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Galileo hakt nach: Was macht eigentlich Edward Snowden?

Seit 6 Jahren sitzt der Edward Snowden im russischen Exil. Seine Zukunft: mehr als ungewiss. Sein Wissen: extrem gefährlich.

Darum geht's genau

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    Im Sommer 2013 deckte der ehemalige CIA- und NSA-Mitarbeiter eine der größten Spionageaffären der Welt auf. Er spielte dem Journalisten Glenn Greenwald Informationen über die massive, globale Internetüberwachung durch die US-Geheimdienste zu. Seitdem existiert in den USA ein Haftbefehl gegen ihn.

  • ✈️

    Bei Snowdens Flucht über Hongkong nach Ecuador strandete er in Moskau, wo er Asyl bekam. Seitdem lebt der Whistleblower im russischen Exil. 2020 läuft sein Asyl in Russland aus. Ein Asylantrag in Frankreich wurde abgelehnt.

  • 📙

    Am 17. September 2019 veröffentlichte er seine Autobiografie „Permanent Record“. Das US-Justizministerium verklagte ihn daraufhin wegen des Verstoßes gegen Geheimhaltungsvereinbarungen, die er als NSA-Mitarbeiter unterschrieben hatte.

Worum geht es in „Permanent Record“?

  • Der Fall Snowden wurde seither in zahlreichen Filmen und Büchern verarbeitet. 2014 erzählte die Dokumentarfilmautorin Laura Poitras in „Citizenfour" Snowdens Geschichte. 2016 folgte das fiktive Drama „Snowden" von Oliver Stone.
  • Nun hat der Whistleblower beschlossen, seine Geschichte selbst zu erzählen: „Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Händen, weil ich etwas getan habe, das für einen Mann in meiner Position sehr gefährlich ist: Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen", schreibt er. Das Buch erzählt von seiner Kindheit, der Arbeit für die Geheimdienste und seiner Gewissenskrise, die ihn zu den Enthüllungen bewegt habe. Heute bereue er es, Teil eines Systems gewesen zu sein, dass dazu geführt habe, dass alles, was wir tun für immer aufgezeichnet wird.
  • Ganz unglücklich scheinen die US-Behörden über die Veröffentlichung allerdings nicht zu sein: Denn statt das Buch zu verbieten, fordert die Regierung Zugriff auf die Einnahmen, die Snowden mit dem Buch erzielt hat. Das Buch steht aktuell ganz oben auf Bestsellerlisten.

Wie du dein Smartphone sicher nutzt - laut Edward Snowden

  • 👋

    Verabschiede dich von Android und IOS. Snowden rät zum Betriebssystem GrapheneOS.

  • 🏠

    Zuhause ist, wo sich dein Handy automatisch mit dem WLAN verbindet? Keine gute Idee. Am besten nutzt du dein Smartphone nur mit Ethernet und einer Firewall-App.

  • 🙅‍♂️

    Ad-Blocker und Passwortmanager sind laut Snowden essenziell und Cookies solltest du immer blockieren.

  • 🗺️

    Verwende auf deinem Smartphone nie den Browser. Dank GPS und WLAN weiß dieser immer, wo du dich aufhältst.

  • 📧

    E-Mails sind unsicher. Verwende besser Messenger wie Signal und Wire.

Veröffentlicht: 18.11.2019 / Autor: Anna Ullrich

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