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Von TV bis Gelb und Blau: So sehen Hunde und Katzen die Welt

Sind Hunde wirklich farbenblind? Und was sieht deine Katze, wenn sie dich anschaut? Die Antworten gibt's hier. Außerdem erfährst du im Clip, welche Tiere wahre Meister des Sehens sind - und warum manche Arten falsche Augen haben.
Teaserbild: Von TV bis Gelb und Blau: So sehen Hunde und Katzen die Welt

Das Wichtigste zum Thema Augen der Tiere

  • Die Augen der Tiere unterscheiden sich in Aufbau und Funktionalität erheblich. Je stärker eine Art visuell orientiert ist, umso leistungsfähiger ist ihr Sehsinn.

  • Wirbeltiere haben hoch entwickelte Linsenaugen, die die (variierende) Wahrnehmung von Farben, Formen und Bewegungen ermöglichen. Die Augäpfel liegen eingebettet in Muskel-, Fett- und Bindegewebe in den Augenhöhlen des Schädels.

  • Die Facetten-Augen der Insekten und anderer Gliederfüßer bestehen aus zahlreichen Einzelaugen - bei Libellen sind es bis zu 30.000 sogenannte Ommatidien. Jedes Einzelauge sieht nur einen winzigen Ausschnitt der Umwelt, das Gesamtbild setzt sich wie ein Mosaik aus den einzelnen Bildern zusammen.

  • Bei den simpelsten "Augen" im Tierreich handelt es sich um lichtempfindliche Sinneszellen in der Haut. Damit können beispielsweise Regenwürmer erkennen, ob die Umgebung hell oder dunkel ist.

Wie Hunde und Katzen die Welt wahrnehmen

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    Die Vierbeiner sind nicht farbenblind, wie früher vermutet wurde. Sie nehmen ihre Umgebung in Blau- und Gelb-Schattierungen wahr. Rot- und Grün-Töne erkennen sie nicht.

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    In der Dämmerung sehen Hunde und Katzen beinahe so gut wie am Tag - und deutlich besser als wir. Auf ihrer Netzhaut dominieren lichtempfindliche Stäbchen. Zudem sorgt eine reflektierende Schicht dafür, dass das einfallende Licht (auch wenn es spärlich ist) optimal genutzt wird.

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    Alles, was mehr als 6 Meter entfernt ist, erscheint unseren Fell-Freunden eher verschwommen. Schnelle Bewegungen eines potentiellen Beutetiers hingegen können sie auf Distanzen von bis zu rund 800 Metern ausmachen.

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    Das tierische Gesichtsfeld ist im Vergleich zu unserem (180 Grad) extrem breit: Katzen können bis zu 220 Grad auf einmal überblicken, bei Hunden sind es bis zu 240 Grad.

Können Wuffi und Miezi eigentlich fernsehen?

Ob sie Serien-Fans sind, ist nicht überliefert. Doch Studien belegen, dass Hunde und Katzen die Fähigkeit zum Fernsehen haben.

Wuffi kann Bilder auf dem TV-Screen erkennen, aber er regiert nur auf bestimmte Reize. Etwa dann, wenn andere Tiere auftauchen oder Geräusche wie Bellen oder das Quietschen von Spielzeug zu hören sind.

Und: Da Hunde den Blicken und Gesten ihrer Herrchen/Frauchen folgen, hängt ihr Interesse am TV-Programm auch von deren Aufmerksamkeit ab.

Katzen nehmen schnelle Bewegungen sehr gut wahr. Für sie wird es ab einer Bildwiederhol-Frequenz von 50 Hertz (50 Bilder pro Sekunde) interessant. Und auch dann, wenn vor ihnen etwas quiekt oder raschelt.

Hund und Katze sehen fern


Fernsehen mit dem Haustier? Geht. Aber rechne damit, dass die Aufmerksamkeits-Spanne des Vierbeiners geringer ist als deine.
© Getty Images

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Ist die Blindschleiche tatsächlich blind?

Die Blindschleiche hat relativ kleine Augen, aber sie kann damit sehen. Ihr Name ist irreführend. Allerdings geht er auf den althochdeutschen Begriff "Plintslicho" zurück, der so viel wie "blendende Schleiche" bedeutet.

Der Grund: Bewegt sich das Tier in der Sonne, kann seine glatte, glänzende Schuppenhaut den Betrachter blenden.

Was viele auch nicht wissen: Mit ihrem beinlosen, schlauchartigen Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange zwar täuschend ähnlich, doch sie gehört zu den Echsen.

Blindschleiche


Tierischer Irrtum: Die Blindschleiche ist nicht (!) blind - ihre Augen haben bewegliche, verschließbare Lider und runde Pupillen.
© imago images / Overstreet

Veröffentlicht: 21.11.2020 / Autor: Heike Predikant