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G-klärt: Deshalb leben deine Elektrogeräte bald länger

Eine neue EU-Regel sorgt dafür, dass du deine Elektrogeräte bald viel länger nutzen kannst - statt sie bei einem Defekt direkt entsorgen zu müssen. Im Video gibt's außerdem Tipps, was du selbst reparieren kannst.

Was hat die EU denn beschlossen? Das!

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    Ganz generell fordert die EU: Alle Geräte sollen ab 2021 so gebaut werden, dass sie leichter zu reparieren und zu recyceln sind.

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    Ab 2021 müssen Hersteller deswegen 7 bis 10 Jahre dafür sorgen, dass es Ersatzteile für ihre Geräte gibt.

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    Die Teile müssen innerhalb von 15 Arbeitstagen lieferbar sein. Kleiner Haken: Gilt nur für Händler, nicht für Privatpersonen.

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    Keine Spezial-Tools mehr: Alle Geräte müssen sich mit Standard-Werkzeugen reparieren lassen.

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    Fürs Erste gilt die neue EU-Regelung nur für neue Wasch- und Spülmaschinen, Kühlgeräte, Fernseher, Displays, Lichtquellen, Elektromotoren und Netzteile.

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    Bis 2030 soll so 167 Milliarden Kilowattstunden Strom gespart werden. So viel verbraucht Dänemark im Jahr. Damit nicht genug: 46 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid werden ausgestoßen.

G-klärt: Was dir die EU-Regelung bringt

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    In der EU fallen jedes Jahr 10 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Weltweit sind wir damit nach Asien auf Platz 2. Das Problem ist durch die neue Verordnung zwar nicht aus der Welt. Trotzdem ist es eine Schritt in die richtige Richtung.

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    Die Ziele der Europäischen Union: Sinkende Stromkosten, weniger Elektroschrott und auch für dich springt etwas raus: 150 Euro jährlich sollen EU-Bürger durch die neue Regelung sparen.

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    Generell ist zu beachten: Wer beim Kauf auf gute Qualität achtet, hat meist länger was von seinen Elektrogeräten. Sind die doch mal defekt, müssen sie nicht gleich auf den Müll. Auch eine Reparatur kann sich lohnen. Die soll mit der neuen EU-Regelung bald noch einfacher gehen.

Selbstzerstörungsmodus aktiviert: Gibt es die geplante Obsoleszenz wirklich?

Der Begriff meint, dass Geräte geplant schneller altern. Heißt: Sie sind so gebaut, dass sie frühzeitig bestimmte Funktionen verlieren oder komplett kaputt gehen.

Die Produkte - so der Vorwurf - sind von den Herstellern so konstruiert, um den Verkauf anzukurbeln. Wissenschaftliche Beweise für ein solches "eingebautes Verfallsdatum" fehlen aber.

Berühmte Ausnahme: Das Phoebuskartell

Glühbirnen-Hersteller einigten sich 1924 darauf die Laufzeit ihrer Lampen künstlich zu verkürzen. Glühbirnen leuchteten von da an nur noch 1.000 statt wie zuvor 2.500 Stunden. Die geplante Obsoleszenz war geboren.

Erst 1942 flog das Kartell auf. Die Beteiligten wurden in einem Gerichtsverfahren verurteilt. Den Konsumenten brachte das aber wenig: Auch danach schaffte in Europa keine Glühbirnen mehr als 1.000 Stunden Brenndauer.

Dass es auch anders geht, beweist eine Glühbirne in einer kalifornischen Feuerwache. Die sogenannte "Livermore Glühbirne" leistet dort seit 1901 ihren Dienst. Glaubst du nicht? Als Beweis gibt es sogar einen Livestream der Jahrhundertglühbirne.

Hundertjährige Glühbirne

© Getty Images/ Smith Collection/Gado

Veröffentlicht: 07.01.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau

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