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Leben unter der Erde: Willst du auch im schicken Bunker wohnen?

Unter Helsinki und Peking wurden für den Kriegsfall Bunker-Städte gebaut. Heute dienen sie als Kirche, Schwimmbad oder Wohnungen. Wir zeigen dir, was unter der Erde noch so los ist - und weitere kuriose Wohnprojekte.

Das Wichtigste zum Thema Unterirdische Städte

  • Unter Helsinki und Peking liegen unterirdische Städte, die in den 1970er-Jahren als Zuflucht für den Kriegsfall geplant wurden. Noch heute könnten sie Hunderttausenden im Notfall Schutz bieten.

  • Doch solche unterirdischen Städte modern nicht vor sich hin. Schwimmbad, Museum, Kino, Kirche, Shoppingmeile - weltweit werden solche Anlagen heute neu belebt und sogar ausgebaut.

  • In Peking leben bereits heute schätzungsweise 2 Millionen Menschen meist ärmlich und beengt in Bunkern oder Kellern. Oft Wanderarbeiter, die billigen Wohnraum suchen. International kreieren Stadtplaner und Architekten aber auch luxuriösen Wohnraum in der Tiefe.

  • Wie Bunker heute genutzt werden, wo Menschen seit Generationen in Höhlen leben und welche kreativen Ideen es zur Gewinnung von Wohnraum durch Umnutzung noch gibt, findest du hier.

So wohnt es sich unter der Erde

Der Barbara-Stollen - Kultur im Berg

Unweit von Freiburg, bei Oberried im Schwarzwald, liegt der Barbarastollen. Ursprünglich für den Silber- und Erzabbau in den Berg Schauinsland gegraben, lagern hier heute Mikrofilme mit Dokumenten von nationaler Bedeutung. Quasi als Zweitausgabe für den Fall, dass die Originale durch Kriege, Naturkatastrophen oder Terrorismus zerstört werden.

Unter anderem lagern hier das Grundgesetz sowie 30.000 Seiten dazugehöriger Akten, Friedensverträge, Krönungs-Urkunden, Tagebücher, Musik-Partituren, die Goldene Bulle, Baupläne des Kölner Doms, Literatur-Manuskripte und viele Kultur-Schätze mehr. Insgesamt füllen gut 2.000 luftdichte Edelstahlbehälter die beiden Lagerräume im Gestein.

Bunker: gebaut für den Krieg, bewohnt im Frieden

Weltweit bauen kreative Architekten Bunker zu Wohnbauten um. Hochbunker sind besonders begehrt. Meist aus Beton, sind sie schwer zu sprengen und abzureißen - viele stehen auch unter Denkmalschutz. Da die Klötze aus dem Krieg im Ernstfall schnell erreicht werden sollten, liegen sie heute oft zentral in der begehrten Innenstadt. Der Bund hat inzwischen mehr als 200 an private Baugesellschaften verkauft und selbst das Buch "Bunker neu beleben" herausgegeben.

Ein Beispiel hierfür: der luxussanierte Hochbunker in München Schwabing. Wie es darin aussieht und wie er umgebaut wurde, siehst du im Video. Auch manche Gefängnisse oder Kirchen sind inzwischen Wohnraum. Mehr dazu in der Liste unten.

Luxus im Bunker

Gefängnisse und Kirchen - alles Gute zum Einzug!

  • Kirchen: Bevor ein Gotteshaus zu Wohnraum wird, "entwidmet" es die jeweilige Amtskirche meist mit einem letzten Gottesdienst. So war's auch bei der Herz-Jesu-Kirche in Mönchengladbach oder der Gerhard-Uhlhorn-Kirche in Hannover, in der jetzt Studentenzimmer sind.

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    Wasserwerke: Ob das Pumpenwerk der Hamburger Wasserwerke oder das Wasserwerk Saloppe in Dresden: Beide liegen direkt an der Elbe, bieten einen herrlichen Ausblick - und sind bewohnt. Allein die Anlage in Dresden bietet nun 4.350 Quadratmeter exklusiv ausgebaute Wohnfläche.

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    Gefängnisse: Einst zogen die Bewohner eher unfreiwillig in die engen Zellen. Heute wohnt es sich da ganz gut. In Landau entstand aus einem Gefängnis ein Appartement-Haus samt Laden-Galerie. Im Münchner Stadtteil Au wurde ein ehemaliges Frauen- und Jugendgefängnis zu Luxuswohnungen umgebaut. Der Spitzenpreis für eine Einheit soll über 2 Millionen Euro betragen.

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    Parkhäuser: Oft in guter Zentrumslage, werden einige von ihnen ganz oder teilweise ausgebaut. Auf andere werden wiederum Wohnungen draufgesetzt. Auf dem Fina-Parkhaus in der Kölner Altstadt zum Beispiel thronen nun 31 Wohneinheiten.

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    Hallenbad: 16 Wohnungen beherbergt das ehemalige Volksschwimmbad in Schwerin-Lankow. Kurz vor dem Abriss wurde es gerettet und bietet heute 1.300 Quadratmeter Wohnfläche. Das größere der Becken wurde abgedeckt und dient als Kellerraum. Das kleinere blieb erhalten und wird von den Bewohnern genutzt.

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    Krankenhaus: Hier gibt es von Natur aus jede Menge Zimmer. Die Kunst liegt darin, sie gut aufzuteilen. In der Villa St. Gertraud in Berlin wurden 103 Wohnungen geschaffen. Das Gebäude wurde bis 1999 vom ,"Krankenhaus Am Urban" genutzt. Ein Konzept, das bei Klinik-Schließungen Schule machen dürfte.

Veröffentlicht: 13.09.2020 / Autor: Sven Hasselberg