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Die Eisheiligen kommen: Wer oder was war das nochmal?

Jedes Jahr im Mai begegnen sie dir: Eisheilige. Woher der Begriff kommt und warum der Spätfrost immer wieder Mitte Mai zuschlägt. Außerdem: So kannst du deine Pflanzen vor dem Temperatur-Tief schützen.

Dafür steht der Begriff

Als Eisheilige gelten die Tage vom 11. bis 15. Mai. Bis dahin erreichen die Temperaturen in Mitteleuropa meistens bereits zweistellige Werte. Ein schlagartiger Kälteeinbruch stört jedoch immer wieder unsere Frühlingsgefühle: In der Nacht fällt die Thermometeranzeige plötzlich wieder unter die Grenze von 0 °C.

Kalte Polarluft, die nach Mitteleuropa strömt, und gleichzeitig klarer Himmel sorgen für möglichen Bodenfrost. Dieses Phänomen tritt regelmäßig ungefähr in der Mai-Mitte auf - für Meteorologen ist es ein sogenannter "Witterungs-Regelfall".

Eisheilige Bodenfrost


Nach einer kalten Nacht Mitte Mai 2020 sind diese Pflanzen mit Frost überzogen.
© picture alliance/Stephan Jansen/dpa

 

👨‍🌾 Alte Bauernweisheit

Und den bemerkten Landwirte bereits vor Jahrhunderten. Der Frost bedrohte die Aussaat und damit auch ihre Ernte. Daher leiteten sie daraus eine Regel ab: Erst wenn die Eisheiligen überstanden waren, konnte die Saat aufs Feld.

In der heutigen Zeit sind die Eisheiligen eher eine Orientierungshilfe. Dank moderner Wettervorhersagen können Kleingartenbesitzer selbst noch kurzfristig auf Frostwarnungen reagieren. Überhaupt gibt es nicht jedes Jahr in der Mai-Mitte noch einmal Spätfrost. In den letzten Jahren fielen die Eisheiligen ohnehin sehr mild aus.

Im Süden Deutschlands kommen sie später

  • Neben ihrer klimatischen Bedeutung dienen die Eisheiligen eigentlich der Erinnerung an christliche Heilige: Am 11. Mai gedenken Christen Mamertus, am 12. Mai Pankratius, am 13. Mai Servatius, am 14. Mai Bonifatius und am 15. Mai Sophia. Sie allen waren Bischöfe oder Märtyrer.

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    Nicht überall gelten die Eisheiligen gleich, weil die Kaltluft vom Norden in den Süden vordringt. Dementsprechend zählen in Norddeutschland nur die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige, wohingegen im Süden der Zeitraum vom 12. bis 15. Mai wesentlich ist.

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    Auch die abgeleiteten Sprichwörter unterscheiden sich daher. Im Norden sagen sich die Landwirte: "Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein." Im Süden gilt eher die Regel: "Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist."

Erwarten uns auch dieses Jahr Eisheilige?

Nach dem sonnigen April erleben wir einen wechselhaften Mai. Pünktlich zu den Eisheiligen müssen sich viele Regionen Deutschlands wahrscheinlich auf einen Sprung vom Frühsommer zurück in den Spätwinter einstellen. Besonders im Süden wird der Temperatursturz wohl extrem. Graupel und Schnee sind teilweise möglich.

Mit dem Ende der Eisheiligen wird auch das Wetter wieder wärmer. Temperaturen von bis zu 20 °C sind dann wieder drin, und es bleibt voraussichtlich weitgehend trocken.

Das musst du als Hobbygärtner beachten

Veröffentlicht: 10.05.2020 / Autor: Alexander Duebbert