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Was deine Oma-Generation mit dem Sommerferien-Streit zu tun hat

Das Thema Sommerferien sorgt für Streit zwischen den Bundesländern - weil eine Sonderregelung für die Bayern abgeschafft werden soll. Die kommt noch aus der Zeit deiner Großeltern.

Darum geht's im Sommerferien-Streit

  • Schüler aus Bayern und Baden-Württemberg starten immer als die letzten in die Sommerferien. Bei allen anderen rotieren die Zeiten nach einem bestimmten System. Das wurde 1964 im Hamburger Abkommen vereinbart.

  • Vor allem aus pädagogischer Sicht gibt es Kritik. Denn bei einem frühen Start der Sommerferien fällt die Unterrichtszeit zwischen Weihnachts- und Sommerferien kürzer aus.

  • Hinzu kommt: Starten in einem Jahr die Sommerferien spät, in einem anderen dann wieder früh, ist das Schuljahr kürzer.

  • Vor allem Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fordern nun eine Änderung der Sommerferien-Zeiten. Sie wollen die Urlaubs-Starttermine aller Bundesländer näher zusammenlegen.

  • Dagegen sperrt sich Bayern. Hamburg droht jetzt mit dem Ende aller Absprachen zwischen den Bundesländern. Das hieße: Jedes Bundesland legt die Sommer-Ferien so, wie es will.

Was deine Oma-Generation mit der Extrawurst für Bayern und Baden-Württemberg zu tun hat

Die Regelung ist 55 Jahre alt. Damals war die Ausnahme auch gut begründet. Kinder in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern - also vor allem Bayern und Baden-Württemberg - mussten im Spätsommer bei der Ernte helfen. In diese Zeit die Ferien zu legen, war also nur logisch.

Und heute? Da wird mit den Pfingstferien argumentiert: In Bayern und Baden-Württemberg sind die besonders spät und im Vergleich zu den allermeisten anderen Bundesländern auch länger. Würden die Sommerferien früher beginnen, läge nicht genug Unterrichtszeit zwischen den Ferien.

So ist die Ferienverteilung geregelt

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    Die Planung der Sommerferien passiert schon Jahre im Voraus. Fachleute in den Bundesländern bereiten sie vor, die Kultusministerkonferenz (KMK) berät darüber und beschließt.

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    Jedes Bundesland soll mindesten 6 Wochen Sommerferien haben. Für alle anderen Ferien sind die Länder selbst zuständig, insgesamt haben Schulkinder generell 75 Ferientage.

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    Die 16 Bundesländer sind in 5 Gruppen eingeteilt. Alle Länder einer Gruppe haben zeitgleich Sommerferien. Sie liegen auch geographisch dicht beieinander.

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    Im rollenden System startet jede Ländergruppe zu einem anderen Zeitpunkt in die Sommerferien. Bayern und Baden-Württemberg bilden die Ausnahme, dort geht's immer Ende Juli oder Anfang August in die großen Ferien.

Das sind die Bundesländer-Gruppen

I     Brandenburg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

II    Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

III   Nordrhein-Westfalen

IV   Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

V    Baden Württemberg, Bayern

Sommerferien in Europa: So viele Wochen haben die Schulkinder frei

Sommerferien in Wochen in Europa

Was, wenn wir alle gleichzeitig Sommerferien hätten?

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    Noch mehr Stau auf den Autobahnen. Aktuell sind die Ferienzeiträume der Länder versetzt, um diesem Problem zu vermeiden.

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    Bahnhöfe, Flughäfen, Züge und Busse wären überfüllt. Viele Verbindungen stünden aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr zur Verfügung.

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    Der Tourismuskollaps droht: Die große Nachfrage im kleinen Zeitfenster würde die Preise nach oben treiben. Viele Familien könnten sich Urlaub nicht leisten.

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    Die Bettenkapazität der Hotels in beliebten Regionen wäre schnell ausgeschöpft.

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    Eine Anpassung der Sommerferien wäre gefährlich für die Tourismusbranche: Die Sommersaison als wichtige Einnahmequelle würde kürzer werden.

Veröffentlicht: 30.11.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab

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