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Supermacht China: Stell dir vor, du arbeitest in einer Firma mit 1,4 Milliarden Menschen

China wird von seinen Politikern wie ein gigantisches Wirtschaftsunternehmen geführt und möchte überall auf der Welt seinen Einfluss ausbauen. Wo es schon Supermacht ist - und was seine nächsten Ziele sind.

Wo China schon besser ist als der Rest der Welt

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    Innovation - made in China: 2019 wurden 59.000 Patente eingereicht. Damit sind die USA erstmals seit 41 Jahren nicht mehr Spitzenreiter bei Patent-Anmeldungen.

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    China ist der größte Markt für Elektro-Fahrzeuge. 2019 wurden dort 1,2 Millionen E-Mobile zugelassen. Zum Vergleich: Die USA liegen mit 324.000 Neuzulassungen auf Rang zwei.

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    Bis 2025 will die chinesische Regierung zudem weltweit führender Hersteller bei Telekommunikation, Eisenbahn und elektrischer Stromversorgung sein.

Die größten Bau-Projekte

Die Macht des Militärs

  • Noch haben die USA die Nase vorn, aber: China hat sich vom Waffen-Importeur zum zweitgrößten Produzenten weltweit entwickelt. Ein Großteil der Produktion wird vom chinesischen Militär aufgekauft.

  • Nach Angaben von US-Geheimdiensten ist China beim Bau von Mittelstrecken-Raketen, Hyperschall-Waffen und Raketenabwehr-Systemen weltweit führend.

  • Das Land steckt viel Geld in die Entwicklung von Quantencomputern - damit kann Verschlüsselung besser geknackt und gegnerische Ziele präziser erfasst werden. Die USA investierte in den letzten 4 Jahren 450 Millionen Dollar in diese Technologie, China allein 10 Milliarden Dollar in den Aufbau des nationalen Zentrallabors für Quantenrechner.

Die größten Städte

Wo China seinen Einfluss ausbauen will

  • Das Großprojekt der chinesischen Führung ist die Neue Seidenstraße. Mit ihr soll ein neues Handelsnetzwerk zwischen Asien, Afrika und Europa entstehen. Dafür baut China Häfen und Bahnstrecken und gewährt Kredite für Bauprojekte, chinesische Firmen bekommen dann den Auftrag. 900 Milliarden Dollar sollen in über 68 Ländern investiert werden.

  • In Afrika will man sich Zugang zu Rohstoffen sichern. Hier bauen chinesische Firmen Eisenbahnlinien und Flughäfen. Das Geld dafür hat China den afrikanischen Staaten aber oft nur geliehen. So machen sie sich abhängig vom Reich der Mitte.

  • Auch in Südamerika verschafft sich China vor allem über Geld Einfluss. Über Kredite an lateinamerikanische Staaten werden Kohlekraftwerke, Staudämme und Öl-Raffinerien gebaut.

Erst überwacht, dann bestraft: Wie China seine Bürger scannt

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    China führt ein Social Credit System ein. Abhängig vom sozialen, politischen und finanziellen Verhalten bekommen die Bürger Plus- oder Minuspunkte. Wer seine Steuern nicht bezahlt oder bei Rot über eine Ampel läuft, verliert Punkte. Das kann sich auf die Karriere auswirken oder auch schon den Kauf von Flug- oder Zugtickets blockieren. Personen mit besonders wenigen Punkten werden öffentlich an den Online-Pranger gestellt.

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    600 Millionen Überwachungskameras sollen in China installiert sein, schätzen Experten. Ziel ist die lückenlose digitale Überwachung der Bürger - unter anderem mit Gesichtserkennung. 118 Millionen Chinesen bezahlen bereits Einkäufe per Gesichts-Scan.

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    Accounts bei sozialen Netzwerken und Online-Diensten müssen mit einer Handy-Nummer bestätigt werden. Dafür aber muss man sein Gesicht scannen lassen. So lassen sich Aktivitäten im Internet zurückverfolgen.

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    In Zeiten der Corona-Pandemie bekommen Chinesen einen Gesundheits-Code auf das Smartphone geschickt. Er wertet aus, wo die Person zuletzt war und wie ihr Gesundheitszustand ist. Die Farbe des Codes zeigt an, was erlaubt ist: Grün bedeutet keine Einschränkung, gelb 7 Tage Quarantäne, rot sogar 14 Tage.

So groß ist der chinesische Einfluss auf Europa

  • Huawei will weltweit 5G-Mobilfunknetze ausbauen. Die US-Regierung wirft dem chinesischen Telekommunikations-Konzern eine zu große Nähe zu den Machthabern in Peking vor und befürchtet Spionage.

  • China versucht seit Jahren, europäische Firmen zu übernehmen. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Roboter-Hersteller Kuka aus Augsburg. Die Befürchtung von Kritikern: Wertvolles Know-how fließt nach Fernost ab.

  • Die Marktmacht Chinas ist inzwischen so groß, dass selbst europäische Konzerne aus Angst vor dem Verlust von Marktanteilen in dem Land auf Kritik verzichten. So hatte Daimler in einer Werbe-Anzeige ein Zitat des Dalai Lama verwendet - und entschuldigte sich kurz darauf. Ähnlich zahm reagierten Unternehmen auf den Umgang Chinas mit den Uiguren oder den Protesten in Hongkong.

Veröffentlicht: 14.05.2020 / Autor: Johannes Huyer

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