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Reich, reicher, US-Präsident: Wie viel Geld kostet der US-Wahlkampf?

Über 380 Millionen US-Dollar Spenden in einem Monat: Der US-Präsidentschafts-Wahlkampf ist extrem teuer. Woher das Geld kommt, wohin es fließt und warum diese Summen die US-amerikanische Demokratie in Gefahr bringen, erfährst du hier.
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So läuft es im US-Wahlkampf

  • Wer bekommt noch hohe Spenden? Das ist eine wichtige Frage im Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump.

  • Denn beim Kampf um das Weiße Haus geht es vor allem um Geld, nur so lässt sich der umfangreiche Wahlkampf betreiben.

  • US-Präsident Donald Trump hat eigenen Angaben zufolge seit Anfang 2019 schon deutlich über eine Milliarde US-Dollar an Spenden eingesammelt.

  • Die Spenden an Biden bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung, auch wenn der demokratische Kandidat erst seit Anfang des Jahres hohe Spendeneinnahmen vermelden konnte.

  • Allein im September hat Biden 383 Millionen US-Dollar an Spenden eingenommen - sein Gegner Trump dagegen nur 247,8 Millionen US-Dollar.

So viel Geld steckt im US-Wahlkampf

  • Experten zufolge muss ein Präsidentschaftskandidat etwa eine Milliarde US-Dollar aufbringen, um im Wahlkampf bis zum Ende mithalten zu können.

  • Allein bei den Zwischenwahlen 2018 wurden etwa 5,73 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

  • Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 kostete etwa 6,5 Milliarden US-Dollar - 4,1 Milliarden US-Dollar flossen in die Wahlen zum Kongress, 2,4 Milliarden US-Dollar in den Kampf ums Weiße Haus.

  • Die hohen Ausgaben entstehen zum einen aus dem fast 2 Jahre andauernden Wahlkampf - inklusive Vorwahlen. Zum anderen kostet es viel Geld, in einem so großen Land wie den USA mit so vielen Einwohnern Wahlkampf zu betreiben.

  • Zum Vergleich: Für die Bundestagswahl 2017 hat die CDU 20 Millionen Euro ausgegeben.

So viel wird im US-Präsidentschaftswahlkampf und bei Bundestagswahlen ausgegeben

Diese Regeln gelten bei der Wahlkampffinanzierung

  • Die Gelder, die in den US-Wahlkampf fließen, sind seit 2010 explodiert. Grund war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.

  • Danach sind eine Spendenbegrenzung und ein Ausschluss von Unternehmen und Banken als Spender eine Beschneidung des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

  • Zwar dürfen Unternehmen immer noch nicht direkt an die Kandidaten spenden - wohl aber an den Kampagnen nahestehende Super-Pacs.

  • Für Privatspender gilt: Maximal 2.800 US-Dollar dürfen an die Kandidaten direkt gehen. Alles darüber hinaus muss über die Super-Pacs laufen.

Woher kommen die Spenden

  • 💸

    Geld für den Wahlkampf bekommen Trump und Biden von Super-Pacs. Das sind politische Aktionsplattformen mit dem Ziel, Geld zu sammeln - ein Limit gibt es bei den Spenden dabei nicht.

  • 🗳

    Dabei sind sie formell unabhängig von den Präsidentschaftskandidaten, können aber zugunsten eines Kandidaten großen Einfluss auf den Wahlkampf nehmen.

  • 💰

    Ein großer Teil der Spenden, die Super-Pacs einsammeln, kommt von schwerreichen Personen.

  • 💳

    Milliardär Michael Bloomberg, der am Vorwahlkampf der Demokraten teilnahm, wendete dafür über eine Milliarde US-Dollar aus seinem eigenen Geldbeutel dafür auf.

Wohin fließen die Gelder

  • 🎬

    Der größte Teil aller Wahlkampfausgaben fließt in Medienkampagnen (https://www.galileo.tv/us-wahl-2020/medien-us-wahlkampf-einfluss-von-twitter-facebook-tv/ wie TV-Spots. Dabei werden für die unterschiedlichsten Zielgruppen eigene Clips produziert.

  • 📺

    Im Gegensatz zu Deutschland bekommen die Parteien in den USA von den Fernsehsendern die Zeit für die TV-Spots nicht kostenlos, sondern müssen wie für Werbung bezahlen.

  • 🥂

    Geld ausgeben um Geld zu bekommen: Ein Teil des Budgets wird dafür verwendet, unter anderem Spendengalas zu veranstalten.

  • 🎙

    Ebenfalls wichtig: Wahlkampfhelfer und Wahlkampfveranstaltungen müssen von den Spendengeldern bezahlt werden.

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Diese Nachteile haben die hohen Geldsummen

  • Da ein großer Teil der Gelder von schwerreichen Spendern und Unternehmen kommt, warnen Kritiker vor einem enormen Einfluss von Privilegierten auf die Politik.

  • Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die ökonomische Ungleichheit in politische Ungleichheit verwandelt – nach dem Motto: Wer zahlt, bestimmt.

  • Die hohen Spenden und die damit oft verbundene fehlende Transparenz sorgt Experten zufolge auch für einen Vertrauensverlust der Bevölkerung in den Wahlprozess.

  • Immer wieder wird den Kandidaten auch vorgeworfen, zu viel Zeit ihres Wahlkampfes dazu aufzuwenden, mögliche reiche Spender zu umgarnen. Und damit mehr Zeit ins Spendensammeln als in den Wahlkampf zu investieren.

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Veröffentlicht: 02.11.2020 / Autor: Johannes Huyer