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Nashorn Spitzmaulnashorn

Horn ist wertvoller als Gold: Deshalb werden Nashörner gejagt

Nashörner werden brutal gejagt. Ihr Horn gilt in Asien als Wunderheilmittel und ist doppelt so wertvoll wie Gold. Deshalb werden die Wilderer immer gieriger. Im Clip: Wie Forschende die bedrohten Tiere retten wollen.
Horn ist wertvoller als Gold: Deshalb werden Nashörner gejagt
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Das Wichtigste zum Thema Wilderei von Nashörnern

  • Nashörner kommen in Afrika und Asien vor, sind jedoch vom Aussterben bedroht.

  • Der Grund: Wilderei. Der Preis für das Horn der Tiere ist oft doppelt so hoch wie Gold: 20.000 bis 60.000 US-Dollar pro Kilo.

  • Naturschutzgruppen wie der WWF schätzen: Die Händler:innen setzen jedes Jahr zwischen 8 und 19 Milliarden Dollar um.

  • Wie katastrophal die Wilderei zuschlägt, zeigt eine Statistik des WWF: Im ersten Halbjahr 2021 fielen demnach 249 Nashörner der Wilderei zum Opfer. Das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr. 2020 waren die Zahlen gesunken - vermutlich aufgrund der Corona-Lockdowns.

  • Größter Abnehmer ist Asien. Hier gilt das Horn als Heilmittel.

  • Ähnlich bedroht sind Elefanten wegen ihrer Stoßzähne aus Elfenbein.

Eine Eliteeinheit schützt die Nashörner im Kruger Nationalpark: Unsere Galileo-Reporterin war vor Ort!

Verbreitungsgebiete von Nashörnern

Breitmaulnashorn
Historisch war das Breitmaulnashorn fast über den ganzen afrikanischen Kontinent...
Lebensraum Nashorn
Einst war das Spitzmaulnashorn über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich...
Nashorn Lebensraum
Vom Fuß des Himalajas in Bhutan und dem äußersten Osten Indiens über Bangladesch...
Panzernashorn Lebensraum
Das Panzernashorn bewohnte früher den gesamten Norden des indischen Subkontinents....
Nashorn Lebensraum
Java, Bangladesh, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Borneo, Sumatra und...
Breitmaulnashorn
Lebensraum Nashorn
Nashorn Lebensraum
Panzernashorn Lebensraum
Nashorn Lebensraum

Deshalb wird gewildert

In Asien, vor allem in China, zahlen Käufer:innen Spitzenpreise. Nashorn-Pulver gilt als Wundermittel gegen Entzündungen, Fieber und sogar Krebs. Was natürlich Quatsch ist, sagt auch die Wissenschaft! Das Horn der Nashörner besteht aus der gleichen Substanz wie unsere Fingernägel oder Haare Keratin.

Vom Handel profitieren sowohl Privatleute als auch Regierungen. Denn die versuchen, den Handel mit Horn wieder zu legalisieren.

So grauenvoll gehen Wilderer vor

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    Mit Betäubungspfeilen, Armbrust-Bolzen oder Gewehren werden die Tiere zur Strecke gebracht. Auch Gift kommt zum Einsatz.

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    Dann entfernen die Wilderer die Hörner brutal mit Macheten oder Kettensägen. Ein Schnitt direkt unterhalb des Horns ist lässt es „wie von allein“ abbrechen.

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    Meist leben die Tiere bei der blutigen Prozedur noch, aber die Wildhüter:innen kommen meist zu spät.

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    Oft sind die Wilderer bewaffnet und haben einen militärischen Hintergrund – Rebellengruppen, die häufig auch mit Drogen oder Menschen handeln.

Maßnahmen gegen die Wilderei

Nach einer Konvention der Vereinten Nationen ist der internationale Handel mit Nashornhörnern seit 1977 verboten – 2009 untersagte Südafrika auch den inländischen Handel, hob 2016 das Verbot allerdings wieder auf.

Eindämmung durch Legalisierung?

Die Hornhandel-Legalisierung ist seit Jahren heftiger Streitpunkt: Gegner:innen befürchten den Anstieg der Nachfrage, wie es bei vorrübergehenden Lockerungen des Elfenbeinhandelsverbots der Fall war. Tierschützer:innen finden die Vorstellung absurd, Wildtiere zu Lieferanten einer nachwachsenden Ressource herabzustufen. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Ranger bezahlen mit ihrem Leben

Bei dem Kampf gegen die Wilderei sterben viele meist nicht so gut ausgerüstete Wildhüter:innen. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Tiere zu sichern. So zum Beispiel durch:

  • DNA-Proben: Die Proben können von Wilderern verkaufte Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen.
  • Farbstoff oder Gift in den Hörnern: Die Hörner sollen so für das organisierte Verbrechen unbrauchbar werden.
  • Hörner präventiv absägen: Leider wächst das Horn sehr schnell nach und die Betäubung belastet die Tiere.

Ein Sender im Horn

Nashörner Wilderei Horn Tierschutz

Tierschützer:innen bohren im Phinda Naturschutzreservat (Südafrika) ein Loch in das Horn eines betäubten Breitmaulnashorns, um einen batteriebetriebenen Sender einzusetzen.

Das Ausmaß der Ausrottung

Bis 10.000 Jahre v. Chr. besiedelten historische Nashornarten sogar Teile Europas - darunter das Waldnashorn, Wollnashorn und Steppennashorn. Heute leben nur noch 5 Arten in Afrika und Asien:

  • Breitmaulnashorn
  • Spitzmaulnashorn
  • Sumatranashorn
  • Panzernashorn
  • Javanashorn

Sudan - der einsame Nashorn-Bulle

Sudan - der einsame Nashorn-Bulle

Sudan war das letzte Männchen unter den nördlichen Breitmaulnashörnern. Er ist 2018 gestorben. Wir haben noch Filmaufnahmen von dem Bullen.

Welche Tiere sind noch durch Wilderei vom Aussterben bedroht?

  • 🐘

    Elefanten-Stoßzähne aus Elfenbein sind ähnlich gefragt wie das Horn der Nashörner: Jährlich kommen in Afrika etwa 20.000 deshalb ums Leben.

  • 🦈

    Auch Haie und Rochen werden gejagt: Ihre Flossen gelten in vielen asiatischen Ländern als Potenzmittel.

  • 🐅

    Großkatzen werden vorrangig wegen ihrer Körperteile gejagt. Weil die Tiger-Population mittlerweile auf weniger als 4.000 geschrumpft ist, widmen sich Wilderer nun Löwen, Leoparden und Jaguaren.

  • 🦍

    In Afrika und Asien werden verschiedenste Affenarten für den Verzehr und den illegalen Handel mit sogenanntem "Buschfleisch" gejagt, darunter auch die hochbedrohten Gorillas und Schimpansen.

Veröffentlicht: 09.12.2021 / Autor: Gerda Naumann