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Swing States: Warum sich hier die US-Wahl entscheidet

Am 3. November wird in den USA gewählt. US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden konzentrieren sich im Wahlkampf auf die Swing States - weil hier die Entscheidung fällt. Im Clip: So funktioniert die US-Wahl.
Teaserbild: Swing States: Warum sich hier die US-Wahl entscheidet

Die Lage im US-Wahlkampf

  • In Umfragen vor der US-Wahl liegt Herausforderer Joe Biden vor dem Amtsinhaber, US-Präsident Donald Trump.

  • In einigen Bundesstaaten liegt ein Kandidat klar in Führung: Biden dominiert unter anderem in Kalifornien, New York oder Massachusetts. Kansas, Oklahoma und Tennessee scheinen klar an Trump zu gehen.

  • Beide Kandidaten führen daher vor allem in ausgewählten Bundesstaaten Wahlkampf, den sogenannten Swing States.

  • In diesen Bundesstaaten erreichen beide in Umfragen ähnliche Werte - folglich entscheiden hier noch unentschlossene Wähler die Wahl.

Darum sind die Swing States so wichtig

  • Der US-Präsident wird nur indirekt vom Volk gewählt. Die US-Bevölkerung wählt Wahlmänner und -frauen - das Electoral College. Die entscheiden wiederum über den US-Präsidenten.

  • Jeder Bundesstaat stellt unterschiedlich viele Wahlmänner, abhängig von der Bevölkerungszahl.

  • Der Präsidentschaftskandidat, der in einem Bundesstaat die Mehrheit der Stimmen bekommt, erhält meist alle Wahlmänner dieses Bundesstaats.

  • Nach diesem "Winner takes all"-Prinzip wird also nicht der Kandidat Präsident, der die meisten Wählerstimmen hat. Entscheidend ist die Zahl der Wahlmänner.

  • In den USA gibt es 538 Wahlmänner. Der Kandidat, der als erstes 270 Wahlmänner auf seiner Seite hat, wird US-Präsident.

  • In den Swing States ist die Zahl der unentschlossenen Wähler groß. Entsprechend viele Wahlmänner kann ein Kandidat hier für sich gewinnen.

Das sind die wichtigsten Swing States

So schwierig sind Prognosen bei der Präsidentschafts-Wahl

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    Bei der letzten US-Präsidentschaftswahl galt Hillary Clinton in den Prognosen noch am Wahlmorgen als klare Favoritin - ähnlich wie jetzt Joe Biden.

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    Besonders "unberechenbar" ist das "Winner takes all"-Prinzip bei den Wahlmännern.

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    So reicht es, wenn ein Kandidat in mehreren Swing States mit einem hauchdünnen Vorsprung gewinnt - er bekommt dann alle Wahlmänner aus diesen Staaten.

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    Ungenau werden Umfragen oft auch durch eine nicht-repräsentative Auswahl der Befragten.

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    Bei Online-Umfragen nehmen eher jüngere Leute teil, bei Telefonanrufen eher ältere. Zudem wollten 2016 viele Menschen im Vorfeld nicht offen zugeben, Trump zu wählen.

Republikaner oder Demokraten: So wählen die US-Bundesstaaten typischerweise

Wahl 2016: Wie die Swing States Trump zum Präsidenten machten

  • Besonders 3 Bundesstaaten überraschten bei der Wahl 2016: Pennsylvania, Michigan und Wisconsin.

  • Viele Jahre lang siegte hier stets der demokratische Präsidentschafts-Kandidat. 2016 aber gingen die Wahlmänner aus diesen Staaten an den Republikaner Donald Trump.

  • Dabei waren die Mehrheiten für Trump knapp: Zwischen 10.000 und 44.000 Menschen mehr stimmten für ihn statt für Gegnerin Hillary Clinton.

  • Doch durch das "Winner takes all"-Prinzip gingen alle Wahlmänner dieser 3 Bundesstaaten an ihn - insgesamt 46.

  • Trump gewann die Wahl mit einem Vorsprung von 77 Wahlmännern - auch die Swing States Ohio (18 Wahlmänner) und Florida (29 Wahlmänner) sicherten seinen Sieg.

Wie Florida 2000 über die US-Wahl entschied

Die Präsidentschaftswahl 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore gilt als eine der knappsten der US-Geschichte. Der Republikaner Bush gewann mit 5 Wahlmännern Vorsprung vor dem Demokraten Gore.

Der Swing State Florida entschied damals die Wahl. Hier konnte Bush sich dank des hauchdünnen Vorsprungs von 537 Stimmen alle 25 Wahlmänner sichern.

Die Stimm-Auszählung dauerte über einen Monat. Am Ende stoppte der oberste Gerichtshof, der Supreme Court, die Nachzählung in bestimmten Wahlkreisen und ebnete den Weg für Bushs umstrittenen Wahlsieg.

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Veröffentlicht: 27.10.2020 / Autor: Johannes Huyer