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Greenpeace: Wie aus wenigen Aktivisten eine (Um-)Weltmacht wurde

Seit fast 50 Jahren engagieren sich Greenpeace-Aktivisten für Umweltschutz. Ein Erfolgsgeheimnis: aufsehenerregende Aktionen, die spektakuläre Bilder liefern und Debatten anstoßen sollen. Aber was und wer steckt hinter Greenpeace?
Teaserbild: Greenpeace: Wie aus wenigen Aktivisten eine (Um-)Weltmacht wurde

Das Wichtigste zum Thema Greenpeace

  • Greenpeace wurde am 15. September 1971 im kanadischen Vancouver gegründet. Die gemeinnützige Organisation gibt es also seit fast 50 Jahren.

  • Weltweit hat Greenpeace nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 3 Millionen Mitglieder, in Deutschland sind es etwa 600.000.

  • Der Schwerpunkt der Aktivisten liegt beim Arten- und Klimaschutz.

  • Ein wesentlicher Bestandteil der Aktionen zielt darauf ab, öffentlichen Druck auf Politik und Unternehmen aufzubauen, so dass sie ihr umweltschädigendes Verhalten ändern.

  • Dabei haben sich die Aktivisten selbst das Motto gegeben: Gewaltfrei gegen Umweltverbrechen.

Das sind die Ziele von Greenpeace in Deutschland

  • 🔌

    Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie

  • 🌳

    Schutz von Wäldern und Meeren

  • 👨‍🌾

    Entwicklung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

  • Einsatz von nachhaltiger Mobilität

  • Frieden und Abrüstung

So gründete sich Greenpeace

Greenpeace - der Name verrät es schon - hat seine Wurzeln in der Friedensbewegung Ende der 1960er Jahre. Beim gemeinsamen Engagement gegen amerikanische Atomwaffen-Tests lernten sich die Co-Gründer Dorothy und Irving Stowe, Jim Bohlen und Paul Cote kennen. 1970 gründeten sie mit Patrick Moore das "Don't Make a Wave Committee", der direkte Vorgänger von Greenpeace war geboren.

Als die Crew im September 1971 ein Schiff charterte, um den 2. US-Atomtest zu verhindern, musste ein Schiffsname her: "Greenpeace". Zwar wurde das Boot abgefangen, bevor es das Testgelände in Amchitka bei Alaska erreichte. Aber weil sich die Proteste auf viele amerikanische Städte ausgeweitet hatten, stoppte die "Greenpeace" trotzdem die Atomwaffen-Tests in den USA.

Anschließend benannte sich die Organisation nach der letztlich doch erfolgreichen Schiffs-Aktion.


Die Besatzung der "Greenpeace": das namensgebende Schiff der Organisation.
© picture alliance / dpa Fotografia / Robert Keziere/ Greenpeace/ Ho

Wie finanziert sich Greenpeace?

Die einzige Einnahmequelle von Greenpeace sind Spenden und Erbschaften. 2019 bekamen die deutschen Naturschützer auf diese Weise ein Budget von 71 Millionen Euro zusammen. Finanzielle Unterstützung von Unternehmen, Ländern, den Vereinten Nationen und europäischen Institutionen nimmt Greenpeace nicht an. So wollen die Aktivisten unabhängig bleiben.

Das größte Teil der Einnahmen fließt in die Umsetzung von Kampagnen (46,5 Millionen Euro). Doch auch der Werbe-Etat ist mit 6,6 Millionen Euro beachtlich.

Wie Greenpeace einen Staat gründete

Von Anfang an setzt Greenpeace auf spektakuläre Aktionen, oft an symbolischen Orten wie dem Reichstagsgebäude in Berlin (eine Auswahl gibt es weiter unten). Aber am weitesten trieben es die Öko-Aktivisten wahrscheinlich 1997: Damals gründete Greenpeace einen eigenen Staat, 400 Kilometer vor der schottischen Küste.

Nicht mehr als ein Fels ist "Rockall", den Greenpeace zum Staat "Waveland" ausrief. Selbstverständlich mit Pässen und internationalen Botschaften, die deutsche Waveland-Vertretung war in Hamburg.

Mit der Aktion protestierte Greenpeace gegen die Öl-Förderung in der Region.


Die Felseninsel "Rockall" vor der schottischen Küste wurde kurzerhand zum Staatsgebiet von "Waveland".
© picture-alliance / dpa

Die spektakulärsten Aktionen

Hier kannst du dich über Greenpeace und andere Naturschutz-Organisationen informieren

🌎 Für Infos zu Greenpeace hier entlang.

🌎 Den WWF besuchst du hier.

🌎 Neugierig, was der Bund Naturschutz so macht? Bitteschön.

🌎 Der Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutz-Organisationen (DNR) gibt dir eine Übersicht über viele Initiativen.

 

Veröffentlicht: 18.09.2020 / Autor: Johannes Korsche