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Sonne, Regen oder Schnee? Woher wir heute wissen, wie das Wetter morgen wird

Das Wetter vorherzusagen, ist eine Kunst. Wir sagen dir, wie es funktioniert und welche die besten Apps für die richtige Prognose sind.
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Das Wichtigste zum Thema Wetter

  • Der Deutschem Wetterdienst (DWD) bewertet eine Temperaturvorhersage für morgen als Treffer, wenn sie nicht weiter als ±2.5 Kelvin von der Beobachtung abweicht.

  • Alle 10 Jahre kann der Wetterbericht mit gleicher Präzision einen Tag weiter in die Zukunft blicken. Die 5-Tage-Prognose ist heute so präzise wie 1980 der Wetterbericht für den nächsten Tag.

  • So kann man heute die Bahn eines Hurricanes 4 Tage im Voraus genauer berechnen. Vor 20 Jahren war dies nur mit 2 Tagen Vorlauf möglich. Kostbare Zeit für die Vorbereitung einer Evakuierung.

  • Das größte Problem in der Wettervorhersage ist, dass man nie perfekt über den aktuellen Ist-Zustand des globalen Wettersystems Bescheid weiß – so gut ist kein Satellit.

  • Am 10. Juli 1913 wurde im Death Valley bei Furnace Creek die höchste jemals auf der Erde gemessene Außentemperatur gemessen: 56,7 Grad Celsius.

  • An dieser russischen Wetterstation in der Antarktis wurde die kälteste je mit einem Thermometer gemessene Temperatur registriert: Minus 89,2 Grad Celsius.

Wie lässt sich das Wetter überhaupt vorherbestimmen?

Rund um den Globus gibt es Wetterstationen, wie zum Beispiel Satelliten im All, Radarstationen und mit Helium oder Wasserstoff gefüllte Wetterballons, die bis zu 30.000 Meter abheben. Diese Stationen messen in regelmäßigen Abständen verschiedenste Daten. Dazu gehören: Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wolkendichte, Wolkenhöhe, Sichtweite, Windstärke und der Niederschlag. Alle Informationen werden über ein besonderes Telekommunikationssystem (GTS) an zentrale Wetterämter weitergeleitet, wo sie mit komplizierten Gleichungen von Computeranlagen ausgewertet werden.

So entsteht das Wetter

Woher kommen Wolken?

Wasser, das auf der Erde verdunstet, wird zu Wasserdampf, der mit der warmen Luft hochsteigt. Erreichen die Wassermoleküle kältere Luftschichten, verdichten sie sich zu Tropfen. Neben Wärmeunterschied und Feuchtigkeit werden zur Wolkenbildung Staubteilchen benötigt, an denen sich die Wasserdampfmoleküle anlagern – nur so geht's nach oben. Die Wolken bilden sich bis in 14 Kilometer Höhe, auf zwei bis sieben Kilometer bringen sie meist Regen.

Warum regnet es?

Jede Wolke enthält sehr viele Wassertröpfchen und Eiskristalle. Diese sind so winzig, dass sie sich von selbst in der Luft halten können. In großen dunklen Wolken jedoch, wenn es kühler wird, verbinden sich die Tröpfchen miteinander und werden zu größeren Regentropfen. Die sind dann so schwer, dass sie vom Himmel fallen.

Wie entstehen Wind und Sturm?

Wenn Sonnenstrahlen den Erdboden aufheizen, erwärmt sich darüber auch die Luft. Diese dehnt sich aus und wird dadurch dünner und leichter. Die Folge: Sie steigt nach oben und in Bodennähe entsteht Tiefdruck. Wo es kalt ist, sinkt die Luft dagegen ab und am Boden bildet sich Hochdruck. Da sich die Luft immer von Hoch- zu Tiefdruckgebieten bewegt, entsteht Wind. Je größer das Gefälle, desto heftiger der Wind, bis hin zum Sturm oder Orkan.

Wie kommt es zu Gewittern?

Eine Gewitterwolke entsteht dadurch, dass eine Menge feuchtwarmer Luft aufsteigt. Durch den Auftrieb der warmen Luft werden die Wassertropfen in der Wolke umher gewirbelt. Die Tropfen reiben aneinander und laden sich elektrisch auf und entladen sich in einem Blitz. Durch die entstehende Hitze, mehrere Tausend Grad, dehnt sich die Luft um den Blitz mit einem gewaltigen Knall aus. Ohne Blitz gäbe es also auch keinen Donner. Und weil Licht schneller ist als Schall, siehst du zuerst den Blitz und hörst danach den Donner.

Wie bildet sich Hagel?

Werden Regentropfen von Wolken nach oben gesogen, gefrieren sie aufgrund der Minus-Temperaturen zu kleinen Eiskügelchen. Diese sacken etwas ab, setzen mehr Wasser an, werden wieder nach oben gesogen, gefrieren erneut. Dieser Kreislauf geht so lange weiter, bis das Hagelkorn so schwer ist, dass es zu Boden fällt oder nicht mehr in den Sog der Wolke gelangt. Das weltweit größte Hagelkorn wurde in South Dakota gefunden. Es hatte einen Durchmesser von 20 Zentimeter und ein Gewicht von 875 Gramm.

Deine Top-4-Wetter-Apps

  • 🌦

    WarnWetter: Die kostenlose App ist die offizielle Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes. In der Gratis-Version bekommst du Infos über die aktuelle Wetterlage und wirst bei Gefahrenlage per Push-Nachricht informiert. Regenradar, aktuelle Satellitenbilder oder Warnmeldungen für zum Beispiel Sturm bekommst du im In-App-Kauf.

  • 🌦

    WetterOnline: Ob du bald im Regen stehst, erfährst du unter anderem durch die GPS-Ortungsfunktion. Die dynamischen Regenschauer ziehen als Schleife über die Gebiete hinweg, die in den nächsten Stunden betroffen sein werden. Alle 15 Minuten aktualisieren sich die Daten automatischen.

  • 🌦

    The Weather Channel: Per Sprachsteuerung oder Tastatur kannst du den Ort angeben, für den du das aktuelle Wetter wissen willst. Außerdem bekommst du auch noch viele Infos oben drauf, wie etwa die Zeit des Sonnenauf- und untergangs, Windstärke, Luftfeuchtigkeit, Taupunkt, Sichtweite, Luftdruck und UV-Index. Wetterfrösche werden grün vor Neid.

  • 🌦

    Wetter.com: Hier gibt es das Gesamtpaket. Animierter Regenradar, Live-Wetter-Kameras an mehr als 800 Standorten weltweit, Nachrichten und moderierte Wetter-Videos. Wem das immer noch nicht reicht: Es gibt auch Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes für deine Stadt, die dich auch via Push-Nachrichten erreichen. Wenn du zudem eine Netatmo-Wetterstation besitzt, kannst du deren Daten ebenfalls in die App integrieren.

Alle Apps gibt es für Android und iOS

5 Wetter-Apps für dein Hobby

  • 🏄

    Mit der App "Surfline" kannst du die Surf-Vorhersagen von Breaks rund um die Welt abrufen – darunter auch die Vorhersagen für die Kanarischen Inseln. Über Webcams lässt sich dein Wunsch-Spot direkt beobachten, so dass du nur dann zum Brett greifst, wenn du Wellen siehst.

  • 🎣

    "WeatherPro" ist Testsieger bei der Stiftung Warentest und ausgestattet mit allem was das Anglerherz begehrt. Die Infos zu Temperatur, Windstärke, Windrichtung, Niederschlag, Bewölkung werden regelmäßig aktualisiert. Die App ist übersichtlich, schnell und sieht schick aus.

  • 🏹

    Die App "Jagdwetter" ist ein zuverlässiger Begleiter für Jäger und bietet neben Informationen zu Wetter und Wind für Dein Revier, ebenso Daten über Mondphasen, Mondhelligkeit sowie Jagdzeiten und Schonzeiten. Waidmannsheil.

  • 🛬

    Die "Pilot-App" bietet Features für den Einsatz in Flugzeugen und für die Ansprüche von VFR- und IFR-Piloten (Sicht- und Instrumentenflug). Mit dabei: detaillierte Wetterdaten (METAR, TAF, Radar-, Satelliten- und Blitzbilder, Höhenwind) und Bodenrollkarten. Außerdem ist die App mit IFR-Anflugkarten mit Richtung sowie der Entfernung zum nächsten Flughafen ausgestattet.

  • 💫

    Die "Polarlicht-Vorhersage"-App zeigt dir in einem leicht verständlichen Interface detailliert auf, wann und wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, ein Polarlicht zu sehen. Darüber hinaus stellt Dir die App die Prognosen für die kommenden Stunden und wenn möglich sogar Tage und Wochen bereit.

Alle Apps gibt es für Android und iOS

Wenn Regen weh tut

Kennst du Biowetter? Das hat nichts mit Niederschlägen in Reformhäusern zu tun. Hierbei geht es um Wetteränderungen, die für wetterfühlige Menschen eine Rolle spielen – davon gibt es allein in Deutschland Millionen. Je nach Wetter leiden Betroffene unter anderem unter Migräne, Koliken und Kreislaufproblemen. Das Biowetter gibt Aufschluss darüber, womit zu rechnen ist. Was dich in deiner Region erwarten kann, findest du zum Beispiel gesundheit.de

Wie verlässlich sind Wetterberichte?

  • In 2 bis 3 Stunden: Trefferquote von 98 Prozent
  • 3-Tage: Rund 90 Prozent
  • 4 bis 10 Tage: Bis zum Tag 5 bei 70 Prozent. Am Tag 10 nur noch zirka 50 Prozent.
  • Über 10 Tage: Lässt sich nur noch eine Tendenzen abgeben.

Kennst du diese Wetterphänomene?

Gib einem Hoch oder Tief deinen Namen

Ja, das geht wirklich. Die Namen für Hochs und Tiefs werden bereits seit 1954 vom Institut für Meteorologie der FU Berlin vergeben. Bis 2001 waren ausschließlich Wissenschaftler an der Namenssuche beteiligt, seit 2002 kannst du dir den Namen kaufen.

Am 25.9.2019 hat auf der Seite des Instituts für Meteorologie die Namensvergabe für 2020 begonnen: Jetzt mit deinem Namen bewerben.

Damit es nicht zu Diskriminierungsvorwürfen kommt, wechseln die Hochs und Tiefs jährlich ihr Geschlecht. Dieses Jahr sind die Frauen im Hoch, 2020 sind es dann wieder die Männer.

Der Grundpreis für eine Patenschaftsurkunde eines Tiefs beträgt 199 Euro. Ein Hoch gibt's für 299 Euro. Nicht etwa weil es das schönere Wetter mehr wert wäre, sondern weil es sich länger in der Wetterlage hält und dadurch auch öfters in den Medien genannt wird und auf Wetterkarten im Fernsehen zu sehen ist.

Pro Jahr werden durchschnittlich 50 bis 60 Hochs und zirka 150 Tiefs getauft.

Kennst du diese Begriffe?

  • Altweibersommer: Das ist ein anderer Name für Herbst. Richtig heißt es eigentlich „Alter Weibersommer“, weil sich Spinnen im Herbst an ihren Fäden durch die Luft tragen lassen. Ein anderes Wort für Spinne ist Weber. Früher sagte man im Altdeutschen „weiben“ statt „weben“.

  • Schafskälte: Wenn zwischen dem 10. und 12. Juni die Temperatur um 5 bis zu 10 Grad Celsius absenken, dann nennt man das Schafskälte. Wenn dies passiert, dann zu 89 Prozent zwischen diesen beiden Tagen. Der Name kommt daher, da früher in diese Zeit die Schafschur fiel.

  • Hundstage: So werden im Volksmund die heiße Sommertage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August genannt. Allerdings hat er Begriff nichts mit den Vierbeinern zu tun. Die Bezeichnung geht auf den hellsten Stern am Nachthimmel zurück – Sirius (Hundsstern) im Sternbild Großer Hund.

  • Bombenwetter: Das ist ein Begriff aus dem 2. Weltkrieg. Er bezeichnet klare, wolkenlose Nächte mit guter Sicht, in denen die Bomberpiloten mehr sahen. Heute ist damit ein tolles Wetter gemeint.

Veröffentlicht: 08.11.2019 / Autor: Bjoern Krause