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E-Bikes mieten oder kaufen - was passt zu dir?

Nie waren E-Bikes beliebter. Wer sich kein eigenes kaufen möchte, kann (sich) auf Miet-Modelle setzen. Die gibt es inzwischen in fast allen deutschen Großstädten. Wir haben uns den Trend genauer angeschaut - und Leih-E-Bike, selbstaufladendes Rad und Velomobil getestet.
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Das Wichtigste zum Thema E-Bikes

  • E-Bikes boomen. Laut Zweirad-Industrie-Verband wurden 2019 1,36 Millionen elektrische Räder verkauft. Das sind rund 40 Prozent mehr als 2018.

  • Mit dem Rad durch die Corona-Krise: Mehr Menschen setzen wieder aufs Fahrrad (und E-Bike). Als die Geschäfte nach dem Lockdown wieder öffnen durften, stieg die Nachfrage nach Rädern und Zubehör stark an.

  • Mit der wachsenden Nachfrage stiegen die Preise von 2016 auf 2020 um 26 Prozent (laut idealo-Analyse). Auch deshalb sind Leihräder so gefragt.

  • Lime ist der Platzhirsch in Sachen E-Leihgeräte. Kürzlich übernahm die Firma alle Bikes des US-Fahrdienstes Uber. Die Jump-Pedelecs mit Trethilfe haben eine Reichweite von etwa 50 Kilometern und schaffen 25 km/h.

  • 10 Prozent aller Großstädter glauben, dass das Auto langfristig aus den Städten verschwinden wird.

Für wen eignet sich ein E-Bike

  • 🚲

    Für alle, die viel im Sattel unterwegs sind und zum Beispiel damit zur Arbeit fahren. Vorteil E-Bike: Du kommst nicht so verschwitzt im Büro an! Tipp: Immer mehr Firmen beteiligen sich an den Anschaffungskosten. Deine vielleicht auch?

  • 🚵‍♀️

    Im Bergland oder im stürmischen Norden ist das E-Bike ein Segen für dich: Es hilft dir bergauf und auch bei Gegenwind.

  • 👴

    Bist du wenig mobil oder besitzt wenig Ausdauer, dann erleichtert dir ein E-Bike die Bewegung an der frischen Luft.

  • 🚴

    Die meisten E-Bike-Unfälle passieren aufgrund der höheren Geschwindigkeit. In 2017 gab es mehr als 5.000 Unfälle, in die E-Bikes verwickelt waren.

  • 🏋️

    Beim Kauf eines E-Bikes solltest du auch das Gewicht im Blick haben. Es wiegt schon mal um die 28 Kilo, die du unter Umständen auch mal über ein Hindernis wuchten musst.

  • 🏠

    Du brauchst für ein E-Bike im Idealfall einen sicheren Ort zum Abstellen - mit Stromanschluss natürlich.

Bist du ein E-Bike-Typ?

Unter Strom: So entwickelt sich der E-Bike-Markt

Was ist es: E-Bike, Pedelec, S-Pedelec?

Eigentlich sind die Räder, die E-Bike genannt werden, meist Pedelecs. Zu E-Bikes zählen Mopeds oder Motorräder mit Elektromotor, die ohne Pedalunterstützung fahren. Die musst du außerdem anmelden und brauchst dafür einen Führerschein.

Pedelecs und S-Pedelec unterscheiden sich durch die Geschwindigkeit. Ein normales Pedelec unterstützt bis 25 km/h, der Antrieb eines S- oder Speed-Pedelecs riegelt erst bei 45 km/h ab. Hierfür brauchst du eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und einen Mofa-Führerschein. Anders als beim Pedelec musst du beim S-Pedelec einen Helm tragen.

So leihst du ein Jump-Rad

Darauf solltest du beim E-Bike-Kauf achten

  • 🚲

    Einsatz-Zweck: Wo willst du dein E-Bike nutzen? Nur in der Stadt oder auch mal auf einem Feldweg. Dann käme ein E-Trekking-Rad infrage. Sportlicher wird es mit einem E-Mountainbike oder E-Rennrad. Du bist Pendler? Dann sind klappbare Modelle genau richtig für dich.

  • 🔋

    Akku: Eine Batterie mit wenig Kapazität spart Geld und Gewicht. Weit verbreitet sind Akkus mit 400 bis 500 Wattstunden, sie reichen für etwa 60 bis 80 Kilometer. Achte auch auf die Garantie: 2 Jahre oder 1.000 Ladezyklen sollten es schon sein.

  • 🔌

    Motor: Es gibt welche an der Vorder- oder Hinterradnabe und den Mittelmotor, mit dem die meisten Pedelecs fahren. Vorteil: Er sitzt in der Nähe des Fahrradschwerpunkts. Nachteil: Der Verschleiß von Kette, Ritzel und Komponenten ist höher. Räder mit Hinterradnaben-Motor können beim Bergabfahren Energie zurückgewinnen. Der Vorderradnaben-Motor ist preisgünstiger.

  • ⚙️

    Schaltung: Ob Ketten-, Naben- oder Automatikschaltung zum Einsatz kommen, hängt auch vom Motor ab. Bei einem Heckmotor ist eine Nabenschaltung zum Beispiel schwierig. Die Kettenschaltung verträgt große Krafteinwirkungen gut und eignet sich bei starken Motoren, hat aber einen höheren Wartungsaufwand als die Nabenschaltung. Die ist zuverlässig, wartungsarm und eignet sich für Stadtfahrten.

  • 👍

    Bedienung: Neben den Schalt- und Bremshebeln solltest du auch das Display gut bedienen können. Die Bedieneinheit des Antriebs gibt es in vielen Varianten. Einige haben sogar ein eingebautes Navi.

Darfst du dein E-Bike tunen?

Ein frisiertes Pedelec erreicht bis zu 80 km/h. Die Technik ist zwar frei erhältlich, getunte E-Bikes im Straßenverkehr aber verboten. Bei Polizeikontrollen waren die Manipulationen bisher allerdings meist schwer nachweisbar.

Seit Mai 2019 gibt es eine bundesweite DIN-Norm für E-Bike-Motoren. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass sie nicht leicht zu manipulieren sind. Allein in Berlin hatten sich Unfälle mit Elektrofahrrädern innerhalb eines Jahres um 79 Prozent erhöht.

Tuning-Falle: Freiheitsstrafen drohen

Wenn ein Fahrer einen Unfall mit einem getunten E-Bike verschuldet, kann er mit seinem privaten Vermögen für die Schäden haftbar gemacht werden - weil die Privathaftpflicht-Versicherung erlischt. In Bayern drohen zudem Freiheitsstrafen.

Frisiertes Fahrrad: Das angeblich schnellste E-Bike der Welt

Veröffentlicht: 02.09.2020 / Autor: Melanie Khoshmashrab