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Frage des Tages: Revolutioniert diese Wasserspinne die Schifffahrt?

Dank dieser unscheinbaren Wasserspinne entwickelten US-Forscher ein unsinkbares Metall. Für die Schiffahrt eine Sensation.

Darum geht's genau

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    US-Forscher der University of Rochester entwickelten ein Verfahren, um Metall unsinkbar zu machen. Die Idee kam von der Wasserspinne Argyroneta aquatica und ihrer aus feinem Netz gesponnenen "Taucherglocke". Die Spinne nutzt die so eingefangene Luft, um Auftrieb zu erzeugen.

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    Um Metalle zum Schwimmen zu bringen, muss man sie bisher zu luftgefüllten Hohlräumen formen, wie beim Rumpf eines Schiffes oder eines U-Boots oder sie mit Auftriebskörpern versehen, wie Messbojen.

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    Mit Lasergravur versahen die Forscher die Metalloberfläche mit Nanostrukturen und machten sie so wasserabweisend. Dann kombinierten sie 2 gravierte Bleche zu einem Sandwich mit nach innen zeigenden Nanostrukturen. Der Abstand dazwischen ist gerade so klein, dass die Nanostrukturen das Wasser verdrängen und ein schmaler luftgefüllter Hohlraum entsteht. Diese Luft reicht, um das Metallobjekt unsinkbar zu machen.

Das sagt Professor Gerhard Wilde vom Institut für Materialphysik von der Universität Münster:

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    Die Leistung der Forscher besteht darin, die 2 metallische Oberflächen mit der Nanostruktur derart zu verbinden, dass die Luftschichten gefangen bleiben und genügend Volumen vereinen, damit der Auftrieb reicht, damit das Metall nicht sinkt. Je höher die Dichte des verwendeten Metalls, desto schwieriger ist das Verfahren.

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    Es stimmt nicht, dass alle Metalle im Wasser sinken. Lithium, Natrium oder Kalium haben zum Beispiel eine niedrigere Dichte als Wasser. Allerdings sind sie hoch reaktiv, d.h. sie würden sofort zersetzt werden. Sie könnten sogar Wasserstoff dabei freisetzen und unter Wasser in Brand geraten. Für den Schiffsbau wären sie deswegen definitiv nicht geeignet.

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    Prinzipiell könnte das neue Verfahren Schiffe künftig unsinkbar machen, allerdings existiert bislang keine Technik, um derart große Strukturen und Flächen mit einer geeigneten Nanostruktur zu versehen.

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    Das Verfahren könnte bei kleineren Gegenständen oder Strukturen zum Einsatz kommen. Denkbar ist der Nutzen bei mechanischen Strukturen im Körper, wie Herzschrittmachern.

Das solltest du dir merken

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    Forscher sind dem unsinkbaren Schiff durch das Verfahren ein großes Stück nähergekommen. Allerdings besteht die Schwierigkeit derzeit noch darin, das Verfahren bei großen Flächen anzuwenden. Und sauteuer ist das Ganze im Moment auch noch.

Veröffentlicht: 12.11.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab