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Warum brummen Hochspannungsleitungen?

Wenn du unter Stromleitungen stehst, hörst du oft ein lautes Brummen. Aiman erklärt, woher das Geräusch kommt. Tipp: Es hat etwas mit einem Regentanz zu tun.
Teaserbild: Warum brummen Hochspannungsleitungen?

Unter Strom brummt's

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    Kennst du das? Du bist in der Nähe einer Stromtrasse – und über dir brummt es bedrohlich. Höchste Spannung!

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    Keine Angst, die Hochspannungsleitung ist nicht kaputt. Brumm-Geräusche sind normal - vor allem bei nasser Witterung.

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    Wassertropfen am Seil verursachen das Brummen. Jeder Tropfen ist wie ein kleiner Lautsprecher. Bei Regen, Nebel, Schnee und Raureif verstärkt sich also der Sound-Effekt.

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    Die Tropfen tanzen Swing! Sie schwingen mit der Leitung und dem sich wechselnden elektrischen Feld. Dabei wechseln sie die Form von rund zu oval - und zurück.

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    Diese Verzerrung der Tropfen bringt die Luft in Bewegung. Es entstehen tiefe Schallwellen, die wir als Brummen wahrnehmen.

  • Stay away! Auch wenn das Brummen selbst nicht gefährlich ist - halte Abstand. Der Strom kann bei Hochspannungsleitungen springen. Das heißt: Du kannst auch ohne direkte Berührung einen Stromschlag bekommen.

Menschen empfinden tiefe Töne als bedrohlich

Die Stromleitung brummt – und schon schleicht sich in unserer Magengegend ein ungutes Gefühl ein. Warum ist das so? Im tieffrequenten Bereich (unter 90 Hertz) können Menschen Töne und Lautstärke schlechter einordnen und differenzieren. Deshalb bezeichnen wir solche Geräusche als Brummen. Wenn wir im Auto unterwegs sind, mit der Bahn fahren oder den Joghurt aus dem Kühlschrank holen, begleitet uns solch ein Brummen.

Diese Eintönigkeit bei Geräuschen stört uns häufig – wie das Umweltbundesamt im Leitfaden „Tieffrequente Geräusche im Wohnumfeld" berichtet. Brummen ist häufig verbunden mit Druck auf dem Ohr, Vibrationen im Körper und einem Gefühl von Unsicherheit. Besonders quälend werden Brummtöne, wenn Umgebungsgeräusche wegfallen – etwa nachts.

Brumm-Geräusche stören vor allem nachts. Eine FRau hält sich die Ohren zu.


In der Stille der Nacht fallen Brumm-Töne besonders auf und sind quälend.
© Getty Images

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Der Wasserhahn tropft, der Kühlschrank brummt - manche Menschen machen solche Alltagsgeräusche krank. Sie leiden unter Misophonie.

Sweet! Blumen stehen auf Brumm-Sound

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    Auch Bienen brummen, weil sie die Luft mit ihrem schnellen Flügelschlag zum Schwingen bringen. Blumen lieben diese Geräusche und reagieren darauf. Die Pflanzen steigern innerhalb von ein paar Minuten die Zuckerkonzentration im Nektar. So sind sie noch attraktiver für die Bestäuber. Das fanden israelische Forscher heraus.

Akustik beschäftigt Menschen seit jeher

  • Mit dem Urknall soll das Universum entstanden sein. Die Theorie entstand im 20. Jahrhundert.
  • Schon die alten Griechen beschäftigten sich mit Akustik.
  • Isaac Newton untersuchte im 17. Jahrhundert die Schallgeschwindigkeit.
  • Moderne Meilensteine: akustische Kameras, die Geräusche sichtbar machen. Implantate, die Gehörlose hören lassen.

Lust auf mehr Infos? Zum "International Year of Sound"produzierten die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. und das Institut für Akustik der Technischen Universität Braunschweig einen Kurz-Film über die Faszination der Akustik.

Veröffentlicht: 21.10.2020 / Autor: Alena Brandt