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Stonehenge - Steinkreis

Stonehenge: weitere Rätsel um den mysteriösen Steinkreis gelöst

Das Monument Stonehenge in Süd-England gibt uns seit tausenden Jahren Rätsel auf. Einige konnten jetzt mit Hilfe lang verschollener Bohrproben gelöst werden. Wir verraten dir, welche. Im Clip: Leben wie ein Steinzeit-Mensch - ein Experiment.
Stonehenge: weitere Rätsel um den mysteriösen Steinkreis gelöst
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Das Wichtigste zum Thema Stonehenge

  • Rund 2.500 vor Christus errichteten Menschen der Jungsteinzeit Stonehenge in Südengland. Erste Gräben und Wälle schaufelten sie sogar schon vor 5.000 Jahren. In einem Erdwall standen 30 Steinquader, die wiederum mit 30 Decksteinen zu einem Kreis verbunden waren. Darin standen nochmals 5 Steintore, angeordnet wie ein Hufeisen.

  • Wozu das Monument genau diente, ist unklar. Fest steht, dass die Steine auf die Sonne ausgerichtet sind. Einige Theorien sehen in Stonehenge einen religiösen Kultort, andere eine Begräbnisstätte oder einen Kalender. Wahrscheinlich stimmt von allem etwas. Genutzt wurde der Ort wohl bis in die Bronzezeit, 1.500 vor Christus.

  • Die Steine wiegen jeweils bis zu 30 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von 8 Nashörnern. 1958 entnahmen Restauratoren mithilfe von Bohrern Kernproben von den Megalithen. Die Proben verschwanden auf mysteriöse Weise, bevor sie untersucht werden konnten. Kürzlich wiederentdeckt, liefern sie nun neue Erkenntnisse.

  • Willst du mehr über das spektakuläre Verschwinden der Bohrkerne wissen und warum aus einem ein "Pensionsgeschenk" wurde? Wir erklären die neusten Forschungsergebnisse, wie Stonehenge überhaupt erbaut wurde und was es mit den unterschiedlichen Steinen auf sich hat.

Stonehenge - Das Geheimnis der Steine

Forschende bezeichnen die aufgerichteten Steine als Sarsen. Auf ihnen ruhen wie ein Dach die horizontalen Lintels. Diese Tore ergaben den äußeren Kreis und das innere Hufeisen. Hinzu kommen die kleineren Bluestones. Sie stehen zwischen Sarsen-Kreis und Hufeisen und bilden ihrerseits Formationen.

1958 fanden Restaurationsarbeiten statt. Dabei entnahmen Arbeiter aus einem Sarsen 3 gut 1 Meter lange Bohrkerne. Sie wurden aber nie untersucht, sondern verschwanden. Bis einer der Restauratoren sich kurz vor seinem Tod aus den USA meldete und einen Bohrkern zurückgeben wollte. Dieser hatte den Bohrkern erst in seinem Büro in der Firma ausgestellt - und durfte ihn später als Andenken mit nach Hause nehmen.

Stonehenge Restauration 1958


1958 wurde Stonehenge restauriert.
© Imago Images / ZUMA/Keystone

Somit konnte der Bohrkern 60 Jahre nach seiner Entnahme untersucht werden. Ein Team der Universität Brighton veröffentlichte eine Studie über die Zusammensetzung. Die ergab:

  • Die Kolosse stammen aus West Woods, 25 Kilometer nördlich von Stonehenge.
  • Die Steine bestehen aus einer Art natürlichem Quarzzement mit ineinandergreifenden Kristallen. Das macht die Sarsen hart und widerstandsfähig und zu idealen Tragsteinen.
  • Einige Sandkörner, aus denen sich die Sarsen zusammensetzen, sind 1,6 Milliarden Jahre alt.

Die Geschichte regte die Suche nach den anderen verschollenen Bohrkernen an. Einer wurde 13 Kilometer entfernt im Museum von Salisbury gefunden. Kurios: Er lag als "Bohrkern von Stonehenge" beschriftet im Lager - ohne dass sich jemand je darum gekümmert hatte. Wo der dritte Bohrkern geblieben ist, bleibt ein Rätsel.

So untersuchte Forscher David Nash die Steine

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Der Grundriss von Stonehenge

Grundriss und Ausrichtung von Stonehenge

Die Funktion der Steine

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    Opferstein: Der "Slaughter Stone" liegt dort, wo die "Avenue" durch den Erdwall auf das Monument zuführt. Den Namen verdankt er einem Mythos. Ende des 18. Jahrhunderts ging man davon aus, dass Druiden dort früher Opferzeremonien veranstalteten. Heute sehen Forschende in ihm eher einen Eingang zum Monument.

  • 💥

    Altarstein: Dieser Sandsteinblock lag genau auf der Sonnenachse im Hufeisen. Am Tag der Wintersonnenwende fiel die untergehende Sonne durch das größte Steintor an der Stirn des Hufeisens genau auf diesen Stein. Er stammt wohl aus Südost-Wales. Seinen Namen erhielt er, weil er direkt in der Mitte positioniert war.

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    Fersenstein: Der "Heel Stone" steht aufrecht nordöstlich auf der Avenue. Er bildet eine Achse mit dem Steinkreis. Wer in der Mitte des Kreises steht, sieht am Tag der Sommersonnenwende die Sonne links vom Heel Stone aufgehen. Hier könnte noch ein 2. Stein gestanden haben. Zusammen bildeten die Steine einen Rahmen für die Sonne.

  • 🚧

    Station Stone: Diese 2 Steine positionieren sich diagonal gegenüber am inneren Rand des Erdwalls. Denken sich Betrachtende von jedem der Steine gerade Linien am Steinkreis vorbei, ergeben diese ein exaktes Rechteck. Im Zentrum liegt der Steinkreis. Während die Station Stones 2 Ecken bilden, bilden Nord- und Südgrabhügel die anderen. Die Station Stones wurden vielleicht schon vor dem Steinkreis aufgestellt - und dienten als Markierung bei dessen Bau.

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    Nord- und Südgrabhügel: Auf ihnen standen wahrscheinlich 2 Station Stones. Sie bilden die anderen 2 Ecken des gedachten Rechtecks. Obwohl sie im Englischen "Barrow" heißen, was auch Grabhügel bedeutet, befanden sich darunter nie Gräber. Spätere Generationen hielten sie irrtümlich dafür - und kamen so auf die Namen.

  • 🔥

    Aubrey-Löcher: Die 56 Löcher sind nach ihrem Entdecker John Aubrey benannt. Sie bilden einen Kreis am inneren Rand des Erdwalls. Es steckten Holzpfähle oder Steine darin. In und um die Aubrey-Löcher wurde Asche von Feuerbestattungen gefunden. Insgesamt sollen 64 Aschestellen von 150 Toten gefunden worden sein. Das macht Stonehenge zum größten Steinzeit-Friedhof, der in Großbritannien entdeckt wurde.

  • 🕳

    Y- und Z-Löcher: Sie gehören zu den letzten Elementen, die die Erbauer 1800 bis 1500 vor Christus hinzufügten. In 2 Ringen umgeben sie den Steinkreis. Den inneren Ring bilden die Z-Löcher, den äußeren Ring die Y-Löcher. Eine Theorie besagt, dass sie für ein neues Arrangement der Steine benutzt werden sollten, zu dem es aber nie kam.

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Allein das Aufstellen der Steine soll 50 Jahre gedauert haben. Insgesamt gab es über...
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Stonehenge in Kürze

  • ⁉️

    Was zeigt Stonehenge den Menschen an?

    Stonehenge ist exakt auf den Sonnenverlauf zur Sommer- und Wintersonnenwende ausgerichtet. Wobei Letztere wichtiger gewesen zu sein scheint. Eine Theorie lautet, dass zu dieser Zeit hier Feste gefeiert wurden. Die Sonne begann danach langsam Tag für Tag höher zu steigen, das Land zu erwärmen. Nach dem kalten Winter gab es Hoffnung auf neues Leben.

  • ⁉️

    Was ist an Stonehenge so besonders?

    Es ist der einzige berechnete Steinkreis weltweit, der erhalten ist. Dass Menschen der Jungsteinzeit in Europa solch große und schwere Steine so weit transportierten, sie aufrichteten und mit Werkzeug bearbeiteten, macht Stonehenge zu einem architektonisch einzigartigen Monument. Ebenfalls einzigartig für Europa ist die geometrische Ausrichtung des gesamten Areals nach den astronomischen Regeln der Sonnenlaufbahn.

  • ⁉️

    Ist Stonehenge ein Weltwunder?

    Nein, Stonehenge zählt nicht zu den 7 Weltwundern der Antike. 1986 wurde es allerdings in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

  • ⁉️

    Wer hat Stonehenge erbaut?

    Die genauen Erbauer sind nicht bekannt. Forschende glauben, dass es sich um Bauern und Hirten handelte. Für diese Menschen hatten Jahreszeiten eine große Bedeutung. Fachleute schließen aus, dass Druiden involviert waren, wie romantisierende Vorstellungen dies oft behaupten. Diese Priesterkaste der Eisenzeit trat erst 700 vor Christus auf. Die Sagengestalt Merlin hatte beim Bau ebenso wenig ihre Finger im Spiel wie Außerirdische.

Veröffentlicht: 04.12.2021 / Autor: Sven Hasselberg