Vorurteils-Check Russland: Denkt ihr genauso?
Galileo

Vorurteils-Check Russland: Denkt ihr genauso?

vor 2 Jahren

Stichwort Russland. Na, welche Bilder entstehen bei euch gerade im Kopf? Auch lange nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben sich einige Vorurteile und überholte Stereotypen gehalten. Doch was ist dran? Der Vorturteils-Check Russland bringt Klarheit.

Vorturteile


Wodka, Herstellung
© Galileo

Vorurteil Nr. 1: Russen trinken gerne Wodka

Tatsächlich. Wodka ist das alkoholische Nationalgetränk der Russen. Denn es gibt in Russland tausende Wodkaproduktionsstätten und -marken. Jahrelang war der Preis für Wodka sehr hoch. Viele Russen haben aus diesem Grund Wodka selbst gebrannt, den sogenannten Samogan. Die Regierung unter Putin hat dies zum Anlass genommen die Preise zu drosseln. Im internationalen Vergleich halten Russen den 4. Platz beim Alkoholkonsum. Dabei fließen mehr als 15 Liter reiner Alkohol pro Kopf im Jahr. An der Spitze sind sie weiterhin beim Wodka-Trinken, 17 Liter trinkt jeder im Schnitt pro Jahr. Starke Zahlen, doch woher kommt die Wodka-Affinität? Die Herstellung ist relativ simpel und die Zutaten sind reichlich vorhanden. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Wodka aus Getreide gemacht und später aus Kartoffeln. So wurde der weiße Schnaps der Standard-Schnaps Russlands. Das Vorurteil stimmt also.

Vorurteil Nr. 2: Russen sind homophob

Fakt ist, Homosexualität ist in Russland gesetzlich nicht verboten. Dennoch nahm die Abneigung gegenüber russischen Homosexuellen in den Jahren zwischen 2012 und 2014 zu. Laut einer repräsentativen Umfrage des amerikanischen Instituts NORC sagten 51 Prozent der Teilnehmer, sie wollten keine Schwulen oder Lesben als Nachbarn haben. 2012 waren nur 38 Prozent der Meinung. An der Umfrage haben Russen im Alter ab 18 Jahren teilgenommen.

Vorurteile


Emojis
© WhatsApp Screenshoot

Ebenfalls kam es im letzten Jahr zu einer Beschwerde eines russischen Politikers. Dabei ging es um Emojis mit homosexueller Symbolik, welche als kleine Bilder in den sozialen Netzwerken, wie Facebook oder WhatsApp, zu finden sind. Diese würden gegen ein Gesetz aus dem Jahr 2013 verstoßen, da sie homosexuelle Propaganda zeigen. Ob die Emojis das Gesetz verletzen, wird noch geprüft. Folgendes Video aus dem letzten Jahr zeigt zwei russische Youtuber, die Hand und Hand durch Moskau gehen und mit ziemlich fiesen Reaktionen konfrontiert werden. Jedoch sollte berücksichtigt werden, dass dieses Sozial-Experiment nicht repräsentativ ist und nur eine Momentaufnahme widerspiegelt.

Somit scheint ein Funken Wahrheit im Vorurteil zu stecken.

Vorurteil Nr. 3: Russen fahren wie die Wilden Auto

Die Nutzung von Dashcams, ergo Autovideokameras, ist in Deutschland verboten, in Russland hingegen erlaubt. Sie werden als Beweis vor Gericht akzeptiert, um beispielweise die Unschuld an einem Unfall zu beweisen. Im Netz existieren Unmengen von diesen Überwachungsvideos aus dem russischen Straßenverkehr, die waghalsige Fahrmannöver oder gefährliche Situationen zeigen. Doch die Dashcams schrecken die Menschen in Russland anscheinend nicht ab. Die Statistik liefert den klaren Beweis: Russland ist unter den Industriestaaten das Land mit den statistisch meisten Unfallopfern. So kamen 939 Tote auf eine Million Autofahrer im Jahr 2007. In Deutschland sind es 90 pro eine Million Autos. In diesem Fall ist das Vorurteil wahr.

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Dashcam-Aufnahmen von einem russischen Auto
© Galileo

Und ist es auch wahr, dass Russen die schlimmsten Profilbilder haben oder russische Frauen hübscher sind als ihre Männer? Galileo hat Russen und Deutsche gefragt.

Wenn ihr erfahren wollt, welche Beiträge in dieser Woche zum Thema „Supermacht der Widersprüche – So tickt Russland“ noch dran kommen, dann klickt hier.

 

 

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