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Schnellwüchsiger Klimaheld: der Kiri-Baum

Kiri-Bäume wachsen in einem Jahr rund 3 Meter. Aber nicht nur ungeduldige Gärtner schätzen den Baum aus Fernost: Forscher zählen ihn zu den "Klima-Bäumen". Was  bedeutet das?
Teaserbild: Schnellwüchsiger Klimaheld: der Kiri-Baum

Ein Traum von Baum

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    Der Kiri-Baum stammt aus Asien. Er hat viele Namen: Blauglockenbaum, Paulownia tomentosa, Kaiserbaum.

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    Der Kiri-Baum verträgt als junge Pflanze keinen Frost. Ansonsten ist er anspruchslos und übersteht auch Dürreperioden.

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    Der Kiri-Baum zählt zu den "Klimabäumen". Das heißt: Der Baum hält auch der zunehmenden Trockenheit und den veränderten Wachstumsbedingungen in der Stadt stand.

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    Da der Kiri-Baum kein heimisches Gewächs ist, gilt er als invasive Art. Er könnte andere Pflanzen verdrängen. Daher ist er nicht als Baum für den Wald oder die Feldmark zugelassen.

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    Der Kiri-Baum wächst etwa 3 Meter im Jahr - das ist etwa doppelt so viel wie bei einer Eiche.

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    Die Holzindustrie ist begeistert vom Kiri-Baum: Sein leichtes und hochwertiges Holz ist optimal für den Bau von Möbeln, Instrumenten und Surfboards.

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    Die riesigen, bis zu 1,20-Meter großen Blätter binden viel CO2. Daher gilt der Kiri-Baum als klimafreundlich.

Steckbrief: Kiri-Baum

  • Kiri-Bäume werden bis zu 15 Meter hoch - so wie ein Feldahorn. Die Rotbuche als typischer Waldbaum erreicht etwa 30 Meter Höhe.
  • Die Wurzeln des Kiri-Baums reichen tief ins Erdreich und sind weit verzweigt. So kommen sie an ausreichend Wasser - auch in trockenen Wetterperioden.
  • Ein Hektar mit Kiri-Bäumen bindet 3- bis 5-mal so viel CO2 wie ein normaler Misch- und Nutzwald in Deutschland.
  • Der Kiri-Baum blüht im April/Mai violett. Die Blüten sind glockenförmig und duften nach Vanille.
  • Gar nicht ganz so neu: Die ersten Kiri-Bäume kamen 1834 nach Europa.
  • Das Holz gilt als "Aluminium der Holzindustrie", da es leicht und stabil zugleich ist.
  • Der Preis für einen Kiri-Baum ist abhängig vom Alter. Sehr junge Pflanzen gibt es schon für unter 10 Euro, für ältere Bäume musst du mehr zahlen.
Kiribaum Blauglockenbaum in einer Plantage


Als Energieholz werden Kiri-Bäume in Deutschland auf Plantagen angebaut.
© picture alliance/Pressebildagentur ULMER

Surfboards aus Paulownia-Holz

Martin Weiß aus Aachen baut Surfbretter aus dem Holz des Kiri-Baums. "Das ist leicht und lässt sich gut verarbeiten", sagt er. Als leidenschaftlicher Surfer und Architekt verbindet er auf diese Art seine beiden Leidenschaften - und will den Surfsport nachhaltiger machen. Sein Wissen gibt er in Workshops zum Surfbrettbau weiter.

Einen Kiri-Baum pflanzen zur Geburt der Tochter

Nach chinesischer Tradition pflanzten die Eltern früher zur Geburt einer Tochter einen Kiri-Baum. Mit dem Kind wuchs auch die Pflanze. Heiratete das Mädchen, wurde der persönliche Baum gefällt. Das Kind bekam dann eine Mitgift aus dem Holz getischlert - etwa einen Schrank.

Mutter und Tochter in China


Damit die Tochter gut versorgt ist, pflanzte man in China zur Geburt einen Kiri-Baum.
© Getty Images

Neue Bäume braucht das Land!

Asphalt, Abgase, Hitze, kaum Platz: Für Bäume ist die Stadt ein Extremstandort. Viele typische Stadtbaumarten leiden besonders unter dem veränderten Klima und eingewanderten Schädlingen - und sterben.

Das Projekt "Stadtgrün 2021" von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau testet die Robustheit von 30 Stadtbaumarten. 2009 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Wie stressresistent und klimafest sind sie? Das überpüfen Experten regelmäßig - etwa, indem sie das Wachstum beobachten und den Zustand des Stammes dokumentieren. Mit dabei sind viele Baumarten, die eigentlich in südlicheren Gefilden wachsen oder auch in Asien wie die Zelkove.

Japanische Zelkove Stadtbaum der Zukunft


Die Zelkove hat eine schmale Krone und gilt als zäh. Sie ist eine Unterart der Ulme. In Japan ziert sie seit Jahren viele Straßen.
© picture alliance

Bienen fliegen auch auf Fremde

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    Bienen, Spinnen und andere Insekten mögen auch Baumarten, die nicht ursprünglich in Deutschland heimisch sind. Forscher der LWG Veitshöchheim und Uni Würzburg verglichen die Insektenvielfalt in den Baumkronen - und fanden keinen erheblichen Unterschied. Für hohe Artenvielfalt raten sie: heimische und nicht heimische Bäume nebeneinander pflanzen.

Kennst du schon diese natürlichen Co2-Killer?

Neptun-Gras wächst im Mittelmeer und produziert auf einem Hektar 5-mal mehr Sauerstoff als die gleiche Fläche an Regenwald.

Neptungras im Mittelmeer


Das Neptun-Gras zählt zu den ältesten Lebewesen der Erde.
© Getty Images

 

Große Wale sind lebendige Kohlenstoff-Speicher. Zudem regen sie das Wachstum winziger Organismen an, die ebenfalls Kohlendioxid absorbieren.

Wale als Klimatretter


Wale sind natürliche Klimaschützer. Ihr Körper lagert CO2 ein.
© Getty Images

Veröffentlicht: 21.09.2020 / Autor: Alena Brandt