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Tierische Klimasünder: Die Ökobilanz von Hunden

Gar nicht wau: 8,2 Tonnen Treibhausgase verursachen Hunde in ihrem Leben. Hier erfährst du, wie du die Ökobilanz deines Vierbeiners verbessern kannst - und was eine Umweltschützerin auf 4 Pfoten an einem Strand in Japan treibt.
Süß, aber klimaschädlich. Wie ist die Ökobilanz des besten Freundes und wie kann man seinen ökologischen Pfotenabdruck verringern?

Das Wichtigste zum Thema Ökobilanz

  • Die Ökobilanz ist eine bilanzierende Untersuchung auf Umweltverträglichkeit. Sie zeigt, wie sich ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Verhaltensweise auf die Umwelt auswirkt.

  • Ursprünglich wurde die Methodik vor allem zur "grünen" Bewertung von Produkten entwickelt - von der Herstellung bis zur Entsorgung. Daher stammt der Begriff "Lebenszyklus-Analyse".

  • Für eine Ökobilanz müssen alle umwelt-relevanten Vorgänge erfasst und in vergleichbare Daten übersetzt werden: Welche Menge an Ressourcen wurden verbraucht, wie viel Energie eingesetzt, welcher Transportweg zurückgelegt?

  • Jeder Mensch und jedes Tier hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck: Darunter versteht man die Fläche auf der Erde, die nötig ist, um den jeweiligen Lebensstil zu ermöglichen, die verbrauchten Ressourcen zu erneuern und den entstandenen Abfall aufzunehmen.

Die Ökobilanz des Hundes: Da kommt ganz schön was zusammen

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, der beste Freund der Natur ist er nicht. Eine Tonne Kot, 2.000 Liter Urin und 8,2 Tonnen Kohlendioxid - so sieht die Ökobilanz eines Hundes aus, der rund 15 Kilo schwer ist und etwa 13 Jahre lebt.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin. Demnach erzeugen Vierbeiner bis zu ihrem Tod so viele Treibhausgase wie ein Auto, mit dem 72.800 Kilometer gefahren wurde. Oder wie 13 Hin- und Rückflüge von Berlin nach Barcelona.

Als größter Problem-Faktor gilt das Hundefutter. Davon vertilgt der Wauwau um die 4.500 Kilo pro Jahr. Allein wegen des hohen Fleischanteils wirkt sich die Produktion des Futters negativ aufs Klima aus - und das Fleisch stammt meist aus der Massentierhaltung. Zudem muss das Futter verpackt und transportiert werden.

Auch die Ausscheidungen des Tieres tun unserem Planeten nicht gut: Sie tragen unter anderem zu einer unerwünschten Nährstoff-Anreicherung in Gewässern und zur Versauerung der Böden bei.

Und machen die Plastiktüten, mit denen Besitzer die Häufchen ihrer Hunde einsammeln, alles noch schlimmer? Erstaunlicherweise: nein. Die zusätzliche Umweltbelastung durch die Herstellung der Beutel sei deutlich geringer als der Schaden, den die Hundehaufen anrichten.

Hund


Fleischfressende Hunde belasten die Umwelt: Unter den Haustieren haben lediglich Pferde eine noch schlechtere Ökobilanz.
© Getty Images

Haustier versus Auto: Ein Vergleich

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    Wer ein Pferd im Stall hat, könnte stattdessen pro Jahr auch 21.500 Kilometer mit dem Auto fahren - und würde so die Umwelt gleichermaßen belasten.

  • 🐈

    Bei einer Katze entspricht der Umweltschaden 1.400 Auto-Kilometern im Jahr.

  • 🐠

    100 Zierfische haben die gleiche Ökobilanz wie 1 Katze. Ein einzelner Fisch verbucht damit aufs Jahr gerechnet so viele Umwelt-Belastungspunkte (UBE) wie eine 14 Kilometer lange Autofahrt.

7 Tipps, wie du die Ökobilanz deines Vierbeiners verbessern kannst

  • 🍍

    Bei Körbchen, Leine und Co. auf nachhaltige Materialen achten. Pinatex beispielsweise ist eine Leder-Alternative aus Ananas-Fasern.

  • ♻️

    Noch klimaschonender: Nach Second-Hand-Zubehör oder Upcycling-Produkten gucken. Borgen geht auch: hundelig.de verleiht unter anderem Welpen-Geschirr.

  • 🔄

    Ausrangiertes Equipment kann man auf napf-bar.de spenden und tauschen.

  • 🚌

    Gassigehen im Grünen oder Termin beim Tierarzt - vielleicht kriegst du das ja auch ohne Auto hin. In Deutschland dürfen Hunde im Bus oder in der Trambahn mitfahren, sofern man bestimmte Regeln (wie etwa Anleinen) befolgt.

  • ✂️

    Spielzeug musst du nicht unbedingt kaufen, du kannst es selbst basteln. DIY-Tipp: Aus Fleece-Streifen lässt sich ein Zerr-Tau (Zergel) knüpfen.

  • 🥕

    Kein Fleisch aus Massentierhaltung verfüttern. Oder (öfter mal) vegetarische/vegane Leckerlis (siehe Video) in den Napf füllen.

  • 📜

    Um die Häufchen deines Hundes zu beseitigen, solltest du biologisch abbaubare Tüten aus Papier oder Pappe verwenden.

Gemüse statt Geflügel: Vegane Ernährung für Fiffi

Wau! Diese Hundedame ist eine aktive Umweltschützerin

Eine Boston-Terrier-Hündin räumt den Irino Beach in Japan auf: Ikura sammelt dort Plastikflaschen ein und bringt sie zu einer Sammelstelle. In 5 Jahren entsorgte sie so über 3.000 Stück.

Laut Besitzer läuft die schwarz-weiß gescheckte Umweltschützerin jeden Tag eine etwa ein Kilometer lange Strecke am Strand von Irino ab - einmal morgens und einmal nachmittags. Für die Surfer vor Ort ist die Hundedame ein "Idol".

Und so sieht das tierische Flaschensammeln aus

Veröffentlicht: 18.09.2020 / Autor: Heike Predikant