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Durstlöscher dank Klimawandel: Grönland verkauft sein Schmelzwasser

82 Prozent der Fläche Grönlands sind von einer Eisschicht bedeckt. Die schmilzt durch den Klimawandel schneller als erwartet. Die Grönländer brachte das auf eine Geschäftsidee: Sie verkaufen jetzt Schmelzwasser.
Die Eisfläche Grönlands schmilzt.

Das Wichtigste zum Thema Schmelzwasser aus Grönland

  • Grönland ist von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark betroffen. Die gesamte Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Erde.

  • Laut einer Studie in der Fachzeitschrift "Natur" schmolzen seit 1992 in Grönland 3.800 Milliarden Tonnen Eis. Zum Vergleich: Der Bodensee fasst rund 50 Milliarden Tonnen Wasser.

  • Seitdem stieg der Meeresspiegel nur deswegen weltweit um 10,6 Millimeter. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel, bedroht aber den Lebensraum von 100 Millionen Menschen.

  • Gleichzeitig wird das Wasser auf der Welt knapp. Mehr als 2 Milliarden Menschen haben aktuell keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser. Das entspricht 6-mal der Bevölkerung der USA.

  • Grönland möchte das Schmelzwasser jetzt wirtschaftlich nutzen - und es als Trinkwasser verkaufen. 9 Unternehmen sind bereits in das Geschäft eingestiegen.

So viel Eis trägt Grönland noch

Das Grönlandeis ist nach der Antarktis das zweitgrößte Eisreservoir der Erde. Die Fläche, die es bedeckt, ist mehr als 4-mal so groß wie Deutschland.

In den vergangenen Jahren schmilzt der Eispanzer aber immer schneller. Seit 2012 verliert das Land jährlich 13-mal so viel Eis wie noch in den 1990er Jahren.

Würde - rein theoretisch - Grönland komplett abschmelzen, läge der Meeresspiegel weltweit um 7,4 Meter höher.

Schlittenhunde laufen in Grönland durchs Wasser

© Steffen M. Olsen/Danmarks Meteorologiske Institut/dpa

 

Schmilzt das Grönlandeis entstehen Schmelzwasserseen. Davon gibt es in den letzten Jahren immer mehr.

Wissenschaftler sind besorgt. Denn die Seen können durch die Eisdecke brechen und sich innerhalb von wenigen Stunden entleeren. Die Wassermengen heben den Meeresspiegel, Risse in der Eisschicht entstehen und machen sie instabil.

Mein Porsche, meine Villa, mein Wasser: Luxus-Wasser aus aller Welt

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    "Cloud Juice": "Die Tränen Gottes" stammen aus Tasmanien. 9.750 Regentropfen sollen in einer Flasche stecken. Die stammen aus einer Region mit der weltweit saubersten Luft.

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    "Veen Velvet": Das Quellwasser stammt aus Lappland und wird auch als "Champagner unter den Quellwassern" bezeichnet.

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    "Voss": Das Wasser aus einem norwegischen Gletscher lassen sich die Schönen und Reichen gerne schmecken. Die Flasche wurde von dem ehemaligen Chefdesigner von Calvin Klein kreiert.

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    "Fiji Water": Der "Taste of Paradise" stammt von der Insel "Viti Levu" im Pazifik.

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    "Heartsease": Das Wasser soll gegen Liebeskummer helfen. Der Grund: Purpurfarbene Stiefmütterchen wachsen im Quellgebiet in den Radnor Hills in Wales.

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    "Ty Nant": Auch dieses Luxuswasser stammt aus Wales. Dem britischen Königshaus schmeckt es auf jeden Fall vorzüglich.

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    "Fillico": Pro Monat werden am Fuß des Mount Rokko in Japan nur 5.000 Flaschen des edlen Wassers abgefüllt.

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    "Antipodes": Dieses Trinkwasser wird aus der Otakiri-Quelle gewonnen. 50 Jahre braucht es bis es an die Oberfläche gelangt.

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    "Super Nariwa Concentrated Water": Einige Millionen Jahre soll das Luxus-Wasser alt sein. Es wird nur tröpfchenweise konsumiert.

Die Alternative zum Edelwasser

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    Die Luxus-Wässerchen sind nicht nachweisbar besser für den Körper. Außerdem fallen oft lange Transportwege an. Unser Tipp: Leitungswasser. Wasser aus dem Hahn gilt in Deutschland als das am besten kontrollierte Lebensmittel.

Veröffentlicht: 18.02.2020 / Autor: Franziska Schosser