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Superhelden anschauen - schon fühlt man(n) sich gut

Männer müssen Superhelden nur betrachten - schon fühlen sie sich besser, zeigt eine psychologische Studie. Und: Wie in der Superhelden-Therapie Wolverine, Aquaman, Captain Marvel & Co. Menschen mit Ängsten helfen.

Was Männer empfinden, wenn sie Superhelden anschauen - Interview mit Psychologin Prof. Dr. Kathrin Schütz

  • Sie und Ihre Kollegin Mona Mylonas haben für eine Studie 368 Männer gefragt, wie gut sie sich in ihrem Körper fühlen, wenn sie sich Bilder von Superhelden anschauen. Was kam dabei heraus?

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    Die Bilder wirkten sich nicht negativ auf das Selbstwertgefühl der Männer aus - eher im Gegenteil. Was vor allem verblüffte: Je weniger ein Mann dem körperlichen Ideal eines Superhelden entsprach, desto besser fühlte er sich beim Anschauen der Bilder.

  • Wie lässt sich das psychologisch erklären?

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    Für die Betrachter spielten vermutlich vor allem die positiven Eigenschaften eine wichtige Rolle. Männer können sich also sogar mit ihren Körpern gut fühlen, wenn sie zu derart muskulösen Superhelden aufsehen. Dass man selbst nicht diesem Idealbild entspricht, rückt in den Hintergrund, wenn man sich innerlich genauso stark wie die Helden fühlt. Dafür ist Schönheit ja kein Indiz.

  • Zählten für die Männer also die inneren Eigenschaften von Superhelden mehr als deren muskulöse Körper?

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    Werbebilder mit gestählten Männern haben beispielsweise eine andere Wirkung. Der Vergleich bewirkt ein eher schlechtes Körpergefühl. Bei den Superhelden hingegen zählen tatsächlich eher heroische Eigenschaften wie Mut, Erfolg oder gute Taten. Davon fühlen sich die Männer im Herzen gar nicht so weit weg. Etwa, wenn sie für ihre Liebste Ungeziefer im Haus eliminieren.

  • Sie haben vor der Studie die Superhelden über einen Test in attraktiv und unattraktiv eingeteilt. Welcher Superheld wurde denn Schönheitskönig?

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    Zu den muskulösesten und attraktivsten Superhelden wählten die Probanden Batman, Superman und Thor. Als eher unattraktiv galten Spiderman, The Flash und Green Lantern.

Prof. Dr. Kathrin Schütz lehrt Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius.

Superhelden als Therapeuten

Die Psychologin Dr. Janina Scarlet aus den USA entwickelte die "Superhelden Therapie". Anstoß dafür war ihre eigene Geschichte.

Als junges Mädchen war sie in ihrer Heimat, der ehemaligen Sowjetunion, nuklearer Strahlung ausgesetzt. Als sie später in die USA zog, wurde sie deshalb in der Schule oft gehänselt. Mit den X-Men Kinofilmen wendete sich ihr Leben. Die 15-Jährige identifizierte sich mit der körperlichen Andersartigkeit der Figuren und dem Wunsch, zu helfen. Sie gewann wieder Selbstbewusstsein.

Janina Scarlet wurde Psychologin und therapiert Menschen mit Ängsten, Traumata und Depressionen. Die Geschichten von Superhelden sollen dabei helfen, Veränderungen anzustoßen und sich selbst nicht als Versager zu betrachten. Auch in Corona-Zeiten bietet sie Superhelden-Hilfe an.

Webinar mit Superhelden-Therapeutin

Du hast eine Spinnenphobie? Schau Spiderman!

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    In einer Expositions-Therapie konfrontiert sich jemand mit seinen Ängsten. Israelische Psychologen fanden in einer Studie heraus: Spiderman kann gegen Spinnenphobie wirken. Nachdem Probanden 7-sekündige Ausschnitte des Films sahen, sank ihre Angst um bis zu 20 Prozent.

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Superman - mit ihm fing alles an

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    Superman gilt als Vater aller Superhelden: ein Mann mit übermenschlichen Kräften im blauen Turnanzug und mit rotem Umhang.

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    1933 erfanden die Amerikaner Jerry Siegel und Joe Shuster den Comic-Helden. Aber erst 1938 druckte ein Verlag die Geschichte.

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    6 Jahre klopften die Superman-Erfinder erfolglos bei Verlagen an. Auch bei "Action Comics" hatte die Story zunächst nur den Status als Lückenfüller. Aber die Fans liebten Superman sofort.

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    Heute liefern sich die Verlags-Giganten DC und Marvel eine Schlacht um die beliebtesten Superhelden.

Veröffentlicht: 24.07.2020 / Autor: Alena Brandt

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