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Welthunger

Welthunger: Reichen 6 Milliarden US-Dollar von Elon Musk, um ihn zu besiegen?

David Beasley hat die Super-Reichen um Elon Musk in die Pflicht genommen, mehr Geld im Kampf gegen den Welthunger einzusetzen. Konkret forderte der Chef des UN-Welternährungsprogramms eine Spende von jeweils 6 Milliarden US-Dollar. Wie Musk darauf reagierte und was die Summe bewirken könnte, erfährst du hier. Im Clip: 3 Helfende in Krisengebieten.
Welthunger: Reichen 6 Milliarden US-Dollar von Elon Musk, um ihn zu besiegen?
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Das Wichtigste zum Thema Welthunger

  • Jeder 10. Mensch auf der Welt hungert oder lebt am Rande einer Hungersnot. Um das zu ändern, gibt es Organisationen wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN) und die Deutsche Welthungerhilfe.

  • Ihr Ziel bis zum Jahr 2030: Zero Hunger. Auf dem Weg dorthin stockt es aber, unter anderem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

  • Um den Welthunger zu besiegen, ist vor allem auch der Einsatz der reichsten Menschen wie Elon Musk notwendig. Sie sollen nach Wunsch des Direktors des UN-Welternährungsprogramms 6 Milliarden US-Dollar spenden - einen Bruchteil ihres Gesamtvermögens.

Super-Reiche im Kampf gegen Welthunger gefordert - Elon Musk reagiert

David Beasley, Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, forderte in einem Interview mit dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN: Die reichsten Menschen der Welt wie Elon Musk und Jeff Bezos sollten einen Teil ihres enormen Vermögens im Kampf gegen den Welthunger einsetzen.

Konkret erklärte Beasley, die Super-Reichen sollten jeweils 6 Milliarden US-Dollar spenden, um mehr als 40 Millionen vom Hungertod bedrohten Menschen das Leben zu retten.

Elon Musk, mit einem Vermögen von über 300 Milliarden US-Dollar der reichste Mensch, stellte daraufhin über Twitter eine entsprechende Spende in Aussicht. Voraussetzung: Beasley solle veröffentlichen, wie die Geldsumme eingesetzt und inwiefern damit der Welthunger besiegt würde.

Beasley erklärte daraufhin, einmalig 6 Milliarden US-Dollar würden das Problem des Welthungers zwar nicht lösen. Die Spende würde aber einen wichtigen Beitrag leisten. Daher bat er Musk um ein persönliches Treffen. Ob und wann dieses Gespräch stattfindet, ist noch offen.

David Beasley


David Beasley stellte zudem klar, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen veröffentliche ohnehin stets alle seine Aktivitäten.
© picture alliance/dpa/MAXPPP | Sébastien Muylaert

So ist die Lage: Welthunger-Index 2021

Von den rund 7,9 Milliarden Menschen auf der Erde hungern über 810 Millionen und mehr als 40 Millionen leben am Rande einer Hungersnot. Jeder 10. Mensch hat demnach nicht genug zum Essen.

Das Ziel, bis zum Jahr 2030 den Welthunger zu besiegen, ist weit entfernt. Laut der Welthungerhilfe nimmt die Zahl der Hungernden und Armen seit einigen Jahren sogar wieder zu. Gründe dafür sind unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie, vor allem aber der Klimawandel und (kriegerische) Konflikte.

Besonders dramatisch ist die Situation in Ländern wie Somalia, dem Jemen, der Demokratischen Republik Kongo und Madagaskar. Dort ist das Hungerproblem laut Welthunger-Index (WHI) 2021 "gravierend" beziehungsweise "sehr ernst".

Der WHI basiert auf 4 Indikatoren: Unterernährung der Bevölkerung, akute Unterernährung bei Kindern (Auszehrung), Wachstumsverzögerung als eine Folge von chronischer Unterernährung und Kindersterblichkeit.

Mithilfe dieser Gradmesser ordnet die Welthungerhilfe die Länder in eine Skala ein: von 0 (kein Hungerproblem) bis 100 (größtmögliche Hungerkrise). Je niedriger der WHI-Wert ist, desto besser steht es also um die Ernährung in dem entsprechenden Land.

Grafik Welthunger-Index 2021


Aufgrund unvollständiger Daten konnte kein individueller WHI-Wert Südsudan und Syrien berechnet werden. Auf Basis verfügbarer Daten wurden die Länder vorläufig in die Kategorien der WHI-Skala eingestuft.
© Galileo

Wie viel würden Musks 6 Milliarden US-Dollar wirklich helfen?

  • 🤝

    Spenden sind für Organisationen wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen wichtig, um ihre Hilfen zu finanzieren. Ohne das Geld können sie bedrohte Regionen nicht mit Lebensmitteln und anderen Gütern versorgen.

  • 🇩🇪

    Im letzten Jahr sammelte das UN-Welternährungsprogramm Spenden in Höhe von rund 8,4 Milliarden US-Dollar. Von den knapp 60 Geldgeber-Staaten spendet Deutschland mit am meisten.

  • 💸

    Spendet Musk 6 Milliarden US-Dollar, verdoppelt sich der Betrag also beinahe. Langfristig wäre selbst eine Spende dieser gewaltigen Größenordnung aber wohl nur ein (größerer) Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Stein.

  • 💰

    Einer Studie des "International Institute for Sustainable Development" zufolge bräuchte es bis 2030 jedes Jahr mindestens weitere 14 Milliarden Euro an Spenden, um den Welthunger einzudämmen.

  • 🤔

    Viele Ursachen für den Welthunger lassen sich ohnehin nicht direkt mit Geld- oder Lebensmittelspenden beheben. Bedrohte Regionen benötigen vielmehr nachhaltige strukturelle Veränderungen.

  • 🥵

    Zum Beispiel müssen Friedensprozesse stärker gefördert werden, damit es weniger bewaffnete Konflikte gibt, die die Menschen vertreiben. Außerdem braucht es dringend Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel, durch den Extremwetter wie Dürren oder Überflutungen zunehmen und landwirtschaftliche Flächen sowie Lebensräume zerstört werden.

  • 🙏

    Mit seiner angedeuteten Spende bekommt Elon Musk kurzfristig zunächst - wieder einmal - öffentliche Aufmerksamkeit. Lässt er seinen Worten Taten folgen, ziehen andere Super-Reiche aber womöglich nach und der Kampf gegen den Welthunger erhält nachhaltig Beachtung.

Veröffentlicht: 06.11.2021 / Autor: Alexander Duebbert