Wie dieses Emoji einen Streit verursachen kann

Wie dieses Emoji einen Streit verursachen kann

vor 2 Jahren

Hattet ihr nicht auch schon mal einen Streit, weil ihr aus Versehen die falschen Emojis hinter eine Nachricht gesetzt habt? Oder viel schlimmer: Ihr habt den – eurer Meinung nach – richtigen gesetzt, aber bei eurem Gesprächspartner kam er falsch an? Schuld daran sind die unterschiedlichen Plattformen. Hier kommt die Erklärung. 

Jetzt könnte man denken: Emojis, wirklich? Darüber lohnt es sich zu berichten? Ja, tut es. Denn nicht nur wir oder ihr hattet schon Probleme damit, sondern auch Wissenschaftler. Es muss ja einen Grund geben, dass genau diese schlauen Menschen empirische Untersuchungen zum Thema Emojis anstellen. Dazu, welche am häufigsten genutzt werden, welche am wenigsten – und das unterteilt nach den unterschiedlichen Herstellern. Dementsprechend wurden auch die Missverständnisse untersucht. Und ja, es ist ganz „natürlich“, dass diese passieren. Sehr zum Leidwesen der Kommunikations-Teilnehmer.

Die Studie wird offiziell erst im Mai auf der 10th International AAAI Conference on Web and Social Media (ICWSM) in Köln vorgestellt.

Die Missverständnisse um Emojis sind ganz einfach zu erklären: Für unser Smartphone ist jedes Emoji ein ganz normales Zeichen; wie ein Buchstabe auch. Deshalb muss es genauso in eine Schriftart übersetzt werden. Aber jedes Betriebssystem hat seine eigene Schriftart. Und innerhalb der Betriebssysteme gibt es nochmal Unterschiede; beispielsweise zwischen Samsung, HTC und LG (die alle Android benutzen). Daher sehen die umgewandelten Emojis dann jeweils anders aus. Und bedeuten zum Teil etwas anderes.

Emojis

Das beste Beispiel ist das Emoji Grinsendes Gesicht mit lächelnden Augen. Ständig und überall führt es zu Diskussionen, ob es eher positiv oder negativ behaftet ist. Das ist auch total logisch, wenn man sich die unterschiedlichen „Übersetzungen“ genau anschaut. Auf dem iPhone kann man es durchaus negativ verstehen, bei Samsung ist es eindeutig positiv.

Um das zu bestätigen, legten Doktorandin Hannah Miller und ihre Kollegen von der University of Minnesota, einen Fragebogen an. Damit wollten sie untersuchen, ob und inwieweit wir die gleichen Emojis unterschiedlich interpretieren. Dazu sollten die Teilnehmer die 22 meist genutzten Emojis zunächst mit Worten beschreiben und danach auf einer Skala von „sehr negativ“ bis „sehr positiv“ einordnen. Das ist das Ergebnis für unser Beispiel-Emoji:

Emojis

Was auf dem iPhone negativ gemeint ist, landet beim Samsung- oder LG-Empfänger als positives Bild. Das erklärt so einiges. Und das betrifft nicht nur dieses Emoji, sondern insgesamt 9 von den 22 untersuchten. Diese wiesen Unterschiede von mindestens zwei Punkten auf der -5 bis +5 Skala auf.

Aber der Unterschied besteht nicht nur zwischen verschiedenen Geräten. Zwei Menschen sahen sich ein und dasselbe Emoji in „Apple-Schrift“ an und interpretierten es unterschiedlich. Als Beispiel dient erneut das Emoji Grinsendes Gesicht mit lächelnden Augen (vielleicht sollte man überlegen, es zu entfernen, wenn es so viele Missverständnisse provoziert). Denn nicht alle finden es negativ:

Emojis

Und die Wissenschaftler sind noch lange nicht fertig. Als nächstes wollen sie nicht-menschliche-Emojis untersuchen und vergleiche, wie die Mini-Symbole in unterschiedlichen Ländern verwendet werden. Es gibt also noch eine Menge zu tun, damit solche Konversationen wie diese hier nicht mehr stattfinden:

Emojis

Wenn ihr bis dahin solche Missverständnisse vermeiden wollt, solltet ihr am besten ganz auf Emojis verzichten. Naja, oder zumindest auf das ominöse Grinsendes Gesicht mit lächelnden Augen (ja, es wird schwer fallen, das denken wir auch). Aber dadurch werdet ihr euch bestimmt die ein oder andere Diskussion ersparen.

Jetzt haben wir uns hauptsächlich mit einem bestimmten Emoji beschäftigt. Hier zeigen wir euch, wie ihr auch die anderen richtig benutzt:

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