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Kornnatter

Kornnatter: Diese Würgeschlange könnte dein Haustier sein!

Die Kornnatter ist die wohl am häufigsten in Terrarien gehaltene Würgeschlange. Aber was macht sie so besonders und was musst du bei der Haltung beachten? Wir verraten es dir. Im Clip: Die Tricks der Schlangen-Beschwörer.
Kornnatter: Diese Würgeschlange könnte dein Haustier sein!
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Das Wichtigste zum Thema Kornnattern

  • Kornnattern sind Schlangen, die häufig in Terrarien als Haustier gehalten werden. Sie gelten als "Anfänger-Schlangen", weil sie recht unkompliziert sind.

  • Kornnattern können sich festbeißen, sind aber ungiftige Würgeschlangen.

  • Sie sind gute Schwimmer, halten sich aber normalerweise von Wasser fern.

  • Kornnattern sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv.

  • Eigentlich gibt es drei verschiedene Kornnatter-Arten. Mit "Kornnatter" ist aber meist die Gewöhnliche Kornnatter gemeint. Neben ihr gibt es noch die Prärie-Kornnatter und die Slowinski-Kornnatter.

Kornnatter Steckbrief
Kornnatter Lebensraum
Kornnatter Steckbrief
Kornnatter Lebensraum

Der Kornnatter-Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pantherophis guttatus
  • Gattung: Amerikanische Kletternatter
  • Familie: Natter
  • Natürliche Verbreitung: Ostküste der USA
  • Farbe: grau-braun bis rötlich-orange, je nach Verbreitungsgebiet. Am Bauch abwechselnd schwarze und weiße Flecken, die an ein Schachbrettmuster erinnern.
  • Länge: ausgewachsen circa 150 Zentimeter
  • Gewicht: ausgewachsen circa 800 bis 900 Gramm
  • Lebenserwartung in der Wildnis: 6 bis 8 Jahre
  • Lebenserwartung als Haustier: 12 bis über 20 Jahre
  • Sozialverhalten: Einzelgänger
  • Nahrung: Mäuse, Ratten, Echsen, Fledermäuse
  • Feinde: Greifvögel, Pumas, Wölfe, Bären

Kornnattern: Natürlicher Lebensraum und Lebensweise

Die Gewöhnliche Kornnatter ist hauptsächlich an der Ostküste der USA zuhause. Dort findet man sie in vielen unterschiedlichen Lebensräumen: in der Halbwüste, in Feuchtgebieten und Wäldern sowie im Gras- und Buschland. Die ungiftige Würgeschlange ist somit besonders anpassungsfähig.

Während der wärmeren Monate können Kornnattern auf der Suche nach Beute auf Bäume klettern und in verlassene Gebäude eindringen. Sie verbringen aber die meiste Zeit unter der Erde, wo sie Nagetier-Höhlen durchstöbern. Tagsüber verstecken sie sich oft unter loser Rinde oder unter Baumstämmen, Steinen und anderen Trümmern. Den Winter verbringen Kornnattern in einer Winterruhe. Der energiearme Zustand dauert in der Regel sechs bis acht Wochen.


Die Kornnatter ist normalerweise nicht aggressiv, sondern ängstlich. Sie neigt daher dazu, bei Gefahr zu flüchten, anstatt anzugreifen.
© Imago Images

Kornnattern: Die Haltung im Terrarium

🐍 Da die Kornnatter nicht aggressiv ist, wird sie gerne als Haustier in Terrarien gehalten. Für die richtige Haltung ist aber einiges wichtig: Kornnattern sind relativ inaktive Schlangen, die keine besonders großen Terrarien benötigen. Als Faustregel gilt: Kornnattern benötigen einen Lebensraum, der mindestens so lang und hoch ist wie ihre Körperlänge. Die Breite kann etwas niedriger sein. Im Zweifelsfall gilt aber: Größer ist immer besser.

🌿 Kornnattern sind Kletternattern. Achte also auf viele Klettermöglichkeiten. Dafür eigenen sich Wurzeln, Äste und alles, was stabil genug ist.

🕳 Biete deiner Schlange auch Versteckmöglichkeiten. Kornnattern verbringen in freier Wildbahn viel Zeit damit, sich zu verstecken. Daher braucht deine Kornnatter Versteckmöglichkeiten, damit sie sich sicher fühlt. Das Versteck sollte groß genug sein, damit deine Schlange hineinkriechen und sich bewegen kann, aber so eng, dass sie die Seiten berühren kann und sich sicher fühlt. Achte darauf, dass das Material, aus dem das Versteck besteht, leicht zu reinigen und zu ersetzen ist.

🔒 Kornnattern sind besonders begabte Ausbruch-Künstler. Der beste Weg, eine Flucht zu verhindern, ist, das Terrarium richtig zu sichern. Verwende aber auf keinen Fall Klebeband! Klebeband ist berüchtigt dafür, Schlangen zu verletzen, wenn sie versehentlich mit seiner klebrigen Seite in Berührung kommen.


Kornnattern solltest du immer mit der flachen Hand und anliegenden Fingern vorsichtig greifen. Eine Schlange im Terrarium solltest du nicht mit zwei ausgestreckten Fingern oder nur dem Zeigefinger greifen, da sie dich sonst als Feind erkennen könnte.
© Imago Images / Eastnews

Temperatur und Beleuchtung im Kornnatter-Terrarium

🌡 Deiner Schlange solltest du eine optimale Temperatur bieten, da sonst ihr Stoffwechsel nicht richtig funktioniert. Laut dem Deutschen Tierschutzbund e.V. ist eine Tagestemperatur von rund 25 Grad Celsius notwendig, wobei diese in der Nacht um circa fünf Grad Celsius fallen sollte. Im Winter solltest du die Temperatur ebenfalls reduzieren.

☀ Für die Wärme kannst du ein oder zwei Glühbirnen mit 40 bis 60 Watt einsetzen. Gewöhnlich reicht dies dann auch als Lichtquelle aus. Lass die Beleuchtung im Sommer 14 bis 16 Stunden angeschaltet, in den Wintermonaten ungefähr sechs bis acht Stunden bei einer Lufttemperatur von etwa sieben bis zwölf Grad Celsius.

💧 Bei Schlangen ist die korrekte Luftfeuchtigkeit ungemein wichtig. Diese sollte tagsüber bei 50 bis 60 Prozent liegen. Halte sie also immer mit einem Hygrometer im Blick und sprühe falls nötig nach.

Kornnattern: Nahrung und Fressgewohnheiten

  • 🐍

    In der Wildnis beißen Kornnattern ihre Beute, um einen festen Griff zu bekommen und wickeln sich dann schnell um ihre Mahlzeit. Sie würgen sie dann so lange, bis die Beute überwältigt ist.

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    Die Würgeschlange verschluckt ihre Nahrung ganz, meist mit dem Kopf voran.

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    Ausgewachsene Kornnattern fressen normalerweise alle zwei Wochen.

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    Junge Schlüpflinge fressen vor allem Eidechsen, junge Mäuse und Laubfrösche, während ausgewachsene Kornnattern größere Beutetiere wie Mäuse, Ratten, Vögel und Fledermäuse fressen.

  • 🐍

    Wer eine Kornnatter als "Haustier" hat, füttert sie in der Regel mit Frostfutter. Das sind meist Mäuse oder Ratten. Diese werden aufgetaut und dann mit einer Pinzette und Lockbewegungen an die Schlange verfüttert.

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    Aber Achtung: In der kühleren Periode solltest du ihr kein Futter geben, da sie in Winterruhe geht. Frisches Trinkwasser ist dennoch zu jeder Jahreszeit wichtig.

Kornnatter

Kornnattern brauchen in ihrem Terrarium die richtige Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit, um gesund zu bleiben.

Fortpflanzung und Entwicklung der Kornnatter

  • 🌸

    Die Brutzeit der Kornnatter findet von März bis Mai statt.

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    Kornnattern sind ovipar: Sie legen Eier, aus denen später der Nachwuchs schlüpft.

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    Ende Mai bis Juli legt das Weibchen rund zehn bis 30 Eier in verrottende Baum-Stümpfe, Plätze mit verrottender Vegetation oder andere ähnliche Orte mit ausreichender Wärme und Feuchtigkeit, um die Eier auszubrüten.

  • Kornnattern kümmern sich nicht um ihre Eier, die etwa 60 bis 65 Tage benötigen, um zu schlüpfen.

  • 📏

    Die Schlüpflinge sind circa 30 Zentimeter lang. Sie erreichen ihre Geschlechtsreife mit etwa 18 bis 36 Monaten.

Hinweis zum Artenschutz

Laut International Union for Conservation of Nature (kurz: IUCN) ist die Kornnatter nicht vom Aussterben bedroht und somit nicht als „gefährdet" eingestuft.
Jedoch stehen einige andere Terrarien-Tiere unter Artenschutz. Sie sind in der freien Wildbahn gefährdet oder könnten in Zukunft gefährdet werden. Der Handel mit den meisten Reptilien ist deshalb gesetzlich geregelt. Erkundige dich vor dem Kauf von Tieren, welche gesetzlichen Bestimmungen du beachten solltest und wie du die Reptilien zuhause halten kannst.

  • ⁉️

    Wie giftig ist eine Kornnatter?

    Kornnattern sind ungiftige Würgeschlangen, die in Nordamerika beheimatet sind.

  • ⁉️

    Kann eine Kornnatter beißen?

    Kornnattern beißen sich an ihrer Beute zwar fest, um sie dann zu erwürgen, ihr Biss ist jedoch nicht giftig.

  • ⁉️

    Ist eine Kornnatter meldepflichtig?

    Die Haltung der Kornnatter ist nicht meldepflichtig, da sie nicht vom Aussterben bedroht ist und somit nicht zu den geschützten Arten gehört.

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Veröffentlicht: 29.09.2022 / Autorin: Bernadette Halsch