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US-Vorwahlen: Joe Biden baut seinen Vorsprung aus

Joe Biden eilt bei den US-Vorwahlen weiter von Sieg zu Sieg. Ist das Rennen schon entschieden? Und wie laufen die Vorwahlen überhaupt?

Das Wichtigste zum Thema US-Vorwahlen

  • Am 3. November 2020 wählen die US-Amerikaner ihren Präsidenten - das Wahljahr startete Anfang Februar mit den Vorwahlen in Iowa. Dabei werden die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und der Demokraten ermittelt.

  • Die Vorwahlen laufen bis Juni. Auf Bundesstaatsebene werden Delegierte gewählt, die dann auf einem Nominierungsparteitag den jeweiligen Präsidentschaftskandidaten der Partei bestimmen.

  • Bei den Republikanern läuft alles auf eine erneute Kandidatur von US-Präsident Donald Trump hin, bei den Demokraten ist mittlerweile Joe Biden klar vorne.

So liefen die Wahlen in 4 Bundesstaaten

So laufen die Vorwahlen bei den Demokraten ab

  • Am Super Tuesday am 6. März gelang Joe Biden ein eindrucksvolles Comeback. Der ehemalige Vize-Präsident der USA siegte an diesem Abend in den meisten US-Bundesstaaten.

  • Mehr als ein Drittel aller Delegiertenstimmen wurden am Super Tuesday vergeben, so viel wie an keinem anderen Vorwahltag.

  • Bernie Sanders, bis dato Führender in den landesweiten Umfragen, ist seitdem im Hintertreffen. Auch am Big Tuesday am 11. März gewann Biden die meisten Staaten.

  • Jetzt führt Biden mit 1142 Delegiertenstimmen. Sanders kommt auf 824 (Stand: 20. März 2020). Für eine Nominierung benötigt ein Kandidat bei den Demokraten 1.991 Delegiertenstimmen.

Das sind Biden und Sanders

Wie tickt eigentlich Joe Biden?

US-Präsidentschaftswahlen: Wie tickt eigentlich Joe Biden?

Wie tickt eigentlich Joe Biden?

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Die Bedeutung von Vorwahlen im politischen System der USA

  • Die Vorwahlen gelten als demokratisches Instrument, mit dem die Wähler direkten Einfluss auf die Auswahl der Personen in der Spitzenpolitik ausüben.

  • In den USA prägt ein Präsidentschaftskandidat maßgeblich die Politik seiner Partei. Da er sich in den Vorwahlen durchsetzen muss, sichert er sich so die Unterstützung der Basis.

  • Zum Vergleich: In Deutschland bestimmen die Parteien die Kandidaten für wichtige Ämter. Und die Parteien legen auch die Leitlinien ihrer Politik fest.

In diesem Modus finden die Vorwahlen statt

Es gibt 2 Vorwahl-Formate auf Bundesstaats-Ebene: Primary und Caucus.

Im Caucus-Verfahren werden auf kommunaler Ebene Wählertreffen abgehalten. Hier können die Kandidaten oder ihre Vertreter kurze Reden halten, anschließend werden in offener Abstimmung beispielsweise durch Handzeichen die Stimmen ermittelt.

Im Primary-Verfahren dagegen wird geheim gewählt - wie in Deutschland mit Hilfe von Stimmzetteln und Wahlurnen.

Bei den Primaries wird dazu zwischen open und closed unterschieden: Bei einer "open"-Primary können Wähler aller Parteien abstimmen, also auch Demokraten bei der republikanischen Vorwahl oder andersherum. Bei einer "closed"-Primary dürfen nur registrierte Wähler der eigenen Partei teilnehmen.

Das Primary- und das Caucus-Verfahren erklärt

So laufen die Vorwahlen bei den Republikanern ab

  • Bei den Republikanern ist eigentlich alles schon so gut wie entschieden.

  • Nach mehreren glasklaren Siegen von Donald Trump - unter anderem beim Super und Big Tuesday - haben die beiden krassen Außenseiter, William Weld und Joe Walsh, fast gar keine Chancen auf eine Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

  • Aufgrund der offensichtlichen Chancenlosigkeit von Weld und Walsh wurden die republikanischen Vorwahlen in einigen Bundesstaaten sogar abgesagt.

Veröffentlicht: 11.03.2020 / Autor: Johannes Huyer