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Township Johannesburg Alexandra

Township: Wie ist das Leben in Südafrikas Armen-Viertel?

In den 1990er-Jahren endete in Südafrika offiziell die Rassen-Trennung (Apartheid). Die jahrzehntelange Diskriminierung hat aber tiefe Spuren hinterlassen. Für viele hat sich das Leben im Township bis heute nicht spürbar verbessert. Hier bekommst du einen Einblick.
Township: Wie ist das Leben in Südafrikas Armen-Viertel?
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Townships: Warum gibt es sie und wer lebt dort?

  • Der Ausdruck "Apartheid" meint im wörtlichen Sinne so viel wie "Trennung" oder "Gesondertheit". In Südafrikas Geschichte steht er für die systematische Ausgrenzung der nicht-weißen Mehrheitsbevölkerung.

  • Ein Bestandteil der strukturellen Diskriminierung war die Errichtung von Townships: abgesonderten Wohnvierteln mit niedrigem Lebensstandard.

  • Das Ende der Apartheid bedeutete eigentlich auch das Ende der Townships. Durch die jahrzehntelange Unterdrückung stellen sich wahrhaftige Veränderungen aber nur allmählich ein.

Townships: Unrühmliches Erbe der Apartheid

Als Townships sind heruntergekommene Wohnsiedlungen aus Wellblech-Hütten in Südafrika bekannt. Sie waren während der unterdrückenden Rassen-Trennung, der sogenannten Apartheid, allein für Nicht-Weiße.

Townships befinden sich abgeschottet außerhalb des Zentrums einer Stadt, das der weißen Bevölkerung vorbehalten war. Obwohl sie die Mehrheit ausmachen, wurde den nicht-weißen Menschen für Townships lediglich ein Bruchteil der verfügbaren Landesfläche zugeteilt.

In der Konsequenz waren die Umstände in Townships nicht annähernd mit dem Leben der Weißen im Stadtzentrum vergleichbar: zu viele Menschen auf zu wenig Raum, mangelnde Hygiene und Infrastruktur, Armut, Hunger sowie Gewalt und Kriminalität.

Mit dem Ende der Apartheid wurden die Rassen-Trennung und damit auch Townships offiziell abgeschafft. Die damaligen Verhältnisse wirken jedoch bis heute nach.

Eindrücke aus Südafrikas Townships

Soweto
Das Soweto (South Western Townships) ist eine (frühere) Township von Johannesburg....
Township Wäsche
Eine Mutter wäscht mit ihrem Kind Wäsche.
Straßenfest Soweto
Auf einem Straßenfest im Soweto werden verschiedene Brotgerichte zubereitet.
Township Khayelitsha
In der dicht besiedelten Township Khayelitsha in Kapstadt leben Schätzungen zufolge...
Johannesburg Township
Im Jahr 2011 verwüstete ein Tornado das Zuhause vieler Menschen.
Soweto
Township Wäsche
Straßenfest Soweto
Township Khayelitsha
Johannesburg Township

Apartheid: Kurzer geschichtlicher Überblick

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    Unter dem Ausdruck "Apartheid" wird die Vorherrschaft der Weißen in der Geschichte Südafrikas insbesondere ab dem Jahr 1948 zusammengefasst.

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    Zwar hat die Unterdrückung der nicht-weißen Bevölkerung bereits viele Jahre früher ihre Wurzeln. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Diskriminierung aber sogar gesetzlich festgehalten und unter anderem durch massive Polizeigewalt durchgesetzt.

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    In dieser Zeit der strikten Rassen-Trennung wurden Nicht-Weiße systematisch herabgesetzt, indem sie etwa an den Stadtrand in Townships abgeschoben wurden.

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    Ausgemachtes Ziel der Apartheid war es, die Rechte und Privilegien der weißen Menschen, die in der südafrikanischen Bevölkerung in der Minderheit waren, zu schützen. Zugleich sollten nicht-weiße Menschen als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

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    Nach vielen Jahren des Widerstands durch die Unterdrückten stimmten die Wahlberechtigten in Südafrika - die weiße Bevölkerung - im Jahr 1992 für ein Ende der Apartheid.

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    Im Jahr 1994 wurde mit Nelson Mandela der erste schwarze Präsident in Südafrika gewählt. An dieser Wahl durften zum ersten Mal alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe teilnehmen.

Freiheitskämpfer und Nobelpreisträger: Nelson Mandela

Nelson Mandela

Mit seinem lebenslangen Einsatz gegen die Apartheid war Nelson Mandela der wichtigste Wegbereiter für das Ende der Rassen-Trennung in Südafrika. Nach 27 Jahren in politischer Gefangenschaft erhielt Mandela 1993 den Friedensnobelpreis und wurde 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Im Jahr 2013 verstarb er im Alter von 95 Jahren.

Wie sieht der Alltag in (ehemaligen) Townships heute aus?

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    Allgemeine Angaben zu Lebensbedingungen sind schwierig. Zwischen Townships - und mitunter innerhalb einer Township - gibt's teils große Unterschiede. Nicht zuletzt die unübersichtliche Anzahl an Einwohner:innen ist noch immer eine große Herausforderung.

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    Vielerorts bestimmen trotz des Endes der Apartheid Armut und Arbeitslosigkeit den Alltag. Mehr als die Hälfte der Einwohner:innen - vor allem Nicht-Weiße - leben unter der nationalen Armutsgrenze. Bei den 15- bis 24-Jährigen finden zwei Drittel keine Arbeit (rund 66 Prozent).

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    Supermärkte sind die Ausnahme. Dort bezahlen Menschen nicht nur Lebensmittel, sondern auch Stromrechnungen und ihre Miete. Banken gibt es nicht. Zur Grundversorgung verkaufen Händler:innen das Nötigste wie Reis, Kaffee und Zucker.

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    Die Infrastruktur ist ebenfalls weiter ausbaufähig: Bis zur nächsten Bushaltestelle sind meist längere Fußmärsche notwendig. Vielerorts herrscht ein Müll-Problem, weil es bei der Entsorgung hakt.

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    Auch die medizinische Situation bereitet Sorge, insbesondere aufgrund einer hohen HIV-Rate. Ungefähr jede:r Fünfte der 15- bis 49-Jährigen ist HIV-positiv (rund 20 Prozent).

Veröffentlicht: 18.11.2022 / Autor: Alexander Duebbert