Ein Sportler isst eine Banane

Radioaktive Strahlung im Alltag: Wo gibt's die überall?

Beim Fliegen, Bananen-Essen, im Haus, beim Röntgen - du bist im Alltag überall radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Welche Werte sind unbedenklich?

Natürliche und künstliche Strahlung

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    Menschen sind ständig in Kontakt mit radioaktiver Strahlung. Geringe Mengen verkraftet der Körper ohne Schaden.

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    Es gibt kosmische Strahlung aus dem Weltall, terrestrische Strahlung aus Böden und Gestein und vom Menschen erzeugte Strahlung aus der Kernkraft.

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    Natürliche Strahlung bekommst du etwa beim Essen und Atmen und beim Aufenthalt in Gebäuden ab.

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    Auf Bergen und beim Fliegen bist du Höhenstrahlung ausgesetzt. Auf der Zugspitze etwa herrscht das 4-fache an Strahlung als an der Küste.

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    Die meiste künstliche Strahlung bekommen Menschen durch medizinische Behandlungen und Diagnostik ab: etwa beim Röntgen und im Computertomografen.

  • 35 Prozent der Deutschen sorgen sich wegen Strahlung. Das ergab eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz. Für mehr Infos, scrollen.

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    Das Edelgas Radon sorgt bei uns für die größte jährliche Strahlenbelastung. Es dringt in Gebäude und wir atmen es ein - eine unterschätzte Gefahr!

Strahlung im Alltag

Quelle: www.bfs.de

Strahlenschutz: Der Tschernobyl-Reaktor heute

Um die Strahlungen einzudämmen, wurde eine riesige Kuppel über den Unglücksreaktor von Tschernobyl gebaut. Als erstes Fernsehteam hat Galileo einen Blick unter den Schutzmantel werfen dürfen.

Deutsche wünschen sich mehr Aufklärung beim Strahlenschutz

  • Für eine Studie befragte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) 2019 rund 2.000 Personen zum Thema Strahlung im Alltag.

  • Rund 1/3 der Bevölkerung sorgt sich, zu viel Strahlung abzubekommen und fühlt sich nicht gut informiert.

  • Die Risiken aus Kernkraft werden laut BfS überschätzt, die vom radioaktiven Gas Radon hingegen unterschätzt.

  • Nach dem Rauchen soll Radon die häufigste Ursache für Lungenkrebs sein. Um die hohe Gefahr wissen laut Umfrage nur rund 23 Prozent der Deutschen.

  • Ein neuer Radon-Maßnahmeplan mit Messungen an Arbeitsplätzen soll künftig für mehr Schutz sorgen.

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Die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Folgen

Am 26. April 1986 explodierte im Atomkraftwerk Tschernobyl der Reaktor-Block 4. Radioaktive Teilchen wurden tausende Meter hoch in die Atmosphäre geschleudert. Luftströme tragen gesundheitsgefährdende Stoffe über ganz Europa. Was waren die Folgen?

So viel Strahlung bist du ausgesetzt

  • In Deutschland bekommst du jährlich eine effektive Strahlendosis von durchschnittlich rund 2,1 Millisievert ab.
  • Die Strahlenbelastung schwankt zwischen 1 und 10 Millisievert pro Jahr, je nachdem in welcher Region du wohnst und welchen Lebensstil du pflegst.
  • 20 Millisievert ist laut Strahlenschutzgesetz der Grenzwert der Strahlenbelastung, der Menschen im Beruf pro Jahr ausgesetzt sein dürfen. Arbeitsbereiche mit hoher Strahlenbelastung finden sich etwa in der Medizin, Industrie, Luftfahrt und Kerntechnik.

Alles Banane!

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    Bananen sind leicht radioaktiv. Sie enthalten das Kalium-Isotop K-40. Eine Banane strahlt mit 12 Becquerel. Beim Verzehr einer Banane nimmst du 0,1 Mikrosievert auf.

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    Keine Panik! Du kannst sie trotzdem ohne Bedenken verzehren. Für eine schädliche Strahlenmenge müsstest du hunderte Bananen pro Sekunde verputzen.

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    Forscher:innen verdeutlichen gerne mit Bananenmengen die Belastung mit Radioaktivität. Sie nutzen das sogenannte Bananendosen-Äquivalent.

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    2020 wurde am Forschungsreaktor in Garching bei München Radioaktivität freigesetzt. Die Pressesprecherin griff auf den Bananen-Vergleich zurück.

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    Laut Süddeutscher Zeitung sagte sie: Jemand, der 30 Tage lang jeden Morgen eine Banane esse, habe danach die gleiche Strahlendosis abbekommen, wie sie beim Zwischenfall emittiert wurde.

5 Geheimnisse über Bananen

Die Deutschen lieben Bananen. Rund 12 Kilo Bananen isst jede pro Jahr. Hier kommen 5 Geheimnisse über die gebogene Frucht.

Radioaktivität verrät das Alter der Knochen

Wie stachen sich Menschen vor 2.700 Jahren Tattoos? Mit einem Werkzeug-Set aus Knochen. Dieses fanden Archäolog:innen auf Tonga im Südpazifik. Das Alter des Fundes bestimmten sie mit der Radiokarbon-Methode (C-14). C-14 ist ein radioaktives Kohlenstoff-Isotop und zerfällt in einer konstanten Rate. Die Menge von C-14 im Knochen hilft den Forscher:innen bei der Altersbestimmung.

ältestes Tätowierwerkzeug


Diese Knochen fanden Forscher auf Tonga. Das Alter analysierten sie mit der Radiokarbon-Methode.
© picture alliance/dpa

Die Maßeinheiten Sievert und Becquerel

Becquerel (Bq)

Die Maßeinheit gibt die Radioaktivität (etwa von Lebensmitteln) an. Sie besagt, wie oft eine radioaktive Substanz pro Zeiteinheit zerfällt. Benannt ist sie nach dem Physiker Antoine Henri Becquerel.

Sievert (Sv)

Die Maßeinheit gibt die Strahlenbelastung auf das menschliche Gewebe pro Zeiteinheit. 1 Sv = 1.000 Millisievert (mSv), 1 mSv = 1.000 Mikrosievert (μSv).

Veröffentlicht: 25.04.2021 / Autor: Alena Brandt