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Bimsstein-Teppich voraus! Rettet Vulkangestein das Great Barrier Reef?

Aus den Tiefen des Pazifik tauchten vor Australien Millionen Bimssteine auf. Und die könnten die Rettung für das sterbende Great Barrier Reef sein.

Das Wichtigste zum Thema Bimsstein-Teppich

  • Zwei australische Segler stießen im Pazifik auf einen schwimmenden Teppich aus Vulkangestein in der Größe der Stadt Bochum. Einzelne Steine sind so groß wie ein Basketball.

  • Der Ursprung des steinernen Meeres ist vermutlich die Eruption eines Unterwasservulkans nahe der Insel Tonga. Bei einem solchen Ausbruch trifft die Lava auf kaltes Wasser und wird "aufgeschäumt". Dadurch bekommt der Stein kleine Luftblasen, die ihn zu einem guten Schwimmer machen.

  • I bims, der Superstein! Die Hoffnung von Experten: Die Bimssteine geben Meereslebewesen eine neue Heimat und lassen das bedrohte Korallenriff aufblühen.

  • Der Bims mit seinen Hohlräumen bietet Organismen den idealen Nistplatz. Sie können sich ( im Verlauf der Reise) in den kleinen Löchern festsetzen und dort wachsen. So würden neue Korallenarten und Bewohner zum Great Barrier Reef gelangen, dem größten der Welt.

Harte Frage: Wann "beginnen" die schwimmenden Steine mit ihrer Rettungsaktion?

Momentan sind die Gesteinsmassen auf dem Weg Richtung australische Küste. Wenn sie den Kurs beibehalten, kommen die ersten Steine in circa einem halben Jahr dort an.

Und die Chancen stehen gut, dass das Ökosystem des Great Barrier Reef bald wieder neu belebt wird. Bereits 2006 steuerten vulkanische Bimssteine auf Australien zu. Der Teppich umfasste damals eine Fläche von 440 Quadratkilometern. Nach 900 Tagen kam das Treibgut (siehe Bild unten) am weltgrößten Riff an - bewohnt von Korallen, Algen und Muscheln.

Ganz schöne Brocken: Der australische Segler Michael Hoult präsentiert seine Funde

Korallenriffe in Gefahr! Darunter leiden die "Regenwälder der Weltmeere"

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    Die größte Bedrohung für die empfindlichen Ökosysteme ist der Klimawandel. Die Temperatur des Meerwassers steigt und führt zur Korallenbleiche. Zuerst verlieren die Unterwasserorganismen ihre Farbe, dann sterben sie ab. Wird die Erderwärmung begrenzt, können sich manche der Riffe wieder erholen.

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    Die Ozeane sind außer Atem. Der Sauerstoffgehalt im Wasser nimmt rapide ab. Die Auslöser sind menschengemacht: Verbrennung fossiler Brennstoffe, Klimaerwärmung, Verschmutzung der Weltmeere. All das bedroht das Leben vieler Tiere - auch das von Korallen.

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    Die Überfischung schadet ebenfalls. Bei der Schleppnetzfischerei werden große Netze am Meeresgrund entlanggezogen. Was bleibt, ist ein Spur der Verwüstung. In einigen Regionen ist auch Fischen mit Dynamit oder Gift weiterhin erlaubt. Die Devise zum Schutz der Korallenriffe: Beim Fischkauf auf regionale Produkte achten.

Veröffentlicht: 03.09.2019 / Autor: Franziska Schosser

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