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Steuererklärung: Warum sie sich gerade für dich lohnen kann

Die Steuererklärung ist lästig und langweilig? Aber sie kann sich für dich "auszahlen". Denn im Schnitt kriegt jeder etwa 1.000 Euro vom Staat zurück! Wie du das meiste rausholst, warum du sie jetzt machen solltest und welche kuriosen Steuern es schon gab.

Das Wichtigste zum Thema Steuererklärungen

  • Wer Geld verdient, muss Steuern zahlen. Wenn du angestellt bist, geht das jeden Monat automatisch von deinem Gehaltszettel weg.

  • Je mehr du verdienst, desto mehr Steuern zahlst du - auch prozentual. Das nennt man progressives Steuersystem. Für Topverdiener liegt der Spitzensteuersatz bei 45 Prozent.

  • Aber auch wenn du weniger verdienst, lohnt sich eine Steuererklärung. Denn oft hast du Anspruch darauf, Geld zurückzubekommen: im Bundes-Durchschnitt 1.000 Euro. Und das ohne schmierige Tricks.

  • Wir verraten dir Tipps, wie das gelingt, und erklären, was es mit Steuern überhaupt auf sich hat.

Das musst du zur Steuererklärung wissen

  • 👩‍🔧

    Wenn du selbstständig oder Rentner bist, musst du in jedem Fall eine Steuererklärung abgeben.

  • 💸

    "Normal" Angestellte sind dazu nicht verpflichtet. Denn die haben ja schon Einkommenssteuer gezahlt. Aber gerade für sie lohnt es sich, denn sie können oft Geld zurückfordern.

  • 📆

    Wenn du als Angestellter deine Steuererklärung freiwillig abgibst, kannst du dir sogar 4 Jahre dafür Zeit lassen. Für alle anderen ist der 31. Juli Stichtag. Wer das verstreichen lässt, muss eine Strafe zahlen.

  • 🔙

    Übrigens: Wenn du deine Steuererklärung freiwillig abgibst und Steuern nachzahlen müsstest, kannst du sie auch einfach wieder zurückziehen - und bist fein raus.

Diese 6 Ausgaben kann jeder von der Steuer absetzen

Machst du deine Steuererklärung selbst?

Kompliziert, aber gerechter: das progressive Steuersystem in Deutschland

Okay, jetzt wird's ein bisschen komplizierter. Aber es lohnt sich, dranzubleiben. Versprochen!

In Deutschland steigt die Steuerbelastung mit dem Einkommen. Auch prozentual. Bis zum Spitzensteuersatz von 45 Prozent, der für einen Ledigen ab einem Einkommen von 265.327 Euro pro Jahr fällig wird. Von da an bleibt der Steuersatz konstant.

Das heißt aber nicht, dass der Topverdiener 45 Prozent seines Einkommens an den Staat überweist. Sondern, dass jeder Euro über der Grenze von 265.327 Euro mit 45 Prozent besteuert wird. Vom 265.328. Euro an bekommt der Staat also 45 Cent, der Topverdiener 55 Cent.

Da zum Beispiel die ersten verdienten 9.408 Euro im Jahr für jeden steuerfrei sind, zahlt auch er für die keinen Cent an den Staat. Von da gilt für jeden zusätzlichen Euro ein Steuersatz, der mit steigendem Einkommen stufenweise ebenfalls höher wird. Daher der Name: progressiver Steuersatz.

Wer hat sich überhaupt Steuern einfallen lassen?

Jeder leistet einen Beitrag, damit öffentliche Aufgaben finanziert werden können. Dabei ist die Zahlung nicht zweckgebunden. Das ist die Idee hinter den Steuern.

Und die ist schon steinalt: Erste Belege über staatliche Abgaben stammen aus Ägypten und sind etwa 5.000 Jahre alt. Damals erhob der ägyptische Staat eine "Erntesteuer".

Erst mit der Zeit entwickelte sich das komplexe Steuersystem, das es heute gibt. Der Vorläufer unseres heutigen Steuersystems wurde 1891 im deutschen Kaiserreich eingeführt. Seitdem richtet sich die Steuerlast nach der Höhe des Einkommens.

Davor wurden teils kuriose Steuern erhoben. Wir haben dir die 5 verrücktesten herausgesucht:

Das sind die kuriosesten Steuern aller Zeiten:

  • 🧔

    Hipster aufgepasst: Zar Peter der Große führte 1698 eine Steuer auf Bärte ein. Einfach weil er Bärte nicht modern fand. Erst 1772 schaffte Katharina die Große die Bartsteuer wieder ab.

  • 💇‍♂️

    1701 verfügte König Friedrich I. in Preußen eine Steuer auf Perücken. Der Grund: Er brauchte Geld, und Perücken kamen gerade in Mode.

  • 🏠

    Ab 1798 zählte man in Frankreich Fenster und Türen eines Hauses, um daraus die Steuer zu errechnen. Um die Tür-und-Fenster-Steuer zu drücken, mauerten manche Franzosen kurzerhand ihre Fenster zu.

  • 🚾

    "Geld stinkt nicht", so rechtfertigte der römische Kaiser Vespasian (9 bis 79 n. Chr.) seine Latrinensteuer für öffentliche Toilettenbesuche. Das Sprichwort ist geblieben, die staatliche Urin-Abgabe nicht.

  • 👩

    Eine Jungfernsteuer hatten Frauen zu zahlen, die zwischen 20 und 40 Jahre alt und unverheiratet waren. In Berlin wurde sie zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhoben, 2 Groschen im Monat kostete Frauen das Single-Leben. Zum Glück inzwischen unvorstellbar.

Diese Apps helfen dir bei der Steuererklärung

Eine Vielzahl von Steuer-Apps versprechen dir Unterstützung bei deiner Steuererklärung. Alle kosten um die 20 bis 30 Euro pro Steuererklärung. Hier die bekanntesten:

🏃‍♂️ Taxfix verspricht, dass die Steuererklärung in 22 Minuten fertig ist - und im Durchschnitt winken laut Anbieter mehr als 1.000 Euro Rückzahlung.

🛡️ Smartsteuer xpress wirbt mit einer Kundenbewertung von 4,9 von 5 Sternen. Und TÜV-geprüfter Software.

💬 Der Steuerbot geht spielerisch an das Ganze heran. In einem Chat antwortet man auf Fragen - und das Programm bastelt daraus die Steuererklärung.

Veröffentlicht: 23.07.2020 / Autor: Johannes Korsche

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