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Glühwürmchen im Wald

Darum kannst du jetzt besonders viele Glühwürmchen sehen

Schon mal einen leuchtenden Wald gesehen? Hinter dem beeindruckenden Lichtphänomen stecken kleine Wunderwesen. Tauche ein in die Welt der Glühwürmchen und erfahre, warum jetzt die beste Zeit ist, um sie zu beobachten.
Darum kannst du jetzt besonders viele Glühwürmchen sehen
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Glühwürmchen: Wissenswertes zu den kleinen Tierchen

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    Der Begriff "Glühwürmchen" ist genau genommen falsch. Bei den Tieren handelt es sich nicht um Würmchen, sondern um Käfer, genauer um sogenannte Leuchtkäfer.

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    Weltweit gibt es rund 2.000 Arten, die sich untereinander mit individuellen Blink- und Leuchtmustern verständigen können.

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    Die am stärksten leuchtende Art heißt Photinus pyralis und ist überwiegend in Mittel- und Südamerika beheimatet.

Wo und wann leuchten Glühwürmchen?

  • Glühwürmchen lassen sich am besten in den Sommermonaten Juni, Juli und August beobachten. Besonders aktiv sind sie in der sogenannten Johannisnacht - die findet jedes Jahr vom 23. auf den 24. Juni statt und läutet die Paarungssaison der kleinen Tierchen ein.

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    Am häufigsten lassen sich die kleinen Tierchen dabei an Waldrändern, Wiesen und offenen Gewässern entdecken. Aber auch in Gärten und Parks sind die Insekten in der Dämmerung zu finden. Viel befahrene Straßen meiden die Leuchtkäfer hingegen.

Die Femme fatale unter den Glühwürmchen

Eine fliegende Photinus pyralis

Das Weibchen der Art Photinus pyralis imitiert perfekt das Blinken einer anderen Glühwürmchen-Art. Damit lockt es die fremden Männchen an. Was wie eine klassische Verwechslungs-Komödie klingt, endet für die geblendeten Männchen oft mit dem Tod, für das Weibchen mit einem Festmahl.

Glühwürmchen in Deutschland

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    In Deutschland sind nur 3 Arten der Leuchtkäfer beheimatet: der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula), der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus).

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    Beim Kleinen und Großen Leuchtkäfer sind die Weibchen flugunfähig, beim Kurzflügel-Leuchtkäfer auch die Männchen.

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    Die Männchen der Großen Leuchtkäfer haben keine funktionsfähigen Leuchtorgane. Siehst du in Mitteleuropa fliegende, leuchtende Exemplare, dann sind das entweder männliche Kleine Leuchtkäfer oder männliche Vertreter der Gattung Luciola.

Diese 3 Arten von Glühwürmchen gibt es in Deutschland

Ein kleiner Leuchtkäfer auf dem Rücken
Der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula)
Ein Großer Leuchtkäfer liegt auf dem Rückem, auf ein Blatt.
Der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca)
Ein Kurzflügel-Leuchtkäfer kriecht am Boden
Der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus)
Ein kleiner Leuchtkäfer auf dem Rücken
Ein Großer Leuchtkäfer liegt auf dem Rückem, auf ein Blatt.
Ein Kurzflügel-Leuchtkäfer kriecht am Boden

Warum leuchten Glühwürmchen?

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    Das Leuchten der Glühwürmchen dient der Partnersuche - das Weibchen, das am hellsten leuchtet, lockt die meisten Männchen an. Bei manchen Arten besitzen nur die Weibchen Leuchtorgane, bei anderen wiederum beide Geschlechter.

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    Wie leuchten die Glühwürmchen überhaupt? Im Hinterteil der Tierchen ist die Säure Luziferin enthalten. Kommt diese durch einen Reiz mit dem Enzym Luziferase und Sauerstoff in Kontakt, entsteht Licht. Bei den Käfern leuchtet also nicht der gesamte Körper, sondern lediglich ein 10 Millimeter langer Bereich ihres Hinterteils. Hier haben die Tiere eine durchsichtige Hautschicht. Das Licht kann hindurchscheinen.

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    Glühwürmchen sind zwar nicht sehr hell, dafür aber ziemlich effektiv. Während etwa Glühbirnen nur einen kleinen Teil ihrer Energie in Licht und einen weit größeren in Wärme umsetzen, ist es bei den Tierchen umgekehrt. 95 Prozent der Energie wird zu Licht. Keine künstlich hergestellte Lampe schafft das bisher.

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    Wenn Lebewesen selbstständig Licht erzeugen können, wird das als Biolumineszenz bezeichnet. Die kommt unter anderem bei Quallen und Tiefseefischen vor, aber auch bei manchen Pilzen.

So sieht ein leuchtendes Glühwürmchen aus

Weiblicher Leuchtkäfer im Wald

Hier kann man ziemlich gut erkennen, wie nur das hintere Teil des weiblichen Glühwürmchens leuchtet.

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Du willst selbst Glühwürmchen beobachten?

Glühwürmchen im Wald

Magisch! Wer einen solchen Anblick haben möchte, sollte sich die Johannisnacht (23./24. Juni) im Kalender eintragen.

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Das Leben eines Glühwürmchens

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    Den Großteil ihres Lebens verbringen Leuchtkäfer als Larven - ganze 3 Jahre lang bleiben sie in diesem Entwicklungsstadium. In dieser Zeit futtern sich die Tierchen ein ordentliches Polster an: Sie ernähren sich hauptsächlich von Nackt- und Gehäuseschnecken, die sie zuvor mit einem Giftbiss töten.

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    Wenn die Tiere genug gefressen haben, folgt das einwöchige Puppenstadium. Danach brechen die frischgeschlüpften Leuchtkäfer zur Partnersuche auf.

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    Die Männchen fliegen dicht über den Boden hinweg und halten nach den leuchtenden Weibchen Ausschau. Haben sie eines entdeckt, landet das Männchen auf dem Weibchen, das Leuchten erlischt und die Paarung findet statt.

  • Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier geschützt unter Gräsern, Holzstücken oder Steinen ab. Danach stirbt es. Die Männchen leben noch etwa 2 Wochen weiter.

Im Dunkeln ist gut munkeln

Paarung zweier Glühwürmchen

Vorhang zu! Während der Paarung erlischt das Licht.

Sind Glühwürmchen vom Aussterben bedroht?

Genau wie bei vielen anderen Insektenarten geht die Zahl der Leuchtkäfer in den letzten Jahren zurück. Durch die Landwirtschaft verschwindet ihr Lebensraum immer mehr. Außerdem werden die Städte immer heller. Das verwirt die Männchen. Sie können die Weibchen oft nicht mehr ausfindig machen.

Wie kannst du Leuchtkäfer schützen?

  • Lass im Sommer das Gras in deinem Garten länger wachsen.
  • Häufe kleine Türmchen aus Ästen auf.
  • Verzichte auf eine übermäßige Außenbeleuchtung.

 

So bietest du den Glühwürmchen einen potenziellen Lebensraum und kannst die leuchtenden Tierchen obendrein noch aus nächster Nähe bestaunen.

Und aufgepasst?

Veröffentlicht: 24.06.2021 / Autor: Sarra Chaouch-Simsek