. Aber wie kam man da eigentlich drauf? Wer jetzt unzählige wissenschaftliche Studien erwartet, den müssen wir leider enttäuschen. Tatsächlich steckt hinter den 10.000 Schritten eine Marketing-Kampagne. Und die stammt aus dem Jahr 1964. Seid ihr überrascht? Ja, ok, wir auch.

Eine verrückte Geschichte

Am Vorabend der Olympischen Spiele in Tokio war ganz Japan im Sportwahn. Alle wollten einen Schrittzähler haben. Ja, die gab es schon damals. Allerdings natürlich nicht digital und so. Das Unternehmen Yamasa Tokei nannte ihre Variante Man-po-kei. Übersetzt heißt das in etwa so viel wie Der 10.000-Schritt-Zähler. Taaddaaaa! Und schon wurde ein Mythos geboren, der sich bis heute hartnäckig hält. Keine Wissenschaft, keine Studien.

Übrigens stellt die Firma auch heute noch Schrittzähler her. Etwas moderner sind die natürlich schon.

Aber warum wurde die Zahl 10.000 einfach beibehalten? Klar, sie klingt wesentlich besser als zum Beispiel 6.325 oder 8.931 Schritte. Sie ist groß, rund und auffällig. Dass sie trotzdem ihren Weg in offizielle Gesundheitsberichte fand, liegt wohl auch daran, dass sie hält, was sie verspricht: Tägliche Bewegung schadet unserem Körper nicht, im Gegenteil. Das belegen Studien hier und hier.

Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass 10.000 Schritte für alle Menschen ideal sind. Für Jemanden, der morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, abends zurück und sich dann auf die Couch vor die Glotze legt, ist das wahrscheinlich schon zu viel. Genauso ist es für andere, die drei Mal die Woche joggen gehen, eher zu wenig. Die ideale Schrittzahl sollte sich also an der physischen Verfassung des Körpers orientieren. Und jeder sollte natürlich nur so viel machen, wie es ihm gut tut und was er verkraftet.

„Anfängern“ wird daher geraten mit 4.000 bis 5.000 Schritten am Tag zu starten. Denn 10.000 Schritte entsprechen in etwa einem Marsch von fünf Kilometern. Das ist für Sportmuffel schon eine ordentliche Strecke. Umgerechnet sind das laut Dr. Stephen Parnis von der Australian Medical Association zwischen zweieinhalb und fünf Stunden Bewegung pro Woche. Runter gebrochen auf den Werktag bleiben dann noch 30 bis 60 Minuten. Klingt eigentlich nicht so viel, aber das jeden Tag umzusetzen, erfordert doch einige Disziplin.

Für die Motivation ist ein Schrittzähler natürlich hilfreich – aber man muss nicht gleich verzweifeln, wenn man keine 10.000 Schritte am Tag schafft. Jede Bewegung ist gut!

Wem normales Laufen zu langweilig ist, kann sich natürlich auch in neue Herausforderungen stürzen. Wie wäre es mit Wänden hochlaufen? Wir haben das mal getestet:

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