Wissenschaftler haben einen sechsten Geschmackssinn entdeckt
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Wissenschaftler haben einen sechsten Geschmackssinn entdeckt

vor 3 Jahren

Salzig, Süß, Sauer, Bitter und Umami sind die fünf Geschmacksrichtungen, die unsere Zunge erkennt. Nun haben Wissenschaftler jedoch einen sechsten Geschmackssinn entdeckt – und der erklärt, wieso wir Pizza und Pasta so lieben.

Unser aller bester Freund: das Kohlenhydrat. Es steckt in unseren Lieblingsspeisen von Lasagne, über Pizza bis hinzu Bratkartoffeln. Viele Ernährungswissenschaftler und vor allem Diät-Experten raten von übermäßigem Verzehr ab, da Kohlenhydrate dick machen würden. Aber keine Sorge, es gibt eine Ausrede: Wissenschaftler haben nun herausgefunden, wieso wir so auf Pizza & Co. stehen.

Die Wissenschaftlerin und Professorin der Oregon State Unviersity Juyun Lim hat nun festgestellt, dass die bisher bekannten Geschmackssinne einen ganz bestimmten Teil unserer Ernährung nicht erfassen: Kohlenhydrate. Lim bringt zum Ausdruck, dass es in allen Kulturen der Welt Hauptmahlzeiten gibt, die Kohlenhydrate beinhalten.

Die Top 3 Produkte die wir weltweit konsumieren sind Reis, Weizen und Mais. Alle drei bestehen unter anderem aus Kohlenhydraten. Deshalb ist es laut Lim ungewöhnlich, dass wir für diese Produkte keine eigenen Namen für diese Geschmacksrichtung haben. Die von ihnen vorgeschlagenen sechste Geschmacksrichtung soll demnach „starchy“ heißen, was man mit „stärkehaltig“ übersetzten könnte. Stärke ist eine komplexe Form der Kohlenhydrate, die lebensnotwendig für unseren Körper ist. Deshalb sind die Wissenschaftler überzeugt, dass wir dafür auch eine Geschmacksrichtung auf unserer Zunge haben müssten.

Der sechste Geschmackssinn: „stärkehaltig“

Bisher haben Wissenschaftler vermutet, dass Kohlenhydrate für die menschliche Zunge eher süß schmecken. Um diese Annahme zu überprüfen wurden den Teilnehmern einer Studie ein Blocker gegeben, der die Rezeptoren der Zunge, die die Geschmacksrichtung „Süß“ wahrnehmen für einen kurzen Zeitraum außer Kraft setzte. Daraufhin wurde ihnen eine Kohlenhydrat-Lösungen verabreicht. Dabei sollten sie beschreiben, was sie schmecken. Eine Großzahl der Teilnehmer beschrieb ihr Geschmackserlebnis mit „stärkehaltig“. Da die Beteiligten kein „süß“ schmecken konnten und das Kohlenhydrat trotzdem mit „stärkehaltig“ bezeichneten, wurde die Vermutung der Wissenschaftler bestätigt. Wir können Kohlenhydrate wirklich „schmecken“.

Unser Geschmackssinn hilft uns beim Überleben

Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen sehen auch die Evolution als Erklärung für einen sechsten Geschmackssinn. Kohlenhydrate sind unglaublich nährstoffreich. Schon damals brauchten wir solche nährstoffreichen Lebensmittel zum Überleben. Um solche Produkte identifizieren zu können, hat sich unser Geschmackssinn entwickelt.

Ob und wann „stärkehaltig“ offiziell zu unseren Geschmacksrichtungen zählt, ist leider noch unklar. Bis dahin genießen wir einfach unsere Pasta in vollen Zügen. Sie schmeckt uns nämlich deshalb so gut, weil unsere Zunge die Kohlenhydrate wahrnimmt und als lebensnotwendig einstuft. In diesem Sinne: Guten Appetit!

In den USA ist die ketogene Diät der letzte Schrei. Bei dieser Ernährungsform verzichtet man fast vollständig auf Kohlenhydrate und ersetzt diese durch Fette. Aber ist das wirklich noch gesund?

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