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In guter Gesellschaft: Schlaue Symbiosen im Tierreich

Mit dem richtigen Partner an der Seite geht vieles leichter - das wissen auch Tiere. Verschiedene Arten helfen sich gegenseitig bei der Futtersuche, der Körperpflege oder dem Schutz vor Fressfeinden. So entstehen faszinierende Gemeinschaften!

Das Wichtigste zum Thema Symbiose

  • Ohne Symbiose sähe die Natur ganz anders aus. Viele Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Bienen angewiesen. Die Zusammenarbeit von Lebewesen ist deshalb für unser Ökosystem von großer Bedeutung.

  • Das Wort Symbiose stammt aus dem Altgriechischen: "sym" bedeutet zusammen, "bios" Leben. Am häufigsten kommen Symbiosen zwischen Pflanzen, Pilzen und Bakterien vor. Aber es gibt auch viele Beispiele im Tierreich.

  • Der Begriff geht auf den deutschen Naturforscher Heinrich Anton de Bary zurück, der sich im 19. Jahrhundert mit Flechten beschäftigte. Flechten sind eine sehr enge Symbiose von Pilzen mit Grünalgen oder Bakterien.

  • Der Nutzen einer Symbiose ist unterschiedlich groß. Manchmal helfen sich die Partner nur gegenseitig, manchmal können sie ohne einander nicht existieren. Wichtig ist, dass beide Seiten von der Kooperation profitieren - oder zumindest keinen Nachteil haben.

Gemeinsam sind wir stark: Tierische Teams

  • 🐜

    Einige Ameisenarten lieben den Honigtau, den Blattläuse ausscheiden. Sie melken sie deshalb wie Kühe - schützen sie aber als Gegenleistung vor Feinden wie Marienkäfern.

  • 🐺

    Erspähen Kolkraben aus der Luft ein großes Beutetier, geben sie Wölfen Bescheid. Die übernehmen das Erlegen, und die Vögel fressen sich an den Resten satt.

  • 🐊

    Wellentriele passen auf die Eier der Krokodile auf, wenn diese jagen gehen, und pfeifen bei Gefahr. Im Gegenzug werden die kleinen Vögel dafür von den Reptilien verschont.

  • 🐠

    Zwischen den giftigen Tentakeln von See-Anemonen sind Clownfische gut geschützt. Die "Miete" für den Unterschlupf: Sie fächeln den See-Anemonen mit ihren Flossen Sauerstoff zu.

Noch mehr tierische Teams

Top 5 krasse Tier-Symbiosen

Noch mehr tierische Teams

Gegensätze ziehen sich an! Im Tierreich entstehen dabei die wohl raffiniertesten Symbiosen. Die skurrilsten Zweckgemeinschaften siehst du hier im Video.

Vorsicht, Mensch in der Nähe! Die piepsende Alarmanlage

Madenhacker und Nashörner


Die Madenhacker warnen das Nashorn vor Gefahr.
© Getty Images

 

Madenhacker sitzen gern auf dem Rücken von Nashörnern. Die kleinen Vögel picken den grauen Riesen Ungeziefer vom Leib. Aber ist das Nashörnern tatsächlich so wichtig, dass sie die Madenhacker stundenlang durch die Gegend tragen?

Forscher der australischen Victoria University entdeckten jetzt, dass die Symbiose noch einen anderen Nutzen hat: Die Madenhacker warnen die kurzsichtigen Nashörner auch vor Wilderern. Und ihre Erfolgsquote liegt bei 100 Prozent. Nashörner ohne gefiedertes Frühwarn-System auf dem Rücken hingegen entdeckten nur jeden vierten Wilderer.

Pflanzen-Symbiose: Darum wachsen Pilze unter Bäumen

Parasiten: Wenn die Gegenleistung ausbleibt

Biologen diskutieren oft, ob Parasitismus auch eine Form von Symbiose ist. Zwar handelt es sich um eine Lebensgemeinschaft, allerdings lebt dabei eine Seite auf Kosten der anderen. Menschen werden zum Beispiel von Flöhen, Zecken, Kopfläusen oder Würmern befallen.

Manche Schmarotzer zerstören ihren Wirt sogar. Oder sie machen ihn zu einem willenlosen Zombie: Saugwürmer lenken Schnecken in ungeschütztes Gelände und lassen ihre Fühler dabei wie Raupen aussehen, damit sie von Vögeln gefressen werden. In deren Verdauungstrakt vermehren sich die Parasiten. Über den Kot finden sie den Weg ins Freie - und das Spiel beginnt von vorn.

Saugwürmer befallen Schnecken


Ist eine Schnecke von Saugwürmern befallen, schwellen ihre Fühler an und pulsieren - das lockt Vögel an.
© Getty Images

Veröffentlicht: 13.05.2020 / Autor: Chris Tomas

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