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Verliebtes Paar

Und es hat Zoom! gemacht. Wie entsteht eigentlich Liebe?

Wie wird unsere Partnerwahl gesteuert? Warum finden wir bestimmte Menschen attraktiv und andere nicht? Und was passiert in unserem Körper, wenn wir uns verlieben?
Und es hat Zoom! gemacht. Wie entsteht eigentlich Liebe?
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Das Wichtigste zum Thema Verlieben

  • Auch wenn die Forschung der Liebe immer mehr auf den Grund geht: Warum es bei manchen klick macht und bei anderen nicht, bleibt ein Geheimnis.

  • Studien sagen aber: Beziehungen entstehen oft zwischen Menschen, die sich äußerlich ähnlich sehen. Viele Paare haben ähnliche Gesichtszüge.

  • Neben äußerlichen Merkmalen spielt auch die Biologie eine entscheidende Rolle dabei, ob es funkt oder nicht.

  • Laut einer Umfrage von 2020 haben 28 Prozent aller Deutschen schon einmal online nach einer neuen Liebe gesucht. Die meisten davon waren zwischen 18 und 24 Jahren alt.

  • Die Algorithmen bei Dating-Websites zielen vor allem darauf ab, die "soziale Kompatibilität" der potenziellen Partner:innen zu überprüfen, also ob Alter, Bildung, Humor, Lebenseinstellung, Interessen etc. zusammenpassen.

Worauf Männer und Frauen bei der Partnerwahl achten

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    Männer achten stärker als Frauen auf das Aussehen ihrer potentiellen Partnerin. In einer BBC-Umfrage nannten sie "gutes Aussehen" gleich hinter "Intelligenz".

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    Männer finden meist Frauen attraktiv, deren Gesichter und Körper besonders symmetrisch sind. Evolutionsforscher:innen meinen: Gleichmäßig geformte Gesichter oder Brüste sind ein Zeichen für Fruchtbarkeit.

  • 👩‍❤️‍💋‍👨

    Wie suchen uns als Partner:in meist einen gleichgesinnten Menschen aus. Die Logik dahinter: Durch gemeinsame Interessen, Werte und Einstellungen besteht weniger Grund für Streit. Aber natürlich kommen auch über Grenzen hinweg tolle Paare zusammen.

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    Mehrere Studien zeigten: Frauen finden Männer toll, die größer als sie selbst sind und einen muskulösen Körper haben. Außerdem gefällt Frauen ein Mann ohne eine sichtbare Taille.

  • Männer finden Frauen mit einer Figur in Sanduhr-Form sexy, also mit schmalerer Taille als Hüfte.

  • 💋

    Bei Frauen ist die Partnerwahl auch zyklusabhängig: Während ihrer fruchtbaren Tage stehen sie auf größere Männer mit markanten Gesichtszügen und tiefen Stimmen. Vor und nach dem Eisprung wählen sie lieber Männer mit eher femininen Gesichtszügen, die als gute Versorger gelten, wie Evolutionspsycholog:innen es deuten.

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    Immer noch gilt: Geld und Status machen einen Mann für Frauen attraktiv. Jüngeren Frauen scheint Geld jedoch immer weniger wichtig zu sein. Hier entwickelt sich mehr Gleichberechtigung in der Partnerwahl.

  • 👀

    Interessanter Unterschied: In einer Studie sahen die Probanden, die auf der Suche nach Liebe/einer Beziehung waren, der potenziellen Partnerin eher ins Gesicht - und die, die auf Sex aus waren, achteten eher auf den Körper.

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    Auch das persönliche Umfeld und die eigene Familie prägen unser Ideal von Zweisamkeit. Indem Kinder erleben, wie ihre Eltern miteinander umgehen, entwickeln sie ihre eigenen Vorstellungen von und Verhaltensweisen in einer Partnerschaft.

Feiner Riecher: Auch Menschen "erschnüffeln" ihre Partner:innen

Forschende vermuten, dass für Menschen nicht nur Aussehen und Charakter bei der Partnerwahl zählen, sondern auch Gerüche, die sie unterbewusst wahrnehmen. So riechen Frauen für Männer am attraktivsten, wenn sie sich in den fruchtbaren Tagen ihres Zyklus' befindet. Grund dafür sind Sexualhormone, die den Körpergeruch verändern.

Eine Studie der Universität Bern belegte zudem, dass Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteron-Werten auf Männer besonders anziehend wirken. Ein solcher Hormonspiegel wird mit hoher weiblicher Fruchtbarkeit assoziiert. Außerdem nehmen Männer Frauen positiver wahr: Ein hoher Östrogen-Spiegel lässt Gesicht und Körper attraktiver erscheinen.

Liebespaar mit Decke reibt Nasen aneinander


Forschende vermuten: Unser Geruchssinn spielt in der Liebe eine wichtige Rolle.
© picture alliance/Bildagentur-online/Blend Images/Steve Smith

Umgekehrt gibt es die These, dass Frauen ihre Partner nach deren Genen auswählen. In einem Versuch, bekannt als "Verschwitzte T-Shirt-Studie", rochen Frauen an getragenen Männerhemden und wählten diejenigen aus, zu deren Geruch sie sich sexuell hingezogen fühlten. Das Ergebnis der Studie erfährst du im Interview unten.

"Wir finden Menschen attraktiv, deren DNA sich von unserer besonders stark unterscheidet" - Interview mit Tamara Brown, Mit-Gründerin von GenePartner*

  • Eine Redewendung sagt, dass man jemanden "gut riechen" kann. Ist das auch bei der Partnerwahl wichtig?

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    Auf jeden Fall. In einer Studie der Universität Bern bewerteten Frauen die Männer als besonders attraktiv, deren Körpergeruch sie an einem T-Shirt besonders mochten.

  • Und was verrät uns der Geruch über einen potenziellen Partner?

  • 💬

    Am Körpergeruch prüfen wir beim Gegenüber unbewusst, ob er hinsichtlich der immungenetischen Ausstattung zu uns passt oder nicht.

  • Und gilt bei den Genen auch: "Gleich und gleich gesellt sich gern?"

  • 💬

    Nein, im Gegenteil: Wir finden generell die Menschen attraktiver, deren DNA sich von unserer eigenen am meisten unterscheidet. Das ist vor allem, wenn es um gemeinsame Nachkommen geht, evolutionsbiologisch sinnvoll.

* Die Partner-Vermittlung analysiert die biologische Kompatibilität zwischen 2 Menschen.

Das Liebes-Experiment: Kann man sich nach 36 Fragen verlieben?

Das Liebes-Experiment: Kann man sich nach 36 Fragen verlieben?

Es klingt unglaublich: Nach nur 36 Fragen und 4 Minuten Blickkontakt sollen 2 fremde Menschen wissen, ob es zwischen ihnen Funken kann oder nicht. Das besagt zumindest eine Studie. Wir haben es ausprobiert!

Das passiert in deinem Gehirn, wenn du verliebt bist

© iStock / Getty Images Plus

Mit dem Herzen hat die Liebe rein körperlich wenig zu tun - sie findet vielmehr im Gehirn statt. Dort wird dein Belohnungszentrum aktiviert, besonders der Hypothalamus im Zentrum des Gehirns. Der Körper produziert jetzt besonders viel vom Glückshormon Dopamin - ein ähnlicher Zustand wie im Drogenrausch. Frischverliebte sind geradezu süchtig nacheinander, von deiner Partnerin oder deinem Partner kannst du jetzt gar nicht genug bekommen.

Und warum schlägt dein Herz so stark, wenn du deiner oder deinem Angebeteten nahe kommst? Das liegt an den Stresshormonen, die du jetzt ebenfalls ausschüttest, vor allem Adrenalin. Das macht außerdem zerstreut und unkonzentriert - aber auch mutiger! Damit die Liebe länger hält, produziert der Körper Oxytocin, das Bindungshormon. Es wird auch "Kuschel-Hormon" genannt. Ausgestoßen wird es vor allem bei Sex und Zärtlichkeiten.

Warum prägt uns die erste Liebe so stark? Antworten von Psychologin Felicitas Heyne*

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    Zum einen - ganz banal! - einfach deshalb, weil es die erste ist. Und alles, was wir zum ersten Mal erleben, fühlt sich für uns neu und besonders intensiv an. Neue Erfahrungen stimulieren die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin in unserem körpereigenen Belohnungssystem besonders stark.

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    Die Evolution hat dafür gesorgt, dass sich Erfahrungen und Erlebnisse, die mit sehr intensiven Emotionen verbunden sind, besonders tief in unser Gedächtnis eingraben. Und welches Ereignis könnte schon emotional positiver aufgeladener sein als das erste "Ich liebe dich"?

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    Dazu kommt, dass für die meisten von uns die erste Liebe in eine Zeit fällt, die sowohl hormonell als auch entwicklungspsychologisch ohnehin das reinste Chaos darstellt: die Pubertät. In dieser Zeit finden massive Umbauprozesse im Gehirn statt. Leicht vorstellbar, was für einen Effekt die Erfahrung einer ersten Liebe auf diese "Großbaustelle" im Kopf hat!

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    Noch ein wichtiger Punkt: Wenn wir uns das erste Mal verlieben, haben wir noch keine Vergleichsmarken im Kopf. Die erste Liebe hat also das große Plus, dass sie konkurrenzlos an den Start gehen kann. Ein klarer Wettbewerbsvorteil.

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    Die Jahre zwischen 15 und 25, in die die erste Liebe meist fällt, haben viel mit unserer Identitätsbildung zu tun. Das macht sie insgesamt zu einer sehr prägenden Zeit; alle Erfahrungen sind jetzt besonders bedeutsam und werden detaillierter gespeichert als spätere Erinnerungen.

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    Last but not least sind wir Menschen unverbesserliche Nostalgiker: Im Rückblick neigen wir dazu, sämtliche Erinnerungen positiv zu verklären. Die Vergangenheit erscheint den meisten von uns deshalb viel rosiger, als sie tatsächlich war.

Unter heyne.com bietet sie eCoaching, in ihrer Praxis in Annweiler am Trifels persönliche Beratung.

Fragen, die verliebt machen sollen

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    Laut einer amerikanischen Studie kann man sich mit nur 36 Fragen und 4 Minuten In-die-Augen-Sehen mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieben. Das sagt zumindest US-Sozialpsychologe Arthur Aron. Die Fragen sollen besondere Nähe zum Gegenüber herstellen. Was das für Zauber-Fragen sind? Hier ein paar Beispiele:

  • Wenn du dir eine Person auf der Welt aussuchen könntest: Wen hättest du gern als Gast zum Abendessen?

  • Wärst du gerne berühmt?

  • Wann hast du das letzte Mal gesungen?

  • Wie würdest du einen perfekten Tag gestalten?

  • Welche Fähigkeit hättest du gerne?

  • Dein Haus steht in Flammen. Welchen Gegenstand würdest du retten wollen?

Veröffentlicht: 30.01.2022 / Autor: Ischta Lehmann