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Wintersonnenwende - jetzt werden die Tage wieder länger

Der 22. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. Ab jetzt werden die Tage länger. Was das mit deiner inneren Uhr macht und wie du dem Winterblues trotzen kannst, steht hier.

Das Wichtigste zum Thema Wintersonnenwende

  • Die Wintersonnenwende markiert den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Sie findet jedes Jahr am 21. oder 22. Dezember statt.

  • Der genaue Zeitpunkt der Wintersonnenwende ist 5:19 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Dann erreicht die Sonne ihren südlichsten Punkt auf dem südlichen Wendekreis.

  • Der Tag der Wintersonnenwende ist gleichzeitig der astronomische Winteranfang.

  • Am Nordpol geht die Sonne jetzt gar nicht auf.

  • Das Weihnachtsfest wurde zu seiner Einführung auf den Tag der Wintersonnenwende gelegt, damals nach dem Julianischen Kalender am 25. Dezember.

Und wie kurz ist der kürzeste Tag jetzt genau?

Im nördlichen Hamburg zum Beispiel geht die Sonne erst um 8.35 Uhr auf und um 16.01 Uhr bereits wieder unter – der Tag ist mit 7 Stunden und 26 Minuten ziemlich kurz. In Frankfurt am Main dagegen geht die Sonne bereits um 8.22 Uhr auf und erst um 16.24 Uhr wieder unter – der Tag dauert acht Stunden und eine Minute. Je weiter du nach Süden kommst, desto länger werden die Tage: In München beginnt der Tag am 22.12. schon um 8.02 Uhr und endet erst um 16.21 Uhr – das bedeutet 8 Stunden und 19 Minuten Tageslicht, fast eine Dreiviertelstunde mehr als in Berlin.

Jetzt werden die Tage wieder länger – aber nicht so, wie du vielleicht denkst

Kommst du jetzt morgens wieder leichter aus dem Bett? Nicht ganz. Unsere Tage werden zwar wieder länger, aber morgens wird es noch nicht wieder früher hell. An Silvester kommt es zum spätesten Sonnenaufgang. Ab da wird es morgens früher hell. Und erst zum 12. Februar werden die Tage sowohl morgens als auch abends länger. Um den 21. März herum sind dann Tag und Nacht gleich lang- Man nennt das auch Tag-Nacht-Gleiche oder Äquinotikum. Der längste Tag des Jahre ist der 20. Juni.

Druiden, Barden & Partypeople: So wird die Sonnenwende in Stonehenge gefeiert

© picture alliance / empics

Der rätselhafte Steinkreis von Stonehenge fasziniert Forscher und Besucher schon lange und gilt  als spiritueller Ort. Zur Sommer- und zur Wintersonnenwende zieht Stonehenge besonders viele Besucher an. Am Morgen nach der längsten Nacht des Jahres geht dieses Jahr dort um 8.11 Uhr die Sonne auf und viele Menschen wollen das feiern. Sie singen, tanzen und beten oder spüren der besonderen Energie dieses geheimnisvollen Ortes nach. Aber auch Druiden müssen Parkgebühren zahlen. Der Eintritt zum Heiligtum ist an diesem Morgen jedoch frei.

Immer noch so dunkel! Was macht das mit dem Körper? Antworten von Chronobiologe Dr. Rainer Spessert von der Universität Mainz

  • Ist es normal, dass mir das Aufstehen im Dunkeln so schwer fällt?

  • 💬

    Ja, es ist normal, dass wir im Winter abends früher und morgens länger müde sind. Die winterlichen Lichtbedingungen werden über das Auge an die innere Uhr des Körpers im Hypothalamus des Gehirns weitergeleitet und bewirken, dass die innere Uhr abends früher und morgens länger auf „Nacht zeigt“. Dies wiederum führt dazu, dass der Körper über einen längeren Zeitraum müde ist, sich also in einem „Ruhemodus“ befindet.

  • Kommt im Winter unser Biorhythmus durcheinander? Leben wir gegen unsere innere Uhr?

  • 💬

    Nein, der Biorhythmus kommt nicht durcheinander, er ist nur verändert. Die innere Uhr erzeugt in unserem Körper auch im Winter einen intakten Biorhythmus mit Tag- und Nachtphase. Gegen unsere innere Uhr leben wir nur dann, wenn wir die verlängerte Müdigkeitsphase ignorieren und unsere tageszeitlichen Aktivitäten nicht anpassen.

  • Also sollten wir im Winter früher schlafen gehen?

  • 💬

    Ja, wenn man sich früher müde fühlt. Ein gewisses Maß an Müdigkeit sollte man als für den Winter normal betrachten und ruhig zulassen. Dies ermöglicht uns, länger zu schlafen und auszuruhen und so für den vorkommenden Sommer Energien „zu tanken“.

Das hilft gegen den Winterblues

  • 🌞

    Viel rausgehen tagsüber und Sonnenlicht tanken. Spessert empfiehlt, "nach Möglichkeit die sonnigsten Tage und die hellste Zeit des Tages" zu nutzen.

  • 🌛

    Abends das Licht dimmen, vor dem Schlafengehen nicht mehr auf Smartphone & Co. starren oder den Dark Mode aktivieren.

  • 😴

    Wenn du nicht gut einschlafen kannst, kannst du abends Melatonin einnehmen. Das Hormon gibt es als Präparat, es steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und signalisiert Müdigkeit.

  • 🕰

    Regelmäßige Rhythmen einhalten, jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit essen und schlafen.

Veröffentlicht: 22.12.2019 / Autor: Ischta Lehmann

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