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Weniger ist mehr? So wirst du zum Minimalisten - und das bringt es dir

Dinge sind völlig überbewertet - sagen zumindest Minimalisten. Ihre Philosophie: Je weniger du besitzt, desto glücklicher bist du. Das schauen wir uns genauer an und treffen Aussteiger Marc Freukes.
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Das Wichtigste zum Thema Minimalismus

  • "Die Dinge, die du besitzt, werden letztendlich dich besitzen" (Tyler Durden, Fight Club). Was denkst du - wie viele Dinge stehen in deinen 4 Wänden?

  • Als Durchschnitts-Deutscher besitzt du laut statistischem Bundesamt rund 10.000 Dinge. Zum Vergleich: Vor 100 Jahren waren es circa 180.

  • Besitz stand lange für Prestige - wer viel besitzt, ist reich. Doch es gibt eine Gegenströmung: Minimalismus. Für Minimalisten bedeutet Reichtum, wenig zu besitzen und den Fokus aufs Wesentliche, Immaterielle zu lenken.

  • Denn: Weniger ist mehr. Besitz allein macht nicht glücklich und kann zum Ballast werden. Freiheit heißt nicht länger, sich kaufen zu können, was man will - sondern mit weniger auskommen.

  • Neben dem Streben nach Glück hat ein minimalistischer Lebensstil noch einen positiven Effekt: Er schont die Umwelt. Geringer Konsum produziert weniger Müll und senkt die CO2-Bilanz. Der jährliche Plastik-Müll extremer Minimalisten passt in ein Marmeladenglas.

3 mögliche Wege: So wirst du zum Minimalisten

© Getty Images

 

Ordnungs-Gurus wie Marie Kondo, Minimalismus-Influencer oder Filme wie "100 Dinge" zeigen: Das meiste, das du besitzt, brauchst du gar nicht. Aber woher weiß man, welche Dinge das sind? Diese Methoden helfen dir:

1. Mach's wie Marie: Behalte nur, was dich glücklich macht

Marie Kondo sagt: Weg mit den Dingen, die kein positives Gefühl in dir wecken. Ihre Methode ist simpel: Bevor du mit dem Ausmisten beginnst, räumst du deine Wohnung auf und sortierst die Dinge übersichtlich.

Dann nimmst du jeden Gegenstand deiner Wohnung einzeln in die Hand und fragst dich: Macht er mich glücklich? Spüre ich Freude? Ja? Behalten. Nein? Weg damit.

2. Jeden Tag ein Korb: eine Woche lang

Bei der Korb-Methode füllst du eine Woche lang jeden Tag einen Wäschekorb mit Dingen, die sich angehäuft haben oder dir einfach nicht mehr gefallen. Nach 7 Tagen sieht deine Wohnung um einiges aufgeräumter aus.

Noch Zweifel, ob du das alles wirklich wegschmeißen sollst? Dann stell die Sachen eine weitere Woche in den Keller. Vermisst du irgendwas? Ja? Hole dir diesen Gegenstand wieder. Nein? Weg mit dem alten Ballast.

3. Alles auf Anfang mit der Karton-Methode

Jetzt wird's ein bisschen extrem - aber auch sehr effektiv. Bei dieser Methode tust du kurzzeitig so, als würdest du ausziehen, und packst alle Gegenstände in Umzugskartons. Sortiere, was zusammengehört (Klamotten zu Klamotten, etc.). Deine Möbel bleiben stehen.

Nun schau doch mal, wie viele Gegenstände aus den Kartons du die nächsten 2 Wochen wirklich verwendest. Die stellst du zurück ins Regal - und alles andere kommt weg.

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Alles muss raus – aber wohin mit dem Zeug?

  • 👍

    Ebay: der Klassiker. Und wenn du Kleinanzeigen aufgibst, lernst du nebenbei vielleicht sogar noch nette Menschen aus der Nachbarschaft kennen.

  • 👚

    Kleiderkreisel: Der Online-Flohmarkt für Klamotten. Perfekt für Kleider, die einfach zu schön für den Altkleider-Container sind.

  • 🎁

    Verschenken: Jede Stadt hat mindestens eine "Zum Verschenken"-Facebook-Gruppe. Vorteil: Die Sachen werden auch noch abgeholt.

  • 💚

    Soziale Einrichtungen: Spende deine gebrauchten Sachen an wohltätige Organisationen. Auf wohindamit.org bekommst du einen Überblick zu den Anlaufstellen in deiner Stadt.

Sharity - warum kaufen, wenn man so viel ausleihen kann?

Du brauchst eine Bohrmaschine nur für einen Tag und willst dir nicht extra dafür eine anschaffen? Dann leih dir doch einfach via App eine aus deiner Nachbarschaft. Weiter unten erfährst du, welche App sich für wen am besten eignet.

Das "Sharing Economy" dahinter, also das Teilen von verschiedensten nützlichen Dingen, wird immer beliebter. Dadurch sagst du nicht nur dem Konsum den Kampf an, sondern lernst gleichzeitig nette Leute kennen, sparst Geld - und Platz für sperrige Gegenstände in deiner Wohnung.

Sharing is Caring - diese Verteiler-Apps helfen dir

  • 🥪

    Lebensmittel: Nach deiner Party ist noch das halbe Buffet übrig - oder du fährst morgen in den Urlaub und willst den Vorrat im Kühlschrank nicht verkommen lassen? Dann kannst du dein Essen kostenlos auf foodsharing.de anbieten und abholen lassen.

  • 🔨

    Nutz-Gegenstände: Schubkarren, Heckenscheren, Bohrmaschinen - Dinge, die man selten braucht und teuer in der Anschaffung sind. Auf Nachbarschafts-Apps wie frents.com, leihdirwas.de oder wir.de suchst du das Benötigte in deiner Umgebung und leihst es dir aus.

  • 👶

    Für Familien: Baby-Bett, Kinderwagen, Klamotten - Kinder wachsen schnell aus allem raus. Auf kilenda.de kannst du alles rund ums Kind mieten. Egal ob Umstands-Mode, Spielzeug oder Buggy.

Veröffentlicht: 15.09.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau