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Warum geht man jemandem "auf den Leim"?

Gemeint ist, dass man auf jemanden reinfällt. Aber was hat der Leim mit der Täuschung zu tun? Hier erfährst du, woher die Redewendung kommt.
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"Jemandem auf den Leim gehen": Schlaumeier-Wissen

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    Wenn man jemandem auf den Leim gegangen ist, hat man sich von dieser Person täuschen oder betrügen lassen. Kurzum: Man wurde reingelegt.

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    Die Redewendung bezieht sich auf eine alte Fallenmethode. In früheren Zeiten benutzen Vogelfänger sogenannte Leimruten, um Piepmatze dingfest zu machen.

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    Die Jäger rührten eine klebrige Masse aus Fruchtsäften und Honig an und beschmierten damit Äste, die sie in die Bäume hängten. Daneben brachten sie Käfige an, in denen Lockvögel saßen - sie sollten Artgenossen herbeirufen.

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    Landete Amseln, Drosseln oder Finken auf den präparierten Zweigen, blieben sie kleben - und konnten nicht davonfliegen. Die Jäger brauchten die Tiere nur noch einzusammeln.

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    Der Vogelfang mit Leimruten ist heute in den meisten Teilen Europas verboten. In Frankreich, Spanien und Zypern allerdings wird er nach wie vor betrieben.

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Übrigens: Es kann auch einiges "aus dem Leim" gehen

Die Redensart "aus dem Leim gehen" hat verschiedene Bedeutungen:

1. Kaputtgehen

Leim hält Handwerksprodukte aus Holz zusammen. Lösen sich Stühle, Bilderrahmen & Co. in ihre Einzelteile auf, geraten sie buchstäblich aus den Fugen.

2. Zerbrechen

Seit dem 16. Jahrhundert werden auch zwischenmenschliche Beziehungen mit der Handwerksmetapher umschrieben. Daher können auch Ehen oder Freundschaften aus dem Leim gehen.

3. Dick werden

Wenn jemand stark zugenommen hat, "sprengt" er ebenfalls die Form. Jugendsprachlich wird ein dicker Mensch als "Schrittschwitzer" bezeichnet und ein dicker Bauch als "Feinkostgewölbe".


Obelix geht seit über 60 Jahren aus dem Leim: Das kommt daher, weil der Comic-Held so gerne Wildschweine verspeist.
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Veröffentlicht: 28.09.2020 / Autor: Heike Predikant