Springender Punkt: Woher stammt dieser Begriff?

Beim "springenden Punkt" geht es um das Wesentliche. Doch warum springt der Punkt? Haben Flöhe etwas damit zu tun? Oder Hühner-Embryos? Wir verraten dir, wie die Redensart entstanden ist.
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Schlaumeier-Wissen

  • "Das ist der springende Punkt": Der Ausdruck bezieht sich auf das wesentliche Kriterium eines Sachverhalts, auf die Kernaussage des Gesagten.

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    Die Redensart geht auf eine zoologische Schrift (Historia animalium) des griechischen Philosophen Aristoteles zurück, die er im 4. Jahrhundert verfasst hat.

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    Der Gelehrte beschäftigte sich unter anderem mit einem bebrüteten Hühnerei - und bemerkte darin einen pulsierenden roten Fleck.

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    Es handelte sich um das schlagende Herz des Kükens, das im Ei heranreifte. Beim Menschen ist es ähnlich: Auch das Herz eines Babys sieht man auf Ultraschallbildern als sich bewegenden Punkt.

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    Der Punkt, von dem das Leben ausgeht, war einst die entscheidende Entdeckung. Später dann entwickelte sich daraus die Redewendung.

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5 weitere Redewendungen - auf den Punkt gebracht

  • Dunkler Punkt = Verfehlung
    Bezieht sich auf die frühere Vorstellung, dass die Seele dunkle Flecken bekommt, wenn der Mensch etwas Unrechtes tut.
  • Ohne Punkt und Komma reden = unentwegt reden
    Redet jemand wie ein Wasserfall, fehlen im übertragenen Sinn jegliche Satzzeichen. Dann hat die Rede keine Gliederung und auch kein Ende.
  • Am toten Punkt angelangt sein = nicht weiter vorankommen
    Dahinter steckt das Prinzip einer Dampfmaschine: Wenn die Schubstange den äußersten Punkt einer Kurbel erreicht hat, ist keine Bewegung mehr möglich.
  • Wunder Punkt = Schwachstelle
    Wie auch das Substantiv "Wunde" wird der Begriff seit dem Mittelalter sinnbildlich für seelische Verletzungen und innere Verwundbarkeit gebraucht.
  • Pünktchen auf dem i = höchste Vollendung
    Bei handschriftlichen Texten werden Buchstaben mitunter unleserlich dargestellt. Manchmal fehlen auch bestimmte Teile wie das i-Tüpfelchen. Wird es gesetzt, spricht das für Sorgfalt und Perfektion.
Veröffentlicht: 31.08.2020 / Autor: Heike Predikant