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Wie funktioniert das Wahlsystem in den USA?

Demokraten gegen Republikaner - im US-Wahlkampf stehen sich die beiden großen Parteien unversöhnlich gegenüber. Ihr Verhältnis ist tief gespalten, ähnlich wie das ganze Land. Wir erklären dir die Folgen des 2-Parteien-Systems - und wie die US-Wahl abläuft.
Teaserbild: Wie funktioniert das Wahlsystem in den USA?

Präsidentschaftswahl in den USA

  • Donald Trump gegen Joe Biden - dieses Duell bestimmt die US-Präsidentschaftswahl.

  • Der Republikaner Donald Trump versucht, weitere 4 Jahre ins Weiße Haus gewählt zu werden.

  • Sein Kontrahent, der Demokrat Joe Biden, möchte neuer US-Präsident werden.

  • Am 3. November sollen sich die US-Amerikaner für einen der beiden Kandidaten entscheiden.

  • Zwar gibt es beim Kampf um das Weiße Haus auch Kandidaten von Drittparteien - aber realistische Chancen auf das Amt haben ausschließlich Trump und Biden.

Galileo Spezial: Der Kampf ums Weiße Haus

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Warum setzen sich trotz aller Kritik so viele Amerikaner für ihren umstrittenen Präsidenten ein? Mit welchen Argumenten versuchen Republikaner wie Demokraten, noch unentschiedene Wähler von "ihrem" Kandidaten zu überzeugen? Welche Auswirkungen haben die dramatische Corona-Situation und die Protestbewegungen nach dem Mord an George Floyd auf die politische Entscheidungsfindung?

Die 2 dominierenden Parteien

  • 2️⃣

    2 Parteien dominieren die Politik in den USA: die eher liberalen Demokraten und die konservativeren Republikaner.

  • ⬆️

    In den letzten Jahrzehnten hat die Polarisierung stark zugenommen: In beiden Parteien verschafften sich die radikaleren Stimmen mehr Aufmerksamkeit, die Rhetorik wurde schärfer.

  • ↔️

    Die Ablehnung auf beiden Seiten wächst - und spaltet das ganze Land in vielen Fragen in 2 Lager.

  • 🔂

    Politiker beider Parteien verfolgen immer öfter nur die Interessen der eigenen Partei und missachten dabei die Anliegen der Bevölkerung.

  • ⤵️

    Unter anderem deshalb sind die USA seit 2016 im "Democracy Index" des Economist von einer "vollen Demokratie" zu einer "fehlerhaften Demokratie" herabgestuft worden.

  • Ein Interesse allerdings teilen beide Parteien: Sie wollen Konkurrenz verhindern. Die Hürden für Drittparteien bei Wahlen werden daher bewusst hochgesetzt.

Wer wird der neue US-Präsident? Das können die Wähler auch über die Briefwahl entscheiden.

Mehrheitswahlrecht vs. Verhältniswahlrecht - der Unterschied zwischen den USA und Deutschland

So funktioniert das Wahlsystem 🇺🇸

  • In vielen US-Bundesstaaten wird traditionell meist die gleiche Partei gewählt. Ganz im Gegensatz zu den Swing States, in denen der Wahlausgang meist bis zuletzt offen ist.

  • Auf dem Land, im Mittleren Westen sowie in den Südstaaten wählt die Bevölkerung zumeist Republikaner. In vielen Städten, an der West- und an der Nordostküste entscheiden sich die Wähler mehrheitlich oft für Demokraten.

  • Bei der Präsidentschaftswahl stehen die Wahlleute im Mittelpunkt. Die Zahl ergibt sich je nach Bundesstaat abhängig von der jeweiligen Bevölkerungsgröße.

  • Es gilt das "Winner takes all"-Prinzip: Wer die Mehrheit der Stimmen in einem Bundesstaat erreicht, bekommt alle Wahlmänner dieses Bundesstaates. Der Kandidat, der mindestens 270 Wahlleute auf seine Seite ziehen kann, wird US-Präsident.

  • Das macht es für Drittparteien schwer: Sie müssten beide großen Parteien schlagen, um die Mehrheit in einem Bundesstaat und damit dessen Wahlleute zu bekommen.

  • Für Wähler einer Drittpartei bedeutet das gleichzeitig: Das Risiko, dass eine der großen Parteien in dem eigenen Bundesstaat alle Wahlmänner bekommt und die eigene Stimme keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahl hat, ist hoch.

Wie wird man überhaupt US-Präsident?

US-Präsident: Diese Voraussetzung müssen die Kandidaten erfüllen

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Die Kontrahenten stehen fest: US-Präsident Donald Trump gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden. Doch welche Voraussetzungen braucht es überhaupt, um Präsident der USA zu werden?

So funktioniert das Wahlsystem in Deutschland 🇩🇪

  • Das deutsche Verhältniswahlrecht unterstützt im Gegensatz zum US-amerikanischen Mehrheitswahlrecht auch kleinere Parteien.

  • Beim Verhältniswahlrecht werden die Parlamentssitze dem Verhältnis nach verteilt, wie abgestimmt wurde.

  • In Deutschland wählen die Abgeordneten dann in der Regel den Kandidaten zum Bundeskanzler, dessen Partei bei der Wahl die meisten Stimmen bekommen hat.

  • In der Regel erreicht eine Partei aber nicht die absolute Mehrheit. Die Parteien sind also gezwungen, Koalitionen einzugehen und zusammenzuarbeiten.

  • Dadurch haben auch kleine Parteien die Chance auf eine Regierungsteilhabe und eine extreme Polarisierung auf 2 Parteien wie in den USA ist damit nicht möglich.

Diese Chancen haben Kandidaten einer Drittpartei

  • 🗯

    Umfragen zufolge wünscht sich die Mehrheit der US-Amerikaner neben den Demokraten und Republikanern eine weitere starke Partei. Immer mehr junge Menschen fühlen sich von keiner großen Partei vertreten.

  • 📊

    Zu den größeren Drittparteien zählen Constitution Party, Libertarian Party und Green Party.

  • 💵

    Immer wieder versuchen auch unabhängige Kandidaten, im Präsidentschaftswahlkampf mitzumischen. Dazu zählt unter anderem Milliardär Michael Bloomberg, der in diesem Jahr allerdings bei den Vorwahlen der Demokraten teilnahm.

  • 💰

    Ein wichtiger Faktor bei US-Präsidentschaftswahlen: Geld. Sollte es einer Drittpartei gelingen, ähnlich wie die Demokraten und Republikaner Milliarden US-Dollar an Spenden einzusammeln, würden ihre Chancen bei der Wahl steigen.

  • 🗳

    Eine echte Chance, einen US-Präsidenten zu stellen, hätten Drittparteien aber erst, wenn das Wahlsystem in den USA grundlegend reformiert werden würde.

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Quiz zur US-Politik: Was weißt du über Wahlmänner, Mehrheitswahlrecht und Swing States?

Veröffentlicht: 29.10.2020 / Autor: Johannes Huyer