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Versorgung, Schule, Feiern: Dein Alltag in Nordkorea wäre völlig anders

Nordkorea ist eins der Länder, über das die Welt am wenigsten weiß. Wie sieht das Leben dort aus? Auf dieser Seite bekommst du Einblicke. Im Video: Dieser Mann hat 10 Kinder aus Nordkorea adoptiert.
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Das Wichtigste zum Thema Alltag in Nordkorea

  • Der nördliche Teil der koreanischen Halbinsel nennt sich selbst Demokratische Volksrepublik Korea. In Wahrheit leben die 25 Millionen Bewohner Nordkoreas in einer Diktatur unter der Führung von Kim Jong-un.

  • Die Hauptstadt Pjöngjang ist das Aushängeschild des Landes. Dem Rest Nordkoreas und der Welt soll die Millionenstadt den angeblichen Wohlstand zeigen. Vor allem in ländlichen Regionen sieht die Realität aber anders aus.

  • Wie steht's um die Versorgung, Schule und Freizeit in Nordkorea? Wir werfen einen Blick in typische Bereiche des Alltags. Du wirst sehen: In der Diktatur unterscheidet sich das alltägliche Leben gravierend von dem, was wir in Deutschland kennen.

Versorgung und Verpflegung

🍽 Nahrungsmittel

Nordkorea versorgt sich weitgehend selbst. Landwirte müssen Reis, Kartoffeln oder Sojabohnen oft mit bloßen Händen anbauen, weil Treibstoff für die Geräte fehlt. Öffentliche Verteilstellen ordnen den Menschen dann ihre täglichen Lebensmittel-Rationen zu. Doch das System funktioniert nicht wirklich.

Ungünstige Boden- und Wetterverhältnisse sowie fehlende Rohstoffe und Maschinen sorgen dafür, dass die Menschen in Nordkorea seit Jahren unter einem schwerwiegenden Lebensmittel-Mangel leiden. Vor allem außerhalb der Hauptstadt Pjöngjang ist die Lage ernst. Fast die Hälfte (rund 43 Prozent) der Einwohner war 2019 von Unterernährung bedroht.

 

💉 Medizin

Ähnlich sieht es bei der medizinischen Versorgung aus: fehlende Medikamente, Verbandsstoffe, Hilfsmittel und eine lückenhafte Ausbildung. Auch staatliche Programme der Fürsorge gibt es kaum. Pflegedienste etwa sind praktisch nicht vorhanden. Mit dem Standard, den wir in Deutschland gewohnt sind, ist das nicht vergleichbar.

 

📺 Kommunikation

Informationen bekommen Nordkoreaner eigentlich nur gefiltert über die KCNA, die Korean Central News Agency. Das ist die staatliche zensierte zentrale Nachrichtenagentur Nordkoreas. Ihre Aufgabe: das Land und die Regierung positiv darstellen.

Ausländische Medien sind in Nordkorea nicht gestattet. Zugang zum freien Internet haben Nordkoreaner nicht. Stattdessen gibt es ein spezielles Intranet: Darin finden sich nur staatlich zugelassene Seiten.

 

🎒 Reisen

Normaler Urlaub, wie du ihn kennst, ist in Nordkorea nicht möglich. Nur unter strengen Auflagen dürfen Ausländer einreisen. Hauptziel ist die Hauptstadt Pjöngjang.

Frei bewegen darfst du dich nicht: Ein Dolmetscher und eine Kontrollperson begleiten Touristen während des gesamten Aufenthalts. Selbst ein kurzes Gespräch mit Einheimischen ist streng untersagt.

Ach ja: und hinfahren, um zu bleiben? Kaum möglich! Nordkorea gilt als das Land, in dem die wenigsten Ausländer leben!

Nordkorea auf einen Blick

Ein kurzer Blick in die Geschichte

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    Teilung in Nord- und Südkorea: Seit dem Ende des 2. Weltkriegs ist Korea von Japan unabhängig. Den Norden besetzte die damalige Sowjetunion, den Süden nahmen die USA ein.

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    Koreakrieg: Beide Seiten beanspruchten für sich, das rechtmäßige Korea zu sein. Und auf beide übten die jeweiligen Besatzungsmächte großen Einfluss aus. In der Folge kam es ab 1950 zum Krieg. Seit 1953 gilt offiziell ein Waffenstillstand. Einen Friedensvertrag gibt’s bis heute nicht.

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    Kim Il-sung: Der erste Führer der selbsternannten "Demokratischen Volksrepublik Korea" war auch am längsten an der Macht - von 1948 bis zu seinem Tod 1994. Die Nordkoreaner verehren den Diktator noch immer als "Ewigen Präsidenten" und "Großen Führer Genosse Kim Il-sung".

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    Kim Jong-il: Die Macht blieb in der Familie. Der Sohn des ersten nordkoreanischen Diktators war von 1994 bis zu seinem Tod 2011 oberster Machthaber. Für die Nordkoreaner ist Kim Jong-il der "Ewige Generalsekretär".

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    Kim Jong-un: Der Sohn von Kim Jong-il ist seit 2011 der dritte "Oberste Führer" der Kim-Dynastie. Auch unter seiner Führung ist das Land weit von einer Demokratie entfernt, wie du in den Grafiken in der Bildergalerie oben siehst.

Schule und Arbeit

Feiern und Feste

In der Regel 2-mal pro Jahr feiert Nordkorea das Arirang-Festival, das nach einem beliebten koreanischen Volkslied benannt ist. An der Massenveranstaltung nehmen über 100.000 Menschen teil.

In pompösen Massen-Tänzen und -Gymnastiken zeigt eine Propaganda-Show die Geschichte Nordkoreas. In die aufwendigen Choreografien, Kostüme und Bühnenbilder fließt viel Geld und Zeit.

© picture alliance/Yevgeny Agoshkov/TASS/dpa

Weitere wichtige Daten im nordkoreanischen Kalender sind der 16. Februar und der 15. April. Das sind die Geburtstage der ehemaligen Führer Kim Jong-il und Kim Il-sung. In Nordkorea gelten sie als Nationalfeiertage: Zum Tag des Sterns und Tag der Sonne veranstaltet das Militär gewaltige Paraden, die die Stärke der Armee zeigen sollen.

© picture alliance/AP Images

Veröffentlicht: 09.10.2020 / Autor: Alexander Duebbert