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Warum werden im Herbst die Blätter bunt?

Es ist mehr als ein farbenprächtiges Naturspektakel. Hier erfährst du, aus welchem biologischen Grund sich die Blätter der Bäume im Herbst verfärben. Im Clip: Was der Herbst sonst noch zu bieten hat.
Teaserbild: Warum werden im Herbst die Blätter bunt?

Darum geht's genau

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    Für das Grün der Blätter ist das Chlorophyll verantwortlich. Den Farbstoff benötigen Pflanzen für die Photosynthese (aus Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid entstehen Glukose und Sauerstoff).

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    Wenn die Tage kälter und kürzer werden, fahren die Bäume die Photosynthese zurück. Das Chlorophyll wird abgebaut und im Stamm, den Ästen und Wurzeln bis zum nächsten Frühjahr eingelagert.

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    So kommen jene Pigmente zur Geltung, die vorher überdeckt waren: Carotinoide und Xantophylle färben die Blätter dann gelb und orange.

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    Die rötlichen Anthocyane werden neu gebildet. Man nimmt an, dass sie den Bäumen als UV-Schutz dienen.

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    Gefrorene Böden im Winter bedeuten Wassermangel, daher setzt vorher der Laubfall ein. Hätte der Baum weiterhin Blätter, die Wasser verdunsteten, würde er austrocknen und absterben.

Im Herbst blättert einiges ab

  • Eine Rosskastanie wirft bis zu 25 Kilo Laub ab, bei Birken und Buchen können es bis zu 28 Kilo sein.
  • Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) entsorgt jährlich zwischen 12.000 und 15.000 Tonnen Blätter, die von den rund 225.000 Straßenbäumen abfallen.
  • In Laubmischwäldern bedecken jedes Jahr etwa 7.000 bis 15.000 Kilo Laub und Holzreste den Boden.

Rate mal, zu welchen Bäumen diese Blätter gehören ...

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Wind, Regen und Kälte: Der Herbst hat den Sommer nun endgültig verdrängt. Unsere Reporterin Funda Vanroy hat die neuesten Gadgets getestet, die uns die triste Jahreszeit etwas versüßen sollen.

US-Version des Herbstes: Der Indian Summer (und warum er "politically incorrect" ist)

Der Indian Summer gilt im Nordosten Amerikas als fünfte Jahreszeit. Dabei handelt es sich um eine ungewöhnlich trockene und warme Wetterperiode im Spätherbst, die für eine besonders intensiven Blattverfärbung in den Laub- und Mischwäldern sorgt.

Ein Phänomen, das nicht nur die Einheimischen fasziniert, sondern auch Touristen aus aller Welt anzieht. Das Bestaunen und Fotografieren des bunten Naturspektakels wird als "leaf peeping" bezeichnet.

Die Herkunft des Begriffs "Indian Summer" ist ungeklärt. Möglicherweise geht sie auf die Haupt-Jagdzeit der nordamerikanischen Indianer zurück. Sie könnte sich aber auch auf die günstige Witterung beziehen, die Überfälle der Indianer auf Siedler noch vor dem Einsetzen des Winters begünstigte. So oder so jedenfalls steht der Begriff angesichts der aktuellen Political-Correctness-Diskussion in den USA in der Kritik.

Indian Summer


Indian Summer at its best: Farbspiele der Bäume im Pioneer Valley in Massachusetts, das im Herbst zum Hot Spot wird.
© Getty Images

Veröffentlicht: 29.10.2020 / Autor: Heike Predikant